FINLEX bietet Unternehmen in 32 Branchen spezialisierte Policen an

Frankfurt. In einem Loft im Erdgeschoss eines Hinterhofhauses im Gutleutviertel liegt das Büro. Hier werden maßgeschneidert für große Konzerne Risiken eingeschätzt und in Versicherungspolicen gegossen. Von einem Team aus vier Gründern und zwei Mitarbeitern. Ob man sich da nicht fühle wie David neben Goliath? Sebastian Klapper, der Geschäftsführer des Insure-Tec-Start-up FINLEX, lacht: „Wir sind eben die Spezialboutique“, erklärt der 32-Jährige. „Wir versuchen, das Risiko des Kunden zu verstehen und den Versicherern zu vermitteln. Wir pflegen eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Versicherern.“

Worum es bei dem Start-up geht, sind Vermögenschaden-Haftpflichtversicherungen. Der Name FINLEX setzt sich zusammen aus dem Englischen Begriff „Financial Lines“, der diesen Bereich bezeichnet, und dem Zusatz „Experts“. Das „Lex“ zugleich auch „Recht“ bedeutet, sei ein Wortspiel, das den Gründern passend erschien, als sie sich vor zwei Jahren in die Selbstständigkeit wagten.

Denn in ihrer Arbeit geht es um Recht – um Abwehrkosten und Obliegenheiten, um Deckungsansprüche und die „Pflichten des ordentlichen Geschäftsmanns“. Denn worauf sich ihre „Boutique“ spezialisiert hat, sind Managerhaftpflicht- und sogenannte Cyber-Versicherungen.

In diesem Segment bieten die vier Gründer über 32 Branchen hinweg Industrieunternehmen spezialisierte Policen an – und das über eine Maklerplattform im Internet mittlerweile vollautomatisch. Ein Algorithmus sucht für den Makler, der seinem Kunden die passende Managerhaftpflicht vermitteln will, per Knopfdruck sechs mögliche Alternativen heraus, für Unternehmen bis zu 100 Millionen Euro Umsatz geht das innerhalb von Sekunden.

Dafür muss der Makler zuvor einige Risikomerkmale seines Kunden in der Plattform hinterlegen. Für größere Industriekunden geht der Service noch nicht vollautomatisch. Hier wollten die Versicherer oft einen Plausibilitätscheck haben, das dauere dann einige Tage. Die Bedingungen hat FINLEX zuvor mit den Versicherungsunternehmen ausgehandelt. Mit dabei sind Allianz, Gothaer, Axa und Zurich.

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Quelle: Frankfurter Neue Presse

Cyber-Versicherung: VSMA schließt Kooperation mit FINLEX

Die VSMA GmbH hat zur Cyberversicherung eine Kooperation mit der FINLEX GmbH geschlossen, mit dem Ziel, ein auf den Maschinen- und Anlagebau maßgeschneidertes Versicherungskonzept mit der Versicherungswirtschaft zu erarbeiten. Diese Cyber-Spezialversicherungslösung soll Anfang 2018 zur Verfügung stehen.
Die bislang auf dem Markt befindlichen Versicherungsleistungen erfassen nur teilweise die Bedürfnisse der Branche. Insbesondere die rasante Entwicklung von Industrie 4.0 und die damit einhergehenden Risiken aus der Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion kommen hierbei zu kurz. „Wir haben bei der Auswahl des Kooperationspartners besonders hohen Wert darauf gelegt, ein innovatives, auch im Bereich der Digitalisierung führendes Unternehmen zu finden“, berichtet Werner Döringer, Geschäftsführer der VSMA. Neben der besonderen Expertise bezüglich der Entwicklung von Versicherungsbedingungen zeichnet sich die Kooperation durch eine ausgewiesene Fachkompetenz im Bereich Cyber-Risiken und Cyber-Versicherungen aus.
Zur Erfassung der Anforderungen an eine Cyberversicherung hatten VDMA und VSMA eine Umfrage unter den VDMA-Mitgliedern durchgeführt. Diese ist Grundlage einer Studie, über die auf dem Maschinenbaugipfel im Oktober in Berlin berichtet wird. Gemeinsam wird VSMA mit FINLEX die Gespräche mit der Versicherungswirtschaft führen, um die maßgeschneiderte Versicherungslösung zu finden. Die Ergebnisse der Studie fließen ein.
Der mittelständische Maschinen- und Anlagebau gerät zunehmend ins Visier der Cyberkriminellen. Die Kriminalitätsraten in diesem Bereich steigen dramatisch an. Immer mehr Unternehmen erkennen dieses Risiko. Dennoch werden die wirtschaftlichen Folgen solcher Angriffe noch häufig unterschätzt.

Quelle: vsma.de

FINLEX auf dem GVNW-Symposium 2017

Dr. Stefan Steinkühler wird als Panel-Teilnehmer auf dem GVNW Symposium 2017 am 7. September 2017 in München das Forum „Vertrauensschaden – Vertrauen ist gut, Deckung ist besser“ durch einen Redebeitrag unterstützen und an der anschließenden Diskussion mitwirken.

Themen werden u.a. sein:

  • Zusammenspiel Vertrauensschaden (VSV)- und D&O-Versicherung
  • Einwand der grobfahrlässigen Schadenherbeiführung nach § 81 Abs. 2 VVG
  • Abgrenzung zwischen Cyber- und VSV-Versicherung, insb. bei sog. Fake-President-Schadenfällen

Das vollständige Programm des GVNW Symposiums 2017 finden Sie hier.

Fake-President: Verbrechen aus dem Netz

Wird durch die „Fake-President-Masche“ die Sicher­heits­lücke Mensch aus­ge­nutzt, und war der An­griff erfolg­reich, stellt sich die Frage, wer für den ent­stan­de­nen Schaden haftet und wie dieser möglicherweise versichert werden kann. In Frage kommen dabei direkte Absicherungsformen durch eine Vertrauensschaden- (VSV) und eine Cyber-Versicherung, aber auch die D&O-Versicherung im Rahmen eines Regresses gegen das verantwortliche Management.

Dr. Stefan Steinkühler und Kati Kunze behandeln diese Fragestellungen in dem DATEV-Magazin Ausgabe 09/2017.

Wachstumsmarkt Cyber – Versicherer noch im Beobachtermodus

von Dr. Nicolai Dördrechter, Geschäftsführer (CFO & COO), Policen Direkt GmbH

Der Markt für Cyber-Policen ist in Deutschland noch überschaubar, auf der Cyberlandkarte gibt es noch viel unentdecktes Land. Die KPMG-Prognose zum immensen Potenzial halte ich aber durchaus für realistisch. KPMG sieht den Markt für Cyberversicherungen in nicht einmal 20 Jahren bei mehr als 15 Mrd. Euro Jahresprämie. Zum Vergleich: Genauso viel macht derzeit das jährliche Prämienaufkommen in der Kfz-Versicherung aus. Auch der InsurTech Radar von Policen Direkt und Oliver Wyman zeigt, dass neue digitale Risiken ein sehr vielversprechendes Geschäftsfeld sind.

Selbst die Politik macht „Wirtschaftsschutz“ zur Chefsache. Mit diesem Slogan hat das Innenministerium angesichts der Cyber-Angriffe von „WannaCry“ und „Petya“ jüngst Alarm geschlagen . Dennoch hält sich die tatsächliche Nachfrage nach Cyberschutz bei Unternehmen bislang noch in Grenzen.

So fördert eine Umfrage des Company-Builders FinLeap große Wissenslücken auf der Unternehmensseite zutage. Kein Wunder, dass deren InsurTech-Experte Matthias Lange bei vielen Unternehmen eine gewisse Tatenlosigkeit feststellt. Kaum einer wisse, was Cyber-Risiken wirklich sind. Prävention und Krisenmanagement würden nicht adäquat auf der Unternehmens-Agenda gewürdigt.

Die Folge: die Durchdringungsquote bei der Cyberversicherung liegt bei aktuell neun Prozent und die Branche verhält sich entsprechend zurückhaltend. Im Moment vertreiben lediglich rund 15 Ver-sicherer Cyber-Produkte, der Rest ist noch in einem Beobachtermodus.

Dass der deutsche Cyber-Markt noch ineffizient ist, liegt nicht zuletzt auch in der Schwierigkeit der Risikobeurteilung. So urteilt Sebastian Klapper, Geschäftsführer des InsurTechs FINLEX, das auch als Spezialmakler für Cyber-Versicherungen agiert: „Weil die üblichen statistischen Modelle der Aktuare branchenübergreifende Kumulrisiken in Cyber nicht adäquat abbilden, haben Versicherer bei der Risikoprüfung im Underwriting sehr unterschiedliche Vorgehensweisen entwickelt.“ Diese Einschätzung teile ich. Prämienspreizungen von bis zu 300% für das gleiche Risiko bei identischem Deckungsumfang sind ein klares Indiz für einen noch intransparenten Versicherungsmarkt in den Kinderschuhen.

InsurTechs wie FINLEX und Gewerbeversicherung24 sind in der Position, kleineren und mittleren Maklern den Marktzugang zu erleichtern. Die zentrale Aufgabe: Ein möglichst passgenauer Versicherungsschutz für den Kunden und keine Haftungsfalle für den Makler. Mit vertriebsunterstützenden Maklerplattformen, Vergleichsrechnern und individuellen Deckungskonzepten können InsurTechs so helfen, das komplexe Geschäftsfeld Cyber gewinnbringend zu erschließen.

Fazit: Die Versicherungsbranche ist unter Zugzwang und muss mehr Produkte liefern. Die jüngst vom GDV vorgestellten unverbindlichen Musterbedingungen könnten für alle Beteiligten ein erster Vergleichsmaßstab auf dem Weg zu mehr digitaler Sicherheit für den Wirtschaftsstandort Deutschland werden, reichen aber nicht aus. Auch neue Datenschutzregeln, die 2018 in Kraft treten, könnten der Cyber-Versicherung zu einem weiteren Schub verhelfen. Denn mit der kommenden EU-Verordnung gehen deutlich strengere Meldepflichten für Cyber-Vorfälle und damit tendenziell häufigere Haftungsfälle einher. Versicherer haben grundsätzlich die besten Karten, den Cyber-Kuchen über neue Produkte unter sich aufzuteilen. Aber sie sind nicht alleine: InsurTechs sowie Unternehmen aus anderen Bereichen mit einem guten Kundenzugang wollen ihr Stück vom wachsenden Cybermarkt haben, mit weiteren Neugründungen ist daher auch in Deutschland rechnen. Meine Prognose: Privat- wie Gewerbekunden werden von dem Wettbewerb zwischen etablierten Versicherern und InsurTechs in Form von leistungsfähigen Produkten und begleitenden Dienstleistungen profitieren.

Weitere Details in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft 08/17 unter „Versicherer entdecken Neuland – Cyberpolicen auf dem Weg zum Wachstumsmotor für eine ganze Branche“

Cyber-Versicherung – ein schwieriger Markt für Makler und Firmen

Jedes vierte kleine oder mittelständische Unternehmen hat schon einmal einen Cyber-Schaden erlitten, lautet das Ergebnis einer forsa-Umfrage. So ist auch die Sensibilität der Firmen gegenüber des eigenen Cyber-Risikos gestiegen, die Nachfrage nach Cyber-Versicherungen steigt. Dr. Stefan Steinkühler von der FINLEX GmbH erklärt in seinem Gastbeitrag im Versicherungsboten, welche Hürden beim Abschluss einer solchen Versicherung zu überwinden sind: sowohl für Firmen als auch beratende Versicherungsmakler.

Regelmäßig wird der Makler vom Unternehmen aufgefordert, den Versicherungsmarkt zu sondieren und mehrere Angebote einzuholen. Letztlich stehen Kunde und auch Makler vor dem Dilemma, dass sie nicht einschätzen können, was eine „faire“ Versicherungsprämie ist. So sind Prämienunterschiede für ein und dasselbe Risiko von teilweise bis zu 300 Prozent bei vermeintlich gleichen Deckungsinhalten zu sehen. Sicherlich ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Cyber-Versicherungsmarkt in Deutschland noch sehr jung ist.

Hier finden Sie den vollständigen Artikel.

InsurTech-Szene – Diese 67 Unternehmen treiben die Innovationen voran

Immer mehr Startups befassen sich im deutschsprachigen Raum mit der Versicherungsszene und immer unüberschaubarer wird die Szene rund um die sogenannten InsurTechs. Jetzt hat das vor einem Jahr von den Versicherungsforen Leipzig ins Leben gerufene „New Players Network“ eine aktualisierte Version seines Überblicks über die InsurTech-Szene veröffentlicht. Diese umfasst inzwischen 67 Startups der DACH-Region und bildet das rasante Wachstum an neuen Akteuren am Markt ab, die mit innovativen Lösungen die Digitalisierung der Versicherungsbranche vorantreiben.

FINLEX gehört dazu!

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PM: FINLEX automatisiert D&O-Underwriting

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

FINLEX automatisiert D&O-Underwriting

Frankfurt, 03.05.2017 I Mit dem ersten Produkt der SMART-Reihe startet FINLEX ein neuartiges Konzept im Bereich der Antragsmodelle.  Kooperationspartner von FINLEX erhalten mit wenigen Angaben „auf Knopfdruck“ kundenfertige Angebote von bis zu sechs führenden D&O-Versicherern – in einem Maklertool, mit ihrem Logo, ohne auf die Angebote der Versicherer warten zu müssen. Da die Konditionen mit den Versicherern vorverhandelt sind, kann der Makler seinen Zeitaufwand auf bis zu 5 Minuten reduzieren.

Das neue Maklertool von FINLEX ist eine konsequente Weiterentwicklung der FINLEX Maklerplattform, auf der Makler bereits für ihre Kunden Ausschreibungen qualitätsgesichert und zeitsparend durchführen können. „Wir sind einen Schritt weitergegangen und haben die umfassende Risikoprüfung, die Versicherer bisher bei jeder einzelnen Ausschreibung noch machen mussten, systematisch in einen Algorithmus überführt. Damit treffen wir nicht nur den Bedarf der Versicherer an einem kosteneffizienten Underwriting, wir lösen auch die Probleme der derzeit am Markt etablierten D&O-Antragsmodelle“, sagt Tomasz Kosecki. Bisher mussten alle Risikofragen eines Antrags vollständig positiv beantwortet werden, um die Prämien des Antragsmodells nutzen zu können. Wurde eine Frage negativ beantwortet, so musste die Anfrage anschließend vom Versicherer individuell bearbeitet werden. Offen war dann, ob der Versicherer überhaupt und wenn ja, zu wettbewerbsfähigen Konditionen anbieten wird. Wollte ein Makler seinem Kunden dann auch noch Angebote von mehreren Versicherern unterbreiten, mussten Makler und Kunde sich mit mehreren Antragsmodellen auseinandersetzen oder parallel noch Ausschreibungen durchführen, da nicht bei jedem Versicherer Antragsmodelle verfügbar sind. „Das ist sehr zeitaufwändig und kompliziert für den Makler“, bemängelt Sebastian Klapper die bisherigen Lösungen.

Mit SMART-D&O von FINLEX erhält man nicht nur sofort eine Rückmeldung, ob das Risiko versicherbar ist. Das Tool ermöglicht auch eine automatisierte Reaktion von bis zu sechs Versicherern auf die individuelle Risikosituation des Kunden, z.B. erhalten langjährig erfolgreich wirtschaftende Unternehmen Nachlässe auf die Prämie. Durch die unterschiedliche Bewertung der Risikomerkmale ergeben sich letztlich mehrere tausend Risiko- und knapp 100.000 Prämienkombinationen. „Dadurch ist gewährleistet, dass die Nachfrage auch das richtige Angebot findet“, sagt Sebastian Klapper. „Der Versicherer reduziert seinen Zeitaufwand auf wenige Minuten für die Deckungsbestätigung im Erfolgsfall. Das ist ein enormer Fortschritt für Makler und Versicherer, von dem vor allem auch der Kunde profitiert: in ersten Testfällen konnten wir bei besonderes guten Risiken im Schnitt mindestens 20% Prämienersparnis aufzeigen.“
Nutzbar ist das D&O-Antragsmodell aktuell für Unternehmenskunden bis 100 Mio. Euro Jahresumsatz und bis zu einer Deckungssumme von 10 Mio. Euro. „Eine Ausweitung auf größere Kunden und höhere Deckungssummen ist technisch umsetzbar – wenn auch die Versicherer für die nächste Stufe der Automatisierung des Underwritings bereit sind“, sagt Tomasz Kosecki.

Das innovative Antragsmodell im Bereich der D&O-Versicherung ist das erste Produkt der SMART-Reihe, die Maklern und Versicherern schnelle, moderne, automatisierte, risikomindernde und transparente Lösungen für ihr Geschäft zur Verfügung stellt. Bis zum Sommer 2017 wird FINLEX das Antragsmodell SMART-Cyber auf den Markt bringen.
Die Lizenzen sind für Kooperationsmakler von FINLEX an keine Fixkosten gebunden, der im Erfolgsfall eine marktübliche Courtage erhält. Anfragen für Kunden mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro können wie bisher über die FINLEX-Maklerplattform ausgeschrieben werden.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

Kontakt
Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
Adresse: Schleusenstr. 9, 60327 Frankfurt am Main
http://www.finlex.de

PM: FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

Frankfurt, 03.04.2017 I Wie bereits im Dezember letzten Jahres angekündigt, steht ab sofort das Cyber-Bedingungswerk von FINLEX zur Verfügung. Damit wächst die angebotene Produktpalette und sorgt in einem für Makler und Kunden gleichermaßen intransparenten Markt für einen neuen Standard.

Der von FINLEX bereits in D&O und Strafrechtsschutz erfolgreich praktizierte Weg, in den Financial Lines Hauptsparten einheitliche und über Marktstandard liegende Bedingungswerke auf den Markt zu bringen, welche standardmäßig von bis zu sechs Versicherern gezeichnet werden, wird somit fortgeschrieben. Ein von allen Versicherern akzeptierter Risikofragebogen erleichtert Kunden und Maklern die Risikoerfassung.

„Bisher musste ein Makler nicht nur die verschiedenen Bausteine eines Cyber-Wordings analysieren, sondern mangels eines Standards auch jedes einzelne Wort prüfen. Selbst wenn man die gleichen Begriffe in verschiedenen Versicherungsbedingungen findet, heißt das noch lange nicht, dass auch dasselbe gemeint ist“, sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. „Die Herausforderung in der Beratung und der damit einhergehende Zeitaufwand ist immens.“

Über die Maklerplattform kann der Ausschreibungsprozess für die von FINLEX betreuten Kooperationsmakler und Inhousebroker durch einheitliche Bedingungen nicht nur zeitlich wesentlich verkürzt, sondern auch in großem Umfang standardisiert werden, was zur wesentlichen Enthaftung des Maklers beiträgt. Dabei wird die Ausschreibung mit einem Zeitaufwand von wenigen Minuten bei mehreren Versicherern gestartet und die Angebote der angefragten Versicherer werden für den Makler auf Knopfdruck zusammengefasst.

„Die Kunden profitieren bei ihrer Entscheidung über den Einkauf einer Cyber-Versicherung von der hohen Vergleichbarkeit der Bedingungswerke und können anderen wichtigen Kriterien, wie der Höhe einer angemessenen Versicherungssumme oder dem Profil der Dienstleister, die hinter der Police stehen und den Kunden bei Cyber-Vorfällen helfen sollen, die erforderliche Aufmerksamkeit schenken“ sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. Der transparente und strukturierte Aufbau des Bedingungswerks erleichtert zum einen die Lesbarkeit. Zum anderen wird durch einen umfangreichen Katalog deckungsauslösender Ereignisse sichergestellt, dass die Kunden, auch wenn anfangs unklar ist, ob ein Cyber-Vorfall vorliegt, den Schutz der Cyber-Police haben. Der Ausschlusskatalog ist auf ein Minimum reduziert und die Rechtssicherheit im Hinblick auf Obliegenheiten und Anzeigepflichten erhöht worden.

„Als nächster Meilenstein ist die Einführung von dynamischen (Multi-Versicherer) Antragsmodellen (FINLEX SMART-Modelle) geplant. Diesbezüglich werden wir aber gesondert informieren,“ so Geschäftsführer Sebastian Klapper.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

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Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
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FINLEX erhält Akkreditierung von „gut beraten“

GB-BDL-20170315-30520
GB-TP-20170315-30520

Seit dem 21.03.2017 ist FINLEX sowohl „akkreditierter Bildungsdienstleister“ als auch „Trusted Partner“ von „gut beraten„. Schon bald werden die ersten Weiterbildungsangebote über die FINLEX-Financial Lines Akademie für Kooperationsmakler zur Verfügung stehen. Wir werden Sie entsprechend vorab informieren.

D&O-Einzelpolicen: Aufsatz in der VW 1/2017

In regelmäßigen Intervallen wird in dem Bereich der D&O-Versicherung das Thema D&O-Einzelpolice hochgespült. Schon vor 10 Jahren wurden Sinnhaftigkeit und Erfolgsaussichten einer solchen Police diskutiert.

In Anbetracht der gestiegenen und wahrscheinlich noch steigenden Komplexität von D&O-Schadenfällen und auch der Anspruchshöhen wird vermehrt das Phänomen auftreten, dass die D&O-Versicherung des Unternehmens für alle versicherten Personen hinsichtlich der Versicherungssumme nicht ausreicht. Als ergänzende Lösung wird des Öfteren der Abschluss einer persönlichen D&O-Versicherung vorgeschlagen.

Aus diesem Anlass beleuchtet der aktuelle Aufsatz in der Fachzeitschrift Versicherungswirtschaft (Ausgabe 1/2017, S. 54ff.) die momentane Ausgestaltung von D&O-Einzelpolicen in ihren jeweiligen Facetten…. von der persönlichen D&O, über die Selbstbehalts-D&O bis hin zu weiteren Deckungsbausteinen.

EUROFORUM Haftpflicht 2017

Dr. Stefan Steinkühler hat anlässlich des 19. EUROFORUM Jahrestagung Haftpflicht am 20. Januar 2017 in Hamburg zum Thema „Optimierungsmöglichkeiten bei Financial Lines Policen“ referiert und dabei folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Status Quo-Feststellung
  • Policen- Risikotrennung
  • Gesamtpolicen, projektbezogene Sonderpolicen
  • Entscheidungskriterien, Optimierungswege
  • Rechtliche Grenzen von Deckungserweiterungen

Stellenausschreibung: Financial Lines Expert (w/m)

„Be so good they can’t ignore you.“ – Steve Martin

FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschadenversicherungen (Financial Lines). Hierzu gehören insbesondere Produkte zur Absicherung von Managerhaftung, Wirtschafts- und Cyber-Kriminalität sowie Kapitalmarkt- und Transaktionsrisiken. In ausgewählten Nischen betreut FINLEX auch Unternehmen direkt. Als erstes Insurtech im B2B-Segment hat FINLEX eine Plattform entwickelt, auf der Makler die Financial Lines ihrer Kunden ausschreiben, platzieren und betreuen können. Dabei vereinen wir Innovationskraft, Technologie und Expertenwissen.

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir einen (angehenden) Financial Lines Expert (w/m) in Voll-/Teilzeit in Frankfurt/Main.

Was Sie erwartet

  • Eigenständige Betreuung und Unterstützung bei der Akquise von Kooperationsmaklern und Direktkunden
  • Risikoanalyse, Beurteilung und Gestaltung von Versicherungsverträgen
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Deckungskonzepten
  • Mitwirkung an der Weiterentwicklung der FINLEX-Plattform
  • Übernahme von Projekten


Was Sie mitbringen sollten

  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Versicherungsbranche und/oder ein Studium mit juristischem oder betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt
  • Erste praktische Erfahrungen im Financial Lines Bereich von Vorteil
  • Hohe Kunden-, Service- und Vertriebsorientierung
  • Durchsetzungsstärke und Verhandlungsgeschick
  • Selbstständige und strukturierte Arbeitsweise
  • Affinität für moderne Medien und IT-Lösungen
  • Sicherer Umgang mit MS Office Anwendungen
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift


Was wir Ihnen bieten

  • Tätigkeit in einem jungen und dynamischen Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotential
  • Eine kreative, spannende und verantwortungsvolle Tätigkeit
  • Berufliche und persönliche Weiterentwicklung durch anspruchsvolle Projekte
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Arbeitszeiten

 

Interesse?

Wir freuen uns über Ihre vollständige Bewerbung mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung an: info@finlex.de

www.finlex.de

FINLEX auf der DKM 2016

FINLEX präsentierte die Maklerplattform an den letzten beiden Tagen auf der DKM in Dortmund. Erstmals wurde von Seiten der Organisatoren ein spezieller Bereich für InsurTechs geschaffen. Neben eines Standes konnten alle ausstellenden InsurTechs ihr Unternehmen im Rahmen eines „Pitches“ vorstellen. Insgesamt stieß die Sonderfläche auf viel Interesse – sowohl auf Seiten der Maklerschaft als auch auf Seiten der Versicherer.

Im regen Dialog wurden die Geschäftsmodelle vorgestellt und die jeweiligen Marktpotentiale diskutiert. Hierzu ist bereits ein Beitrag in der AssCompact – Sonderedition InsurTech erschienen. Auch wird auf den kommenden AssCompact TV-Thementag im November verwiesen.

 

Cyber: Deckungen in der „Industrie 4.0“

Tomasz Kosecki beleuchtet in der aktuellen Ausgabe des unternehmermagazins 3/4 2016 das Thema „Deckungen in der Industrie 4.0 – Risikopotentiale, Schadensszenarien, Lösungen“ und konzentriert sich dabei auf die allgegenwärtigen Cyber-Herausforderungen deutscher Unternehmen.

Die Digitalisierung wirft Cyber-Risiken auf, zu deren Absicherung es schon seit einiger Zeit Versicherungsprodukte gibt. Um die Sparte ist ein Hype entstanden, doch das Zwischenfazit ist gemischt. Die gute Nachricht ist, dass sich Versicherer, Makler und Kunden mit dem Thema auseinandersetzen. Die schlechte Nachricht ist, dass sich noch kein Markt etabliert, so dass sich die vermeintliche Nachfrage nicht in Abschlüssen niederschlägt, obwohl es durchaus Anlässe gibt.

Hier finden Sie den Beitrag auch als pdf.

PM: FINLEX-Maklerplattform geht live

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

Financial Lines Maklerplattform geht live

Frankfurt, 19.07.2016 I FINLEX startet die erste unabhängige Ausschreibungs- und Platzierungsplattform für Gewerbe- und Industrie-Versicherungsmakler im Bereich der Vermögensschaden-Versicherungen, den sog. Financial Lines. Damit vereint FINLEX moderne und benutzerfreundliche Technologie mit persönlicher Unterstützung!

Versicherungsmakler können ab sofort über die Plattform eigenständig Vermögensschaden-Versicherungen für ihre Kunden sicher, schnell und auf Basis eigener, marktführender Versicherungsbedingungen ausschreiben, platzieren und betreuen. Damit stellt FINLEX die Infrastruktur bereit, die Versicherungsmakler im Financial Lines Umfeld heute benötigen.

„Unser Angebot richtet sich vor allem an Versicherungsmakler und -vermittler in Deutschland, die keine eigene spezialisierte Financial Lines Abteilung haben und deshalb oftmals das Geschäft an Dienstleister abgeben oder auf die Unterstützung des Versicherers angewiesen sind,“ sagt Tomasz Kosecki, Geschäftsführer von FINLEX. „Mit unseren exklusiven Produkten, dem geführten Prozess und dem zur Verfügung gestellten Know-how liefern wir mittelständischen Maklern die notwendigen Werkzeuge, um in diesem dynamischen Markt weitestgehend selbständig Financial Lines Geschäft aufbauen und betreuen zu können. Dabei entstehen dem Makler grundsätzlich keine Mehrkosten.“

Über die Maklerplattform informiert FINLEX seine Kooperationsmakler bereits seit Anfang des Jahres über Neuigkeiten im Bereich der Financial Lines und stellt Informationen und vertriebsunterstützende Materialien zur Verfügung. Mit der Ausschreibungs– und Platzierungsfunktion geht nun das „Herzstück der Plattform“ live.

Die Plattform startet mit den „klassischen“ Financial Lines: D&O-, Rechtsschutz- und Vertrauensschaden-Versicherungen. Mittelfristiges Ziel ist es, alle standardisierbaren Vermögensschaden-Konzepte inkl. Cyber- und Berufshaftpflicht-Versicherungen über die Plattform abzuwickeln. „Dabei liefern wir keinen Preisvergleich, sondern helfen dem Makler im Rahmen einer geführten Ausschreibung dieses Geschäft professioneller und effizienter abzuwickeln. Die Angebote der Versicherer werden automatisiert zusammengeführt und die Versicherungsbedingungen mittels eines eigenen Bewertungssystems vergleichbar gemacht,“ so Sebastian Klapper, Geschäftsführer von FINLEX.

Bei komplexeren Risiken oder Produkten, z.B. M&A-Versicherungen oder Prospektversicherungen (POSI), Finanzdienstleistern und „gelayerten“ Versicherungsprogrammen unterstützt FINLEX Versicherungsmakler und auch Inhousebroker ausschließlich persönlich.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

 

Kontakt
Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
Adresse: Schleusenstr. 9, 60327 Frankfurt am Main
http://www.finlex.de

BGH: Insolvenzverwalter muss D&O-Versicherung nicht aufrechterhalten

Der Kläger, Verwalter im Insolvenzverfahren über das Vermögen einer GmbH, nimmt den Beklagten als deren Geschäftsführer gemäß § 64 GmbHG auf Erstattung verbotener Zahlungen in Rückgriff. Dieser wiederum verlangt von dem Insolvenzverwalter im Rahmen einer Drittwiderklage, ihn von dieser Verbindlichkeit freizustellen. Insoweit wirft er dem Insolvenzverwalter als Drittwiderbeklagten vor, eine von der GmbH abgeschlossene, Ansprüche aus § 64 GmbHG abdeckende D&O-Versicherung mit einer Deckungssumme von EUR 3 Mio. nach Verfahrenseröffnung beendet zu haben.

Das Hanseatische OLG hat in der Vorinstanz (Urteil vom 08.07.2015, Az. 11 U 313/13) die Widerklage als unbegründet angesehen, da die Pflichtverletzung nicht zu einem Schaden des Geschäftsführers führe. Aus § 103 Abs. 1 InsO folge die Pflicht des Insolvenzverwalters, die Organe nicht potenziell existenzgefährdenden Risiken auszusetzen. Das OLG hat seine Sichtweise aber vor allem damit begründet, dass die Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist von 3 Jahren im Insolvenzfall vollständig (quasi nachträglich) ausgeschlossen wird, gemäß § 307 BGB unwirksam sei.
Da der Geschäftsführer weiterhin Versicherungsschutz hat, kommt es auch nicht zu einem Schaden.

Der BGH hat in seiner Entscheidung (Urteil vom 14.4.2016, Az. IX ZR 161/15) auch gegen den Geschäftsführer entschieden. Allerdings begründet der BGH dies damit, dass der Insolvenzverwalter schon gar keine Verpflichtung hat, eine zu Gunsten des Geschäftsführers abgeschlossene D&O-Versicherung aufrechtzuerhalten. Zwar ist der Insolvenzverwalter gemäß § 60 Abs. 1 Satz 1 InsO allen Beteiligten zum Schadensersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Der Geschäftsführer ist in diesem Sinne aber ausschließlich Schuldner der Masse, dem gegenüber der Verwalter keine insolvenzspezifischen Pflichten zu erfüllen hat.

Anmerkungen FINLEX:
Leider hat der BGH mangels einer Pflichtverletzung beim Insolvenzverwalter nicht auch die Frage klären können, ob eine Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist im Insolvenzfall wegfällt, gemäß § 307 BGB unwirksam ist.
Der Insolvenzverwalter sollte sich eine Kündigung dennoch wohl überlegen, stellt die D&O-Versicherung doch teilweise ein echtes (oft auch einziges) „Asset“ dar, da sie in der Insolvenz die Substanzhaltigkeit von Schadenersatzansprüchen gegen (ehemalige) Organmitglieder sicherstellen kann.
Wichtig ist zudem, dass in der D&O-Versicherung explizit klargestellt wird, dass auch Ansprüche aus § 64 GmbHG versichert sind, da von der Rechtsnatur her dieser Anspruch von der herrschenden Meinung als Ersatzanspruch eigener Art angesehen und von der D&O-Versicherung in der Regel nur allgemein von Schadensersatzansprüchen gesprochen wird. Diesbzgl. hat es im Schadenfall schon „überraschende“ Interpretationen auf Versichererseite gegeben.

VW: BaFin stellte Strafanzeige

Die BaFin ist nach monatelangen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Konzern die Anleger zu spät über „Dieselgate“ informiert hat. Eine entsprechende Mitteilung an die Aktionäre wurde am 22.09.2015 veröffentlicht. Die US-Umweltbehörde EPA hatte allerdings ihre „Mitteilung einer Gesetzesübertretung“ mit dem Vorwurf, VW nutze manipulierte Software, bereits am 18.09.2015 veröffentlicht und VW hatte die Vorwürfe schon Anfang September gegenüber der Behörde eingeräumt.

Nichtsdestotrotz sieht der Aufsichtsrat von VW keine schwer wiegenden Pflichtverletzungen des Gesamtvorstandes und schlägt für die Hauptversammlung Entlastung vor.

Nach Einschätzung der BaFin hat VW sowohl bewusst die Anleger zu spät informiert und damit gegen die sog. Ad-hoc-Pflicht verstoßen als auch eine vorsätzliche Marktmanipulation begangen. Entsprechend hat die BaFin Strafanzeige gestellt. Eine Strafe der BaFin selber wäre „nur“ eine Ordnungswidrigkeit.

Bestätigt die Staatsanwaltschaft und ein späteres Strafverfahren die Einschätzung der BaFin, läge ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten nach § 15 WpHG vor. Ob die Rechtsprechung den § 15 WpHG selber künftig als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB einordnet, kann nicht abgeschätzt werden. Für derartiges Handeln sieht aber § 37b WpHG bei grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz für Anleger Schadensersatzansprüche vor, weil das Unternehmen Insiderinformationen nicht unverzüglich veröffentlicht hat. Rechtlich ist zu klären, was die Meldepflicht auslöste: War es schon der Zeitpunkt des Bekanntwerdens der ersten systematischen Manipulation oder erst der Moment der Nachforschungen von amerikanischen Behörden?

Mittlerweile haben mehrere Aktionäre Klagen gegen VW beim LG Braunschweig eingereicht. Eine Klage hat allerdings eine besondere Dimension – 278 Aktionäre verlangen insgesamt rund EUR 3,3 Milliarden Schadensersatz von VW. Alle Aktionäre bei dieser Klage sind institutionelle Investoren, zu denen beispielsweise eine Tochter des Versicherungskonzerns Allianz und die Deka, eine Tochter der Sparkassen, gehören.

Anmerkungen FINLEX:
Es ist anzunehmen, dass sich nach den jüngsten Erkenntnissen weitere Investoren in die Schlange der Kläger einreihen, da eine Nicht-Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zugunsten der Investoren für deren Management selber die Gefahr einer Pflichtverletzung bedeuten würde.

Bei derartigen Verfahren drängt sich natürlich die Frage auf, inwieweit Rechtsschutzversicherer hier Anwalts- und Gerichtskosten tragen. Aus Anlegersicht haben einige Rechtsschutzversicherer in ihren Vertragsbedingungen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Aktiengeschäften ausgeschlossen.
Aus Sicht der Beschuldigten sehen einige Bedingungen der Industrie-Strafrechtsschutzversicherung Versicherungsschutz im Zusammenhang mit behördlichen Auskunftsverlangen nach dem WpHG vor, mit dem der Versicherungsnehmer wegen es Verdachts verbotener Insidergeschäfte konfrontiert wird. Gelegentlich wird auch nur im Rahmen des vorsorglichen Rechtsschutzes die anwaltliche Erstberatung übernommen. Sofern in der D&O-Konzernversicherung ein Baustein zur Absicherung von Verletzungen von kapitalmarktrechtlichen Folgepflichten (sog. Entity-Baustein) vereinbart wurde, kann der Rechtsschutzbaustein in der D&O-Versicherung weiter als in der klassischen Strafrechtsschutz-versicherung sein und entsprechende Verteidigungskosten vorleisten. Aber auch hier gilt wie fast immer: Der Versicherungsschutz entfällt bei rechtskräftiger Verurteilung wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat. Bis dahin erbrachte Leistungen sind dem Versicherer dann zurück zu erstatten.

Multiline-Versicherungskonzept für FinTechs

Betriebliche Versicherungen bei FinTechs gewinnen häufig erst mit fortgeschrittener Geschäftstätigkeit  an Bedeutung. Nichtsdestotrotz schafft ein funktionierendes Risikomanagement-System und ein proaktiver Umgang mit dem Thema Risikotransfer zusätzliche Attraktivität & Akzeptanz bei (zukünftigen) Kunden, Finanzierungs- und Geschäftspartnern sowie Aufsichtsbehörden und schützt zudem die Geschäftsleiter vor persönlichen Haftungsrisiken. Weiterlesen

Verschärfte Haftung für den CRO

CROs, die in kriselnden Unternehmen eingesetzt werden, um eine Restrukturierung erfolgreich durchzuführen und eine Insolvenz abzuwenden, unterliegen strengen Haftungsregeln. Das OLG Brandenburg hat jüngst geurteilt, dass sich CROs nicht auf die besonderen Umstände der Krise berufen dürfen. Sie haften im Zweifel nach § 64 GmbHG ebenfalls für ausgehende Zahlungen, die die Insolvenzmasse schmälern.

Der 6. Senat willigte dem CRO als Sanierungsgeschäftsführer jedoch gerade einmal 2 Tage zur Einarbeitung zu. Nach dieser Frist müsse er ausreichend Kenntnisse über die finanzielle Situation der Gesellschaft erworben haben und sicherstellen, dass durch den Zahlungsverkehr keine Vermögensreduzierung eintritt. Im konkreten Fall waren die Bemühungen des Sanierungsgeschäftsführers nicht mit Erfolg gekrönt gewesen. Der Insolvenzverwalter hatte den CRO persönlich im nachfolgenden Insolvenzverfahren auf Zahlung von EUR 124.493,00 in Anspruch genommen.
OLG Brandenburg, Urteil vom 12.01.2016 (Az. 6 U 123/13)

Anmerkungen von FINLEX:
Gerade bei CROs ist des Öfteren die Haftungssituation nicht klar. Durch eine Persönliche CRO-D&O-Versicherung sind Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen (Chief Restructuring Officer, Sanierungsgeschäftsführer, Liquidationsgeschäftsführer u.ä.) versicherbar. In rechtlicher Hinsicht sollte eine „organähnliche“ Funktion ausgeübt werden (Geschäftsführer, Vorstand, Generalbevollmächtigter, etc.).

Interimsmanager haben typischerweise keinen Anstellungsvertrag mit dem Unternehmen für das sie tätig sind. Formell handelt es sich oft um Beratungsverträge: Je nach Umfang des Beratungsvertrags ist zu prüfen, ob ergänzend zur Persönlichen CRO D&O-Versicherung eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Beratungsleistungen notwendig ist.

s.a. Literaturtipp für den CRO: Manager in der Unternehmenskrise

Private Equity Update: Compliance & Haftung

Top View of Business Shoes on the floor with the text: Legal - IllegalCompliance ist in der Private Equity Szene schon länger mehr als nur ein Stichwort. Nicht nur die meist einer Finanzaufsicht unterstehenden Investoren (wie Versicherungen oder Pensionskassen) der von den Private Equity Häusern beratenen Fonds erwarten von ihren Dienstleistern die Einführung von Compliance-Systemen. Auch die eigenen regulatorischen Vorgaben und gesetzlichen Rahmenbedingungen verlangen von Private Equity Managern die Früherkennung und Bewältigung von Compliance-Risiken.

Lesen Sie hier das vollständige PE Update

Erste Pensionskasse senkt Garantiezins im Bestand

Die Neue Leben Pensionskasse senkt als erste Pensionskasse den Rechnungszins für die ab 2017 zu zahlenden Beiträge auf 1,25 Prozent, auch wenn die Verträge aus den Jahren 2003 bis 2005 stammen und mit einem Rechnungszins von 3,25 Prozent verkauft wurden. Das führt zu erheblichen Einbußen für rund 80.000 Betroffene.

Normalerweise der Arbeitgeber für arbeitsrechtliche Zusagen haften, auch wenn die betriebliche Altersversorgung von externen Anbietern betrieben wird. „Die Zusage an den Arbeitnehmer sah in den konkreten Fällen von Beginn an die Möglichkeit vor, mit Zustimmung der Bundesaufsicht künftige Rechnungsgrundlagen zu verändern“, so die NLP.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.sueddeutsche.de

Anmerkung FINLEX:
Eine PTL-Versicherung (Pension Trust Liablity) – auch Fiduciary-Versicherung genannt – bietet als kombinierte D&O- und E&O-Versicherung Versicherungsschutz für rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen und die handelnden Personen, die mit der Verwaltung und Kontrolle des Pensionsvermögens betraut sind. Die Schieflage einer Versorgungseinrichtung hat zwar noch nicht automatisch Regressansprüche gegen die dort Handelnden zur Folge. Es ist jedoch zu erwarten, dass einzelne Anlagestrategien jedoch (gerade bei einer Beobachtung durch die BaFin) stärker hinterfragt werden, womit auch die operativen Risiken der Handelnden steigen. Dabei gilt zu beachten, dass der Einschluss in die D&O-Versicherung des Arbeitgeber- bzw. Sponsorunternehmens nicht ausreicht, denn hier sind die operativen Risiken nicht versichert.

Cyber: Wenig Abschlüsse – großes Wachstumspotential

Nach einer Umfrage des Digitalverband Bitkom sind gerade einmal 11% Prozent der deutschen Industrieunternehmen gegen Cybercrime versichert.

Laut der Umfrage planen 9% Prozent der Unternehmen den Abschluss einer solchen Versicherung, bei 26% wird zumindest über eine solche Police diskutiert. Für 49% ist eine Cyber-Versicherung hingegen aktuell kein Thema.

Ein Risiko, das durchaus eine reale Gefahr für die Unternehmen darstellt, wie die Bitkom-Umfrage zeigt. So sind in den vergangenen zwei Jahren 69% der Industrieunternehmen Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage geworden. Während in der Gesamtwirtschaft „nur“ 51% der Unternehmen betroffen sind, ist der Industriesektor überproportional im Fokus von Cyber-Crime. Der Schaden für die Industrie beläuft sich nach Bitkom-Berechnungen dabei auf ca. EUR 22,4 Milliarden im Jahr.

Auf dem Cyber-Versicherungsmarkt hat sich sowohl hinsichtlich der Bedingungen als auch der Prämienfindung noch kein Standard gebildet. Die Produktentwicklung befindet sich im stetigen Wandel. Makler stehen dabei vor der großen Herausforderung, das breit gefächerte Angebot zu überblicken, zu vergleichen und für den Kunden das passende Angebot herauszufiltern.

FINLEX unterstützt auch hier!

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: Industrie kaum gegen Cybercrime versichert

Literaturtipp für den CRO: „Manager in der Unternehmenskrise“

Wer als Krisenmanager interimistisch zum Geschäftsführer bzw. Vorstand bestellt oder beratend tätig wird, muss sich mit seinen rechtlichen Pflichten und Absicherungslösungen befassen, um persönliche Haftungsrisiken einzudämmen. Das neue Kompendium „Manager in der Unternehmenskrise“ von Reddig/Steinkühler/Theiselmann beleuchtet die wichtigsten Aspekte für CROs und ist ab sofort vorbestellbar.

Das Kompendium erscheint in der Board TV Edition und ist als Arbeitsmittel für den CRO strikt praxisbezogen gestaltet. Dies sind die Eckdaten:

– Inhalte: Gesellschafts- und insolvenzrechtliche Pflichten des CRO, anstellungsvertragliche Aspekte (u.a. Drittanstellungsverträge), Haftungsbeschränkungen, Dritthaftung, Managerhaftung und Versicherungsschutz in der Restrukturierung (u.a. Grundzüge der D&O-Versicherung, Anforderungen an den Versicherungsschutz aus Sicht des CROs/Persönliche CRO D&O-Versicherung, D&O-Versicherungsschutz für vermeintlich „krisenauslösendes“ Fehlverhalten des bisherigen Managements, typische Schadenfälle in der Krise)

– Umfang: ca. 40 Seiten
– Zahlreiche Grafiken: Illustrationen, Checklisten und Leitfragen
– Lieferung: als Druckexemplar und auf Wunsch zusätzlich als individualisierte Digitalversion
– Preis pro Exemplar: € 39,90 ‎inkl. MwSt. zzgl. € 5,00 Versandpauschale

>> Jetzt vorbestellen: crokompendium@board-tv.de

VW schlägt Hauptversammlung Entlastung aller Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats vor

Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat der Hauptversammlung die Entlastung der im Geschäftsjahr 2015 amtierenden Vorstandsmitglieder empfohlen. Der Vorstand hat eine gleichlautende Entscheidung aufgrund eigener Prüfung getroffen. Dies geht aus der Einladung zur Hauptversammlung am 22. Juni 2016 hervor. Der Aufsichtsrat weist darauf hin, dass mit der vorgeschlagenen Entlastung durch die Hauptversammlung kein Verzicht auf mögliche Schadensersatzansprüche verbunden ist. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind keine eindeutigen und schwerwiegenden Pflichtverletzungen von aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitgliedern festgestellt worden, die einer Entlastung zum jetzigen Zeitpunkt entgegenstehen würden. Der Aufsichtsrat habe in intensiven Diskussionen die maßgeblichen Kriterien für die Entlastungsvorschläge umfassend abgewogen. Die Abwägung orientiere sich am Interesse und Wohl der Gesellschaft.

Zum VW-Schadenfall siehe auch: VW und der D&O-Schaden in spe

Volkswagen hat einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge wegen des Abgas-Skandals bei seinen Versicherern mögliche Ansprüche für die Managerhaftung angemeldet. Der Autokonzern habe dem Versichererkonsortium mit der Zurich als Grundversicherer mitgeteilt, dass wegen des Abgas-Skandals möglicherweise gegen Manager finanzielle Forderung erhoben werden müssten.

Anmerkungen FINLEX:
Mit der Entlastung ist in der Tat kein endgültiger Verzicht auf etwaige Regressansprüche gegen Organmitglieder verbunden. Jedoch sendet diese Entlastung ein wichtiges Signal nach außen, da eine spätere Inanspruchnahme nur unter erschwerten Umständen noch möglich ist. Die o.g. sog. „vorsorgliche Schadenmeldung“ muss sich nicht auf Holding-Vorstände bei VW beziehen. In dem Handelsblatt-Artikel wird allgemein von Managern gesprochen.

Der wichtigste Effekt der Entlastung ist die sog. Präklusionswirkung, wonach die Gesellschaft im Umfang der Entlastung keine Ersatzansprüche und Kündigungsrechte mehr gegen das Organmitglied geltend machen kann. Entscheidend ist mithin, dass sowohl die Entlastung als auch die mit dieser einhergehende Präklusionswirkung eine ordnungsgemäße Rechenschaftslegung der Geschäftsführung voraussetzt, so dass nur solche Ansprüche präkludiert werden, die für das entlastende Organ aufgrund der Rechenschaftslegung der Geschäftsführung samt allen zugänglich gemachten Unterlagen erkennbar waren. Diesbzgl. lässt sich VW noch die Hintertür offen, indem betont wird, dass die Empfehlung nach derzeitigem Wissensstand erfolgt.

Die Erteilung der Entlastung ist allerdings rechtswidrig und damit anfechtbar, wenn das Organmitglied schuldhaft schwere Pflichtverletzungen, insbesondere schwerwiegende Satzungs- oder Gesetzesverstöße, begangen hat. Deswegen betont VW wahrscheinlich auch, dass es keine Hinweise auf schwerwiegende Pflichtverletzungen gibt.

Zu guter letzt hat der VW-Aufsichtsrat sich die ARAG-Garmenbeck-Entscheidung (Urteil. v. 21.04.1997, Az.: II ZR 175/95) vergegenwärtigt – so gesehen hat VW mit dem ehemaligen BGH-Richter Prof. Wulf Goette auch den passenden Gutachter – und hat eine Abwägung vorgenommen, die sich am Unternehmensinteresse orientiert.

Kommt der Aufsichtsrat zu dem Ergebnis, daß sich der Vorstand schadenersatzpflichtig gemacht hat, muß er aufgrund einer sorgfältigen und sachgerecht durchzuführenden Risikoanalyse abschätzen, ob und in welchem Umfang die gerichtliche Geltendmachung zu einem Ausgleich des entstandenen Schadens führt. Gewissheit, daß die Schadenersatzklage zum Erfolg führen wird, kann nicht verlangt werden. Stehen der AG nach dieser Prüfung durchsetzbare Schadenersatzansprüche zu, hat der Aufsichtsrat diese Ansprüche grundsätzlich zu verfolgen. Davon darf er nur dann ausnahmsweise absehen, wenn gewichtige Gründe des Unternehmenswohls dagegen sprechen und diese Umstände die Gründe, die für eine Rechtsverfolgung sprechen, überwiegen oder ihnen zumindest gleichwertig sind.

Die Entwicklung von Transaktionsversicherungen (POSI, W&I etc.) in Deutschland

Beitrag von Sebastian Klapper in phi 02/2016

Transaktions-Versicherungen in Deutschland sind im Begriff ein fester Bestandteil der Wertschöpfungskette eines Industrie-Versicherers und -Maklers zu werden.

Durch den generellen Anstieg der Marktaktivitäten im M&A-Umfeld und dem gestiegenen Bedarf von Unternehmen und deren Managern nach passenden Absicherungsmöglichkeiten, haben sich die Versicherungskonzepte in Deutschland zum Vorteil der Versicherungseinkäufer weiterentwickelt.

Vollständiger Beitrag: Aufsatz

Freisprüche für Deutsche Bank Vorstände

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie die ehemaligen Vorstandsmitglieder Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck haben sich nicht wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch strafbar gemacht. Das urteilte das Münchner Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München die Unwahrheit gesagt zu haben, um die Deutsche Bank vor Schadensersatzzahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch zu bewahren. Für Ackermann und Breuer hatte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße.

Angesichts der Betrugsvorwürfe habe nach Ansicht des Gerichts aber durchaus Anlass für die Ermittlungen und für das Gerichtsverfahren bestanden. Die Rechtsabteilung der Deutschen Bank habe sich verdächtig verhalten. Aus Angst vor Durchsuchungen seien Dokumente ausgelagert worden. Die Tatvorwürfe haben sich nicht bestätigt“, sagte Richter Noll in der Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

4. DVS Fachtagung: Cyber-Versicherung und Financial Lines

Dr. Stefan Steinkühler referierte auf der 4. DVS Fachtagung Cyber-Versicherung und Financial Lines am 19. April 2016 in Köln zum Thema „Vertrauensschadenversicherung – unterschätzt, überschätzt und überraschend“. Hierbei ist er neben aktuellen Markttrends auch auf VSV-Schadenfälle eingegangen, bei denen für den Versicherungsnehmer das Schadenregulierungsverhalten des Versicherers „überraschend“ war.

Die VSV ersetzt in der Regel nur den unmittelbaren Schaden. Mangels einer gesetzlichen Definition existiert keine klare Abgrenzung zum sog. mittelbaren Schaden. Hier entstehen oft langwierige Diskussionen mit dem Versicherer. Oft erheben diese auch den Einwand der grobfahrlässigen Schadenherbeiführung nach § 81 Abs. 2 VVG, indem der Versicherungsnehmerin vorgehalten wird, nicht alle erforderlichen Organisationsmaßnahmen implementiert zu haben, um den Schadeneintritt zu verhindern. Letztlich kann aber dann daraus schnell ein D&O-Schaden werden, wenn dem dafür verantwortlichen Organmitglied ein Organisationsverschulden vorgeworfen werden kann.

Hier finden Sie den kompletten Vortrag – es gilt, wie immer, das gesprochene Wort!

Link(s):
4. DVS Fachtagung Cyber-Versicherung und Financial Lines

Vortrag VSV

BGH entscheidet bei D&O-Versicherung zugunsten der Rechtssicherheit

Im Rahmen von zwei BGH-Entscheidungen (Az. IV ZR 304/13 und IV ZR 51/14 v. 13. April 2016) hat das oberste Zivilgericht für Rechtssicherheit im Umgang mit der Schadenabwicklung von D&O-Versicherungen gesorgt und damit zwei viel diskutierte Berufungsurteile des OLG Düsseldorf gekippt.

Die Richter am BGH haben nach Auskunft der Kanzlei Wilhelm klargestellt, dass für den Eintritt des Versicherungsfalls in der D&O-Versicherung die schriftliche Inanspruchnahme ausschlaggebend ist. Eine darüber hinaus im Innenhaftungsfall vom geschädigten Versicherungsnehmer darzulegende „Ernstlichkeit“ seiner Inanspruchnahme des Managers ist demnach nicht erforderlich.

Zudem bestätigte der BGH, dass es zulässig ist, wenn der Manager seinen Freistellungsanspruch gegen den D&O-Versicherer an das ihn in Anspruch nehmende Unternehmen abtritt. Die Zulässigkeit wurde zwar auch in dem Urteil des OLG Düsseldorf angedeutet, aber nur im Rahmen einer Anmerkung.

Anmerkungen FINLEX:
Die Urteile haben in der Tat große Praxisrelevanz.
Seit dem Urteil des OLG Düsseldorf wurde vielfach diskutiert, wann denn eine Inanspruchnahme des Organmitglieds durch sein Unternehmen „ernstlich“ sei. Diese Unbestimmtheit hat ebenso für viel Verwirrung gesorgt, wie die Vorgehensweise des Gerichtes, ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal zusätzlich zu den an sich eindeutigen D&O-Versicherungsbedingungen zu fordern.

Letztlich wurde endlich der Wille des Gesetzgebers im Rahmen der VVG-Reform 2008 auch für die D&O-Versicherung umgesetzt, wonach der geschädigte Dritte (Unternehmen und Versicherungsnehmerin) zukünftig den Haftpflichtversicherer im Fall einer erfolgten Abtretung nach § 108 VVG direkt in Anspruch nehmen kann. Der Freistellungsanspruch des Versicherungsnehmers wandelt sich, wenn der Manager den Anspruch abgetreten hat, insoweit in einen Zahlungsanspruch des geschädigten Dritten gegen den Versicherer um. Der Manager ist dann auch nicht mehr Partei des Verfahrens, sondern kann gfs. als Zeuge angehört werden. Der Haftpflichtanspruch kann dann nur inzident im Rahmen der Direktklage überprüft werden. Ob dabei dann auch die Beweislastregelung des § 93 Abs. 2 AktG anwendbar ist, ist noch nicht gerichtlich geklärt und im Schrifttum umstritten.

Deutsche Bank einigt sich mit Ex-Chef Breuer auf Schadenzahlung

Es war wohl eines der teuersten Interviews aller Zeiten: Für seine umstrittenen Äußerungen über die Kirch-Gruppe wird der Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer über EUR 93 Millionen an seinen alten Arbeitgeber zahlen.

Breuer hatte im Februar 2002 in einem Fernsehinterview mit Bloomberg TV öffentlich die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe angezweifelt. Zwei Monate später war der Medienkonzern insolvent und Firmengründer Leo Kirch machte Breuer dafür verantwortlich. Nach mehrjährigen und verschiedensten Prozessen zahlte die Bank den Kirch-Erben in einem Vergleich EUR 928 Millionen.

Breuer und die Bank einigten sich vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung auf einen Vergleich. Danach zahlt Breuer von den EUR 93 Millionen EUR 3,2 Millionen Schadensersatz aus eigener Kasse an seinen ehemaligen Arbeitgeber. Die Summe entspricht zufolge der Einladung zur Hauptversammlung dem dreifachen Jahresgrundgehalt, welches der Manager als Vorstandschef bekam.

Die restlichen EUR 90 Millionen werden von mehreren D&O-Versicherern gezahlt. Eigentlich beläuft sich der Regulierungsbetrag auf rund EUR 100 Millionen, die Bank trägt aber nach eigenen Angaben einen Selbstbehalt in Höhe von EUR 10 Millionen. Die Aktionäre der Deutschen Bank müssen auf der Hauptversammlung am 19. Mai unter TOP 10 dem Vergleich zustimmen.

Anmerkungen FINLEX:
Ob der Vergleich, der am Ende „nur“ 10% des Unternehmensschadens kompensiert, als ein „guter“ zu bewerten ist, kann von außen kaum bewertet werden, da sowohl haftungs- als auch versicherungs- bzw. deckungsrechtliche Komponenten zu berücksichtigen sind.

Der Fall zeigt aber, wie lange sich die Klärung einer Haftungsfrage hinziehen kann, wie viele Instanzen bis dahin notwendig sind und welche hohen Rechtsverteidigungskosten für alle Beteiligten anfallen können.  Vor allem die versicherte Person als Betroffene braucht Geduld und Durchhaltevermögen. Denn die Konfrontation mit einer derartigen Schadensumme birgt auch bei einem Top-Manager die Gefahr des persönlichen Ruins. Vorliegend haben sich die Parteien aber geeinigt. Interessanterweise folgt hier nicht wie normal die Versicherungsdeckung der Haftung, sondern Haftung und Deckung bilden eine Art Schicksalsgemeinschaft! Denn Bestandteil des Vergleichs ist auch die bereits erfolgte, unter Vorbehalt stehende Einigung mit den D&O-Versicherern.

Und insofern gilt auch bei dem „geschnürten Gesamtpaket“ der Gedanke des ARAG/Garmenbeck-Urteils (BGH Urteil vom 21.04.1997, Az.: II ZR 175/95) als erfüllt, dass „die Gesellschaftsinteressen und -belange, die es geraten erscheinen lassen, keinen [weiteren] Ersatz des der Gesellschaft durch den Vorstand zugefügten Schadens zu verlangen, die Gesichtspunkte, die für eine [erfolgreiche] Rechtsverfolgung sprechen, überwiegen oder ihnen zumindest annähernd gleichwertig sind.“

Absturz kurz nach Börsengang: Steilmann ist insolvent

Nur wenige Monate nach dem Sprung auf das Parkett ist der Modehersteller Steilmann insolvent. Die ebenfalls zu Steilmann gehörenden Adler-Modemärkte sind wohl nicht betroffen. Bislang erfolgversprechende Sanierungsverhandlungen hätten nach Ausführungen des Managements nicht zum Ziel geführt.
Die Steilmann-Aktie brach gleich in den ersten Handelsminuten ein und fiel bis auf EUR 0,29, ein Kursverlust von annähernd 90 Prozent. Auch die drei Steilmann-Anleihen dürften erheblich unter Druck geraten.

Erst im November 2015 unternahm Steilmann den Sprung auf das Parkett – mit einem Fehlstart. Steilmann wollte ursprünglich knapp EUR 100 Millionen über den Börsengang einnehmen, um das geplante Wachstum zu finanzieren und die Mehrheit an der börsennotierten Modekette Adler zu übernehmen. Doch die Nachfrage nach Steilmann-Aktien war schwach und das Unternehmen musste sich mit EUR 8,8 Millionen begnügen. Man zog die Börsennotiz dennoch durch, um sich „strategische Optionen“ offen zu halten.

Nun stellt sich die Frage, ob die finanzielle Situation nicht damals schon erkennbar gewesen ist. Mitte Dezember hatten sowohl Steilmann wie auch Adler ihre Prognosen kassiert und begründeten die Gewinnwarnungen mit den schwachen Geschäften infolge des milden Winterwetters.

Anmerkungen FINLEX:
Anleger werden sich aufgrund der jüngsten Entwicklungen und den verheerenden Kursverlusten sicherlich den damaligen Börsenprospekt auf mögliche Falschangaben genauer anschauen und entsprechende Ansprüche prüfen. Ob eigens für den IPO bzw. die Anleihen eine Prospekthaftungs-Versicherung abgeschlossen wurde, kann bei dem geringen Emissionsvolumen und den schlechten Vorzeichen nicht unterstellt werden. Ebenfalls wird aber der Insolvenzverwalter die damaligen Geschehnisse im Rahmen möglicher Schadenersatzansprüche gegen das Management untersuchen. Hoffentlich ist dieses durch eine ausreichende D&O-Versicherung abgesichert.

Ex-Vorstand soll Krankenkasse EUR 4,6 Millionen zahlen

Die Dortmunder Krankenkasse BIG hat vom OLG Hamm einen Schadensersatzanspruch iHv EUR 4,6m gegen einen ehemaligen Vorstand zugestanden bekommen. Nach Ansicht des Gerichts hatte der Manager 2009 gegen seine Dienstpflichten verstoßen und mit 4000 Quadratmetern zu viele Büro- und Nebenflächen angemietet. Das ging nach Ansicht des Gerichts über mehrere Jahre am Bedarf der gesetzlichen Krankenkasse vorbei. Die Urteilsgründe liegen noch nicht vor (Az.: 27 U 36/15). Eine D&O-Versicherung soll bestehen.

Anmerkungen FINLEX:
Gerade bei den gesetzlichen Krankenkassen kommt es aufgrund von spezialgesetzlichen Regelungen des Öfteren zu einer verschärften Organhaftung als es „normale“ Organmitglieder aus der Privatwirtschaft kennen, z.B. §§ 69 SGB IV, 12 Abs. 3 S. 3, 106 Abs. 4b, 175 Abs. 2a SGB V.

Zudem ist auch die Pflicht zur Inanspruchnahme von Vorständen gemäß § 76 SGB IV mit einer abschließenden Aufzählung der Verzichtsgründe schärfer als im Aktienrecht (ARAG/Garmenbeck).

Freispruch für ehemalige Porsche-Vorstände

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter sind vom Stuttgarter Landgericht vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen worden. In dem Strafprozess ging es um die juristische Aufarbeitung der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen 2008.

Die Staatsanwaltschaft hatte Wiedeking und Härter vorgeworfen, ihre Pläne verschleiert oder über diese nur mangelhaft informiert zu haben. „An den Vorwürfen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist nichts dran, nichts – weder vorne, noch hinten, noch in der Mitte“, sagte der Vorsitzende Richter Frank Maurer in seiner Urteilsbegründung.

Fraglich war, wann der Beschluss zur 75-Prozent-Übernahme von VW fiel – laut Staatsanwaltschaft schon Anfang März, laut Wiedeking und Härter erst Ende Oktober. Zwischen den beiden Zeitpunkten hatte Porsche in Pressemitteilungen und Statements mehrfach beteuert, VW nicht beherrschen zu wollen.

FBB-Debakel: Rechnungshof empfiehlt erneute Prüfung von Regressansprüchen

Obwohl bereits eine Entlastung durch die Gesellschafter des immer noch im Bau befindlichen Flughafens Berlin/Brandenburg (FBB) gegenüber den Aufsichtsräten damals im Oktober 2013 für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 erfolgte, empfiehlt der brandenburgische Landesrechnungshof die erneute Prüfung von Regressansprüchen. Im Aufsichtsrat des FBB saßen seinerzeit unter anderen der damalige Berliner Regierungschef Klaus Wowereit und der damalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD).

Die GmbH kann Ansprüche gegen ihre Organmitglieder, die im Entlastungszeitraum entstanden sind und deren Existenz bei sorgfältiger Prüfung erkennbar war oder auf Grund privater Kenntnis aller Gesellschafter bekannt war, grundsätzlich nicht mehr geltend machen (BGH NJW 1986, 129). Die Erteilung der Entlastung ist allerdings rechtswidrig und damit anfechtbar, wenn das Organmitglied schuldhaft schwere Pflichtverletzungen, insbesondere schwerwiegende Satzungs- oder Gesetzesverstöße, begangen hat.

Der Landesrechnungshof stellt fest:
„Insgesamt stellte das Haftungsprüfungsverfahren [der damals beauftragten Rechtsanwaltskanzlei] in Konzeption, Durchführung und Ergebnis keine geeignete Grundlage für eine umfassende und objektive Beurteilung von Pflichtverletzungen der FBB-Organmitglieder dar. Zu zahlreich und bedeutend waren die formalen, aber auch inhaltlichen Mängel.“
Die Versäumnisse des Aufsichtsgremiums beim BER seien vielfältig und umfangreich. Dabei sei gerade beim BER mit seinen Problemen eine „verschärfte Sorgfaltspflicht“ zwingend erforderlich gewesen, so der Hof.
Stattdessen tagte das Gremium so wenig wie möglich – nur vier Mal im Jahr, das gesetzliche Minimum. Stattdessen kümmerte es sich im Grunde nicht um die Überwachung, um das Interne Kontrollsystem (IKS) und Risikomonitoring System (RMS), also um alles, wo Probleme hätten erkannt werden können.
„Es gibt deutliche Hinweise, dass der Aufsichtsrat, insbesondere dessen Finanz- und Prüfungsausschuss, seine gesetzliche Pflicht zur Überwachung der Wirksamkeit des IKS/RMS im Betrachtungszeitraum Juni 2010 bis Februar 2013 nicht mit der gebotenen Sorgfalt erfüllt hat.“ Und: „Das über Jahre hinweg problembehaftete IKS/RMS der FBB dürfte eine wesentliche Rolle für die Terminverschiebungen und Kostensteigerungen beim Bauvorhaben BER gewesen sein. Die diesbezügliche Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrates (…) war nicht angemessen.“
„Nachfragen aus dem Aufsichtsrat waren unter dem Tagesordnungspunkt Risikomanagement nur selten protokolliert.“ Stattdessen habe sich der Aufsichtsrat „auf die einfache Entgegennahme von Berichten der Geschäftsführung beschränkt“. Oder: „Das mangelnde Problembewusstsein des Aufsichtsrates zeigte sich auch darin, dass dieser ausweislich der Sitzungsprotokolle auf Nachfragen und intensive Erörterungen mit den Abschlussprüfern verzichtete, obwohl aus deren Prüfberichten für 2010 und 2011 erhebliche Mängel im Risikomanagement der FBB erkennbar waren.“

Die Ergebnisse des Gutachtens sind bereits auch auf das Interesse der Staatsanwaltschaft Cottbus gestoßen. „Wir werden prüfen, ob es Anhaltspunkte für eine Straftat gibt“, sagte Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum. Dabei könne es um beteiligte Firmen, die Flughafengesellschaft, aber auch Aufsichtsratsmitglieder gehen.
(https://www.rbb-online.de/politik/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/2016/02/rechnungshof-pruefbericht-ber-geheim-oeffentlich.html)

Anmerkungen FINLEX:
Auch bei diesem Haftungsfall zeigt sich das bei öffentlichen Unternehmen immanente Spannungsverhältnis zwischen politischen Interessen und gesellschaftsrechtlicher Verantwortung. Für „politische“ Mandatsträger bzw. Organmitglieder gelten dieselben Haftungs- und Enthaftungsnormen wie in der Privatwirtschaft. Zwar gibt es zu deren Schutz auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene oft auch Freistellungsansprüche gegen die entsendende Organisation, die greifen aber in der Regel nur bei fahrlässigem Handeln, z.B. § 48 BeamtenStG und nur dann, wenn die Haftung auch feststeht. Zu aller erst sollte sich die in Anspruch genommene Person jedoch adäquat gegenüber den geltend gemachten Ansprüchen verteidigen können. Dies gewährleistet für strafrechtliche Ermittlungen die Strafrechtsschutz-Versicherung und für zivilrechtliche Ansprüche die D&O-Versicherung, die zudem bei grob fahrlässig verursachten Schäden diese ausgleicht.

DFB fordert EUR 6,7 Millionen von Ex-Vize des WM-Organisationskomitees

Im Skandal um die WM-Vergabe fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) von Fedor Radmann, dem früheren Vizepräsidenten des WM-Organisationskomitees, die Zahlung von EUR 6,7 Millionen mit einer Zahlungsfrist von 20 Tagen.

Der Betrag entspricht der Summe, die der DFB vor der Weltmeisterschaft 2006 auf ein Konto des Weltverbands Fifa überwiesen hatte. Das Geld sollte zur Rückzahlung eines Darlehens des früheren und inzwischen verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus verwendet werden.

Zuvor hatte der DFB Güteanträge bei der öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg eingereicht. „Der DFB hat die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um eine etwaige Verjährung von Ansprüchen des gemeinnützigen Verbandes zu verhindern“, teilte der Verband mit. Die Anträge richten sich gegen den früheren Organisationskomitee-Chef Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, den weiteren früheren OK-Vize Fedor Radmann, den Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die Fifa. In der Schweiz geschieht dies durch das sogenannte Betreibungsverfahren, durch das eine Verjährung von Ansprüchen verhindert wird.

Zudem ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Sollte dem DFB wegen der WM-Affäre rückwirkend die Gemeinnützigkeit für das Jahr 2006 aberkannt werden, wird der Gesamtschaden auf bis zu EUR 25 Millionen geschätzt.

Anmerkungen FINLEX:
Eine Strafrechtsschutz-Versicherung könnte hier den Beschuldigten zur Seite stehen. Der Versicherer übernimmt die Kosten im Zusammenhang mit einer notwendigen Rechtsverteidigung, wenn einer versicherten Person die Verletzung von Vorschriften des Straf- oder Ordnungswidrigkeitenrechts vorgeworfen wird.

Ob eine D&O-Versicherung wiederum einen Teil des Schadens zugunsten des Verbandes übernimmt, könnte daran scheitern, dass die zur Zeit im Fokus stehenden Herren wohlmöglich vorsätzlich bzw. wissentlich eine Pflicht verletzt haben. Zu deren Gunsten müsste die D&O-Versicherung allerdings so lange die Kosten zur Abwehr des Anspruchs übernehmen, bis nach gängigen Versicherungsbedingungen der Vorsatz oder eine wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig festgestellt wurde.

Sollte dies der Fall sein, müssten die versicherten Personen, bei denen ein vorsätzliches Handeln festgestellt wurde, die erhaltenen Versicherungsleistungen bei beiden Versicherungsarten zurückerstatten.

Bemerkenswert ist hierbei, dass auch in dem sonst als „risikoarm“ eingestuften Verbands- und Vereinswesen eine wachsende Anspruchsmentalität bei etwaigen Pflichtverletzungen festzustellen ist. Die Vehemenz dieser Ermittlungen mag natürlich auch an der öffentlichen Bedeutung von „König Fußball“ bzw. dem politischen Umfeld liegen. Was im normalen Wirtschaftsleben bereits gängige Praxis ist, hat auch diesen Teil der deutschen Gesellschaft erreicht.

EUROFORUM Haftpflicht 2016

Sebastian Klapper hat beim EUROFORUM Haftpflicht / Financial Lines 2016 zum Thema Prospekthaftung referiert und die aktuellen Entwicklungen auf Haftungsebene sowie beim Risikotransfer mit Hilfe einer Prospekt-Versicherung beschrieben.

Maßgeblich für die Veränderungen waren die Gesetzesänderung, die 2012 inkraft getreten ist (Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler und Vermögensanlagenrechts), einige prägnante Schadenfälle der jüngeren Vergangenheit und der gestiegene Bedarf von Unternehmen und Organmitgliedern an einem umfassenderen Schutz im Kapitalmarktumfeld.

Die Entwicklung der Produkte beschreibt Klapper wie folgt: „Die Produkte entwickeln sich von einer Prospekt-Versicherung des Emittenten hin zu einer „Börsengangs-Versicherung“ bzw. umfangreichen „Projekt-Versicherung“, bei der mehrere Interessengruppen vom dem Schutz partizipieren können.“

Link(s):
EUROFORUM Haftpflicht 2016

Zulassung zum Syndikusrechtsanwalt ab 1. Januar 2016

Der Gesetzentwurf zur Neuordnung des Rechts der Syndikusrechtsanwälte wurde am 17.12.2015 durch den Bundestag und einen Tag später durch den Bundesrat verabschiedet. Nach Ausfertigung und Verkündung durch den Bundespräsidenten wird das Gesetz zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Das Gesetz beendet den vom Bundessozialgericht (BSG) in seinen Entscheidungen aus 2014 geschaffenen Schwebezustand für die Unternehmensjuristen. Es ändert die Bundesrechtsanwaltsordnung (§§ 46 ff. BRAO) und schafft Übergangsvorschriften im Sozialrecht (Änderung des § 231 SGB VI). Neben dem Syndikusrechtsanwalt wird der Syndikuspatentanwalt geschaffen.

Volljuristen, die anwaltlich bei einem nichtanwaltlichen Arbeitgeber (Unternehmen, Verein/Verband) arbeiten, können sich als solcher zulassen lassen. Diese Zulassungsmöglichkeit gibt es zukünftig neben und mit der Zulassung als „freier“ – nicht arbeitgebergebundener – Rechtsanwalt. Ein Volljurist kann also zukünftig nur Syndikusrechtsanwalt, nur Rechtsanwalt oder Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt sein.

Als Syndikusanwalt benötigt man für die Zulassung keine eigene Berufshaftpflichtversicherung (§ 46a Abs. 4 Nr. 1 BRAO). Die Haftung eines Syndikusrechtsanwalts richtet sich nach den allgemeinen Regeln des Zivil- und Arbeitsrechts.

Eine freie Rechtsanwaltstätigkeit ist daneben nur mit einer eigenen weiteren Zulassung als Rechtsanwalt (inkl. einer Vermögenschadenhaftpflichtversicherung) möglich. Dieser muss allerdings der Arbeitgeber wie bisher immer zustimmen, insbesondere erklären, dass die Anwaltstätigkeit jederzeit ausgeübt werden kann (unwiderrufliche Freistellungserklärung).

Wichtig ist die neue Verknüpfung zwischen Berufsrecht und Sozialrecht: Wer bestandskräftig von der zuständigen Rechtsanwaltskammer als Syndikusrechtsanwalt zugelassen wird, dem ist auf Antrag (nicht jeder Syndikusrechtsanwalt will in das Versorgungswerk) auch die sozialrechtliche Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der anwaltlichen Versorgungswerke zu gewähren. Eine eigene Prüfungsmöglichkeit der Deutschen Rentenversicherung Bund gibt es nicht mehr.

Mit der Zulassung als Syndikusrechtsanwalt darf er dann auch im Umfang des neuen § 46c BRAO den Arbeitgeber bzw. bei Verbänden und Vereinen deren Mitglieder beraten und vertreten.

D&O und Cyber

Die zunehmenden Cyber-Risiken stellen nicht nur die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Sie bergen zunehmend auch für deren Geschäftsleiter persönlich finanzielle Haftungsgefahren. Darauf wurde beim „8. International Insurance Day“ der Kanzlei Taylor Wessing aufmerksam gemacht.

Bei Schadenfällen, z.B. der Verletzung von Datenschutzvorschriften und der nicht unverzüglichen Selbstanzeige an die Aufsichtsbehörde, sind Tendenzen in Rechtsprechung und EU-Gesetzgebung erkennbar, wonach die durchaus drastischen Strafen keinesfalls mehr alleine die Unternehmen treffen. Vielmehr wachse das Risiko sowohl in der Innen- als auch in der Außenhaftung auch für alle Geschäftsleiter ganz persönlich.

Bei einer Pflichtverletzung drohe nach dem Entwurf der EU-Datenschutz-GrundVO, deren endgültige Ausformulierung noch in diesem Jahr erfolgen soll und die ohne Umsetzung in nationales Recht unmittelbar EU-weit gilt, Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von zwei bis fünf Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Oder – je nachdem, welcher Betrag höher ist – eine Strafe von bis zu EUR 100 Millionen. Derzeit liegt der Höchstbetrag bei EUR 300.000! Es ergibt sich also ein signifikantes finanzielles Risiko, das mit demjenigen bei Kartellrechtsverstößen vergleichbar ist.

s. vollständigen Artikel im Versicherungsjournal

Verstärkung mit Dr. Stefan Steinkühler

Dr. Stefan Steinkühler komplettiert als Gesellschafter und Beirat das Gründerteam von FINLEX. Er ist Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Versicherungs- und Haftungsrecht.

Er verfügt über langjährige Erfahrungen in der Versicherungswirtschaft und ist ein national sowie international erfahrener Experte für Financial Lines. Neben der mehrjährigen Leitung des Geschäftsbereichs Financial & Professional Services bei einem international agierenden Großmakler war er bereits mehrere Jahre als Rechtsanwalt in Düsseldorf tätig und bearbeitete den Bereich der Industrieversicherung. Zu seinen Mandanten gehörten auch Versicherungsmakler.

Vorsatz oder nicht in der IPO-Versicherung?

Drei ehemalige Sky-Manager, unter Ihnen Ex-Premiere-Chef Georg Kofler, werden von ihrem Unternehmen für Fehler im Zug eines Börsenganges 2005 und einer Kapitalerhöhung 2007 persönlich in Anspruch genommen. Sky fordert vor dem OLG München von den Managern und der Allianz Euro 15 Mio. Sky hatte zur Absicherung des Börsengangs eine sog. IPO-Versicherung abgeschlossen, die, anders als die D&O-Versicherung, Risiken aus der Prospekthaftung vollumfänglich abdecken kann.

Die Allianz wertet das Verhalten der ehemaligen Vorstände im Zusammenhang mit angeblich falschen Abonnentenzahlen im Börsenprospekt allerdings als vorsätzliche Pflichtverletzung und verweigert daher die Zahlung. Der Vorsitzende Richter hat jetzt laut Börsen-Zeitung einen Vergleich vorgeschlagen: 15 Prozent der Euro 15 Mio. sollen gezahlt werden.

Bis zum 25. November haben die Parteien Zeit, sich den Vergleichsvorschlag zu überlegen. Andernfalls müsste geklärt werden, ob überhaupt eine Kausalität von Zahlen im Prospekt und Schaden für Aktionäre hergestellt werden kann.

http://versicherungswirtschaft-heute.de/politics/sky-will-15-mio-von-allianz-und-ex-managern/

VW und der D&O-Schaden in spe

Der Skandal um die Manipulation der Abgaswerte durch VW könnte sich zu einem der medienwirksamsten D&O-Schadenfälle der letzten Jahre entwickeln. Erste Presseberichte befassen sich bereits mit potentiellen Ansprüchen gegen Organmitglieder bei VW und einem möglichen Schutz durch die D&O-Versicherung.

(z.B. http://www.reuters.com/article/2015/09/23/usa-volkswagen-insurance-idUSL5N11T42R20150923 sowie http://versicherungsmonitor.de/2015/09/vw-do-schaden-droht/)

Die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der mutmaßlichen Verantwortlichen ist sicher nicht von der Hand zu weisen, so dass die Versicherer, nicht zuletzt auch wegen des hohen US-Exposures, sich auf den potentiell größten D&O-Schadenfall der letzten Jahre vorbereiten müssen. Die Frage, ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht, ist noch nicht klar. Der Fall ist jedoch für den hiesigen D&O-Markt so bedeutend, dass wir ihn nicht unkommentiert lassen möchten. Nachfolgend finden Sie unsere grundsätzliche Einschätzungen und Prognosen.

  • In den USA werden in der Regel sowohl das betroffene Unternehmen als auch das verantwortliche Organmitglieder gesamtschuldnerisch verklagt. Anders als bei einer typischen, deutschen (Mittelstands-) D&O-Police können solche Drittansprüche bei internationalen Großkonzernen auch gegen das Unternehmen selbst über die D&O-Versicherung ausnahmsweise gedeckt sein. Nur so lassen sich in der Praxis auch die Anwaltskosten vernünftig abrechnen, ohne eine haarspalterische Allokation zwischen Unternehmen und versicherter Person vorzunehmen.

Aktualisierung Februar 2016:
Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller soll in den USA persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. Müller ist Beklagter in drei Sammelklagen, die am 22.02.2016 beim zuständigen Bezirksgericht in San Francisco eingereicht wurden.
In den Klagen geht es zumeist um Vorwürfe wegen Betrugs, Vertragsbruchs, irreführender Werbung und Wettbewerbsverzerrung. Außer zahlreichen US-Autobesitzern klagen auch Vertragshändler von VW und andere Autohäuser, die sich als Opfer des Skandals sehen.
Gegen Müllers Vorgänger als VW-Chef, Martin Winterkorn sind bereits vor Längerem entsprechende Klagen eingereicht worden, ebenso gegen den Amerikachef des Konzerns, Michael Horn. Beide sind auch in den neuen Klagen erneut Beklagte. Insgesamt liegen bereits Hunderte Sammelklagen in den USA vor, die gebündelt ins San Francisco verhandelt werden.

  • Die D&O-Versicherungen sind vom Bedingungswerk zurzeit sehr weit, d.h. es finden sich oft auch Deckungskomponenten in den Versicherungsverträgen, die bei einem hinreichenden potentiellen Schadenszenario vor der konkreten Inanspruchnahme eines Organs zumindest Rechtskosten zusichern (sog. vorbeugende Rechtskosten).
  • Es wird  ähnlich wie bei anderen US- bzw. internationalen Schadenfällen recht schnell zu ersten hohen Anwaltsrechnungen kommen, die in Gänze vermutlich mindestens den Primary (Grundvertrag in einem Versicherer-Konsortium) des D&O-Versicherungsprogramms im Rahmen der Abwehrkostenkomponente einer D&O-Versicherung verbrauchen könnten.
  • Da derzeit in mehreren Ländern bereits gegen VW ermittelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit von sog. „multiple securities class actions“ sehr hoch. Hier zahlt es sich aus, wenn der das Versichererkonsortium führende Versicherer bei der Abwicklung von internationalen D&O-Schadenfällen erfahren ist und entsprechende interne Ressourcen hat.

Aktualisierung März 2016:
278 institutionelle Großanleger – darunter der größte US-Pensionsfonds Calpers und die Sparkassen-Fondstochter Deka – verklagen VW auf Schadensersatz in Höhe von EUR 3,255 Milliarden. Bei den Vorwürfen geht es darum, ob der Konzern seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nachgekommen ist.

Aktualisierung Februar 2016:
Rund 60 000 europäische VW-Besitzer haben sich bislang einer Stiftung in den Niederlanden angeschlossen, die einen Vergleich mit VW erreichen will. Anders als Aktionäre eines Unternehmens haben Kunden in Deutschland keine Möglichkeit, ihre Ansprüche über Sammelklagen geltend zu machen. Stattdessen müsste jeder einzelne Kunde für sich klagen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI), eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation in Österreich, hatte in den Niederlanden deshalb die Stiftung „Volkswagen Car Claim“ gegründet. Die hochgerechnete Schadenssumme der angemeldeten Investoren beziffert sich auf ca. EUR 10m.

  • Theoretisch könnte ein US-Unternehmen auch die versicherte Person freistellen und dann selber den Anspruch mit dem Versicherer regulieren (sog. „company reimbursement“). In Anbetracht, dass die handelnden Personen möglicherweise eher auf der Täterbank als auf der Opferbank sitzen, dürfte davon auch aus taktischen Gründen nicht Gebrauch gemacht werden.

  • In der Regel wesentlich später – nach der Aufarbeitung der behördlichen und insbesondere strafrechtlichen Ermittlungen und etwaiger Drittansprüche – wird das Unternehmen einen Schlussstrich ziehen, die gesamten Schadenkosten (inkl. Strafen und Bußgelder) addieren und dann im Sinne von ARAG-Garmenbeck (BGH v. 21.04.1997, – II ZR 175/95) „compliancegerecht“ intern untersuchen, wer für den Schaden zumindest teilweise verantwortlich ist.
  • Und spätestens jetzt wird es für die versicherten Personen ernst, denn der Konzern wird aller Voraussicht nach (Regress-) Ansprüche gegen die versicherten Personen im Rahmen der Innenhaftung geltend machen müssen.
  • Abwehrkosten werden, sofern noch welche im Rahmen der Gesamtdeckungsstrecke des Konzerns vorhanden sind, für Verteidigungsmaßnahmen der versicherten Personen (Organmitglieder und Leitende Angestellte im deutschen Sinne oder aber „Directors“ und „Officers“ im angloamerikanischen Sinne) solange vom D&O-Versicherer bezahlt, bis der Vorsatz oder die wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig feststehen.
  • Eine Schadenzahlung durch die D&O-Versicherer wird vermutlich durch ein fahrlässiges Organisationsverschulden eines in der VW-Hierarchie „oben“ zu findenden Organmitgliedes begründet werden, welches zwar keine Kenntnis von der Manipulation der Abgastests hatte, jedoch bei genauerer Prüfung der Vorgänge diese hätte erkennen können und abstellen müssen.

Aktualisierung Februar 2016:
Bislang wurde vom damaligen Top-Management immer beteuert, man habe erst kurz vorher von den Manipulationen erfahren. Erst im September 2015 wurde der Fall in der Öffentlichkeit bekannt. Jetzt mehren sich die Hinweise, dass die VW-Spitze doch schon eher von den Manipulationen wusste: Haftungsrechtlich schlecht für das Top-Management, deckungsrechtlich gut für die D&O-Versicherer.

  • Die Diskussion, inwieweit der Regress von Strafen und Bußgeldern vom Unternehmen gegen Organe versicherbar ist, wird wieder entfacht. Der Fall zeigt, dass aufgrund der Unkalkulierbarkeit eines derartigen „Super-Gaus“ eine vollständige Versicherbarkeit nicht möglich ist und im Underwriting der Versicherer weiter zwischen internationalen Großrisiken und dem Mittelstand unterschieden werden wird.
  • Das Unternehmen, genauer gesagt die versicherte Person, erhält nur dann eine Zahlung vom Versicherer, wenn a) die Deckungssumme noch nicht verbraucht wurde, b) die in Anspruch genommene Person fahrlässig (auch grobe Fahrlässigkeit) gehandelt hat und c) der Versicherer aus aufsichtsrechtlichen Gründen auch an die betroffene Person ins Ausland zahlen darf (Stichwort: non-admitted countries).

Fazit:

Letztlich wird die Zahlung der D&O-Versicherer im Verhältnis zum Gesamtschaden bei VW ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ sein und nur ein im Verhältnis geringer Betrag regressiert werden können, da einerseits die am Markt verfügbare D&O-Deckungssumme per se für einen derartigen „Super-Gau“ zu gering ist, sie teilweise für Abwehrkosten aufgebraucht sein und andererseits für den nicht durch die D&O-Versicherung gedeckten Schaden, das Privatvermögen der verantwortlichen Manager nicht ausreichen wird. VW wird dies hingegen nach Meinung von Finanzexperten verkraften können. Treffen wird es auch die D&O-Versicherer: Die jährlichen Prämieneinnahmen der jeweiligen Versicherer werden mit einem solchen Versicherungsfall nahezu pulverisiert. Es wird interessant zu beobachten, wie die Versicherer darauf reagieren und die sog. Solidargemeinschaft definieren, innerhalb derer sie sanieren werden. Wird es zu einer Verhärtung des Marktes insgesamt kommen, wird man versuchen sich aus den (prestigeträchtigen) Programmen der Großindustrie zurückzuzeichnen oder wird man noch mehr die Flucht nach vorne in das sehr preisagressive Mittelstandsgeschäft suchen?

 

FINLEX beobachtet für Sie den Markt und wird Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informieren. Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an.

Maklerbroschüre: Bestände optimieren – Vertrieb stärken

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Versicherungsmakler sind heute gefordert, in einem dynamischen und von hohem Wettbewerb geprägten Markt ihre Kunden mit innovativen Ansätzen und flexiblen Strukturen stets von ihrer professionellen Arbeit zu überzeugen.

Die Financial Lines befinden sich derzeit in einer weichen Marktphase. Die Produktlebenszyklen sind kurz und die Prämien „im Keller“. Dies gilt insbesondere in der Managerhaftung (D&O Versicherung). Dennoch sind Financial Lines strategisch sehr wichtige Sparten – denn sie schützen den Manager und/oder das Unternehmen in sensiblen Situationen direkt.

Um auch in diesem Umfeld möglichst unabhängig und dennoch effizient Financial Lines betreuen zu können, stellt FINLEX seinen Kooperationsmaklern eine selbstentwickelte IT-Plattform exklusiv zur Verfügung. Diese ermöglicht es, die ganzheitliche Betreuung von allen Financial Lines – immer dann, wenn Kunden zeitnah mit qualitativ hochwertigen Lösungen versorgt werden müssen. Des Weiteren unterstützt FINLEX bei komplexeren Themen, von der Vertrauensschadenversicherung (VSV/Crime) oder großen internationalen D&O Versicherungsprogrammen bis hin zu Transaktionsversicherungen (W&I-Versicherungen) und Kapitalmarktversicherungen (IPO/POSI-Versicherungen) seine Kooperationsmakler auch direkt.

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Persönliche Haftung des Betriebsrats

Der Betriebsrat haftet grundsätzlich nicht als Organ für die Handlungen seiner Mitglieder. Mangels eigenen Vermögens könnten Dritte ohnehin keine Zahlungsansprüche gegen den Betriebsrat durchsetzen. Auch Haftungsansprüche gegeneines seiner Mitglieder sind an sich theoretischer Natur. In einer viel beachteten Entscheidung hat der BGH jedoch die Haftung der Betriebsratsmitglieder gegenüber einem Beratungsunternehmen grundsätzlich bejaht, wenn der Beratungsvertrag wegen Überschreitung der Mitbestimmungsrechte unwirksam ist.

Der Fall
Ein Betriebsrat hatte beschlossen, sich im Verfahren über einen Interessenausgleich von einem Beratungsunternehmen betriebswirtschaftlich beraten zu lassen. Zu diesem Zweck erteilte der Betriebsratsvorsitzende der Beratungsfirma – nach ordnungsgemäßer Beschlussfassung – einen Beratungsauftrag. Nachdem sich der Arbeitgeber in der Folge weigerte, die aus seiner Sicht überzogenen Honorarforderungen der Beraterfirma in Höhe von rund EUR 87.000 zu begleichen, verklagte diese sowohl den Betriebsrat als auch den Betriebsratsvorsitzenden und dessen Stellvertreter auf Zahlung. LG und OLG Frankfurt wiesen die Zahlungsklage mit der Begründung ab, dass eine persönliche Einstandspflicht der Betriebsratsvorsitzenden ausscheide und der Betriebsrat als Gremium vermögenslos sei. Damit gab sich die Beraterfirma nicht zufrieden und ging in Revision.

Die Entscheidung
Der BGH beurteilte die Rechtsfrage anders und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das OLG Frankfurt zurück. Ein Vertrag, den der Betriebsrat zu seiner Unterstützung mit einem Beratungsunternehmen schließe, sei nur insoweit wirksam, als die vereinbarte Beratung zur Erfüllung der Aufgaben des Betriebsrats erforderlich sowie das versprochene Entgelt marktüblich sei und der Betriebsrat daher einen Kostenerstattungs- und Freistellungsanspruch nach § 40 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) gegen den Arbeitgeber habe. Denn nur in diesem Umfang sei der Betriebsrat vermögens- und daher auch rechtsfähig. Die Grenzen des dem Betriebsrat bei der Beurteilung der Erforderlichkeit der Beratung zustehenden Spielraums seien im Interesse seiner Funktions- und Handlungsfähigkeit nicht zu eng zu ziehen. Werde diese Grenze vom Betriebsratsvorsitzenden bei Auftragserteilung überschritten, so sei der Vertrag unwirksam und der Betriebsratsvorsitzende könne insoweit gegenüber dem Beratungsunternehmen entsprechend den Grundsätzen des Vertreters ohne Vertretungsmacht im Sinne des § 179 BGB haften, es sei denn das Beratungsunternehmen kannte die mangelnde Erforderlichkeit der Beratung oder musste sie kennen.
BGH, Urteil vom 25.10.2012 (Az.: III ZR 266/11)

Bezug zur D&O-Versicherung
Aus diesem Grund wurde bei einigen D&O-Bedingungswerken der Betriebsrat auch als versicherter Personenkreis definiert, obwohl – zugegeben – diese Deckung an sich nichts mit dem Ursprung der D&O, der Absicherung der Geschäftsleitung – zu tun hat. Einige Kunden wollten jedoch dieses Deckungselement im Rahmen des „innerbetrieblichen Friedens“ oder einer „erweiterten Fürsorgepflicht“.