Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Dienstleister

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Dienstleister

Das Marktsegment der Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen für den „freien“ (nicht verkammerten) Dienstleistungssektor ist sehr heterogen. Geläufig ist dabei der Begriff der „Berufshaftpflichtversicherung“, im Englischen als „Professional Indemnity (PI)“ bekannt. Oftmals werden die Bezeichnungen „Professional Indemnity (PI)“ und „Errors & Omissions (E&O)“ inhaltsgleich verwendet.

Aufgrund der per se am Markt vorhandenen Vielfalt von Berufen, Dienstleistungen und Branchen, der nicht vorhandenen berufsrechtlichen bzw. berufsständischen Regelungen und der ständigen durch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen wie z.B. „Outsourcing“ geprägten Veränderung des Dienstleistungssektors lässt sich ein einheitlicher Versicherungsstandard kaum erkennen. Die Internationalisierung der Dienstleistungsunternehmen durch Übernahmen aus dem Ausland, dem Angebot grenzüberschreitender Dienstleistungen oder die Expansion ins Ausland mit eigenen Niederlassungen oder Tochtergesellschaften trägt ihren Teil dazu bei.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherer bieten für viele der Berufe, Dienstleistungen und Branchen Versicherungskonzepte an. Die überwiegende Anzahl der Produkte basiert auf den Allgemeinen Bedingungen zur Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (AVB), jeweils ergänzt um berufs- oder branchenbezogene Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen. Ergänzt werden können die Versicherungslösungen um bestimmte Bausteine, z.B. eine Büro-/Betriebshaftpflichtversicherung, den Einsatz des Internets oder (von einigen innovativen Versicherern angeboten) einen Cyber-Baustein. Unternehmen im „ freien“ (nicht verkammerten) Dienstleistungssektor, die eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung einkaufen, sind typischerweise:

  • Medienunternehmen (z.B. Werbeagenturen, Verlage, etc.)
  • IT-Dienstleister (z.B. Softwareentwickler, IT-Berater, etc.)
  • Unternehmensberater und/oder Interimsmanager
  • Immobiliendienstleister (z.B. Real Estate Asset Manager, Property Manager, etc.)
  • etc.

FINLEX bietet zur Zeit keine Vermögenschadenhaftpflichtversicherungen für Architekten und Ärzte an.

Meist werden die Versicherungsverträge in Form von Jahresverträgen abgeschlossen. Auch hier kann jedoch (ähnlich wie bei den verkammerten Berufen) unterjährig, z.B.aufgrund Anforderung des Auftraggebers, der Bedarf entstehen, eine auftragsbezogene (und. ggf. auftraggeberfinanzierte) Einzelversicherung („Objektdeckung“) abzuschliessen.

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht (privatrechtlichen Inhalts) des Versicherungsnehmers wegen eines bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit begangenen Verstoßes. Versichert ist in aller Regel ausschließlich die in der Risikobeschreibung angegebene Tätigkeit der Versicherungsnehmerin. Die Höhe der Versicherungssumme ist dabei grundsätzlich frei wählbar. Bei der Wahl der „passenden“ Versicherungssumme und etwaiger Maximierungen sind diverse Kriterien zu beachten, z.B. die durchschnittlichen Auftragsvolumina oder die regelmäßig vereinbarten vertraglichen Haftungsbegrenzungen.

Ein wichtiger Teilmarkt, die Unternehmensberatungs- und Interimsmanagementbranche, hat insbesondere in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Sanierungssituationen die Besonderheit, dass neben der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für die Beratungsleistung die Platzierung einer ergänzenden Objektdeckung, die Persönliche CRO-D&O-Versicherung, unter Umständen notwendig wird. Siehe hierzu: CRO D&O

Wer ist versichert?
Hier gilt es zu differenzieren, wer Versicherungsnehmerin ist. Handelt es sich um eine einzelne natürliche Person, so ist diese auch Versicherungsnehmerin. Bei juristischen Personen ist dies die Gesellschaft selbst. Dabei sind die für die Gesellschaft tätigen Mitarbeiter ebenfalls versichert.

Wer versichert?
Betrachtet man den gesamten Markt der Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen ist festzuhalten, dass  – bis auf wenige Anbieter auf Makler- und Versichererseite, die zumeist für ein kleines Klientel (Selbstständige mit keinen bzw. wenigen Mitarbeitern) moderne Versicherungsprodukte auf Internet-Plattformen anbieten – wenig Weiterentwicklung (vermeintlich notwendige Anpassung an bereits bestehende Bedarfe auf Kundenseite) und noch weniger Innovation und Bewegung stattfindet. Mangels Transparenz kaufen viele Kunden de facto durchschnittliche Konzepte ein, obwohl es deutlich bessere Ansätze, insbesondere bei auf dem deutschen Markt jüngeren Risikoträgern, gibt.

Der Anbietermarkt ist relativ groß. Erstzunehmen sind in etwa ein halbes Dutzend an Versicherern, wobei diese sich in der jeweiligen Zeichnungspolitik stark unterscheiden.