Garantieversicherung bei Unternehmenstransaktionen (Warranty & Indemnity – W&I)

Garantieversicherung bei Unternehmenstransaktionen (Warranty & Indemnity – W&I)

Der Markt für Unternehmenstransaktionen erlebt zur Zeit einen regelrechten Boom. Im Zuge dessen ist auch die Nachfrage nach Versicherungslösungen für M&A-Risiken in Form von Garantie- oder Gewährleistungsversicherungen (Warranty & Indemnity Insurances – W&I) in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Was ist versichert?
Bei der W&I geht es um die Absicherung von Vermögenseinbußen in Folge von Garantie- oder Gewährleistungsversprechen. Sowohl Käufer als auch Verkäufer einer Unternehmenstransaktion können grundsätzlich eine W&I abschließen, die insbesondere dann eingreifen soll, wenn sich ein vom Verkäufer abgegebenes Garantieversprechen als unrichtig herausstellt. Denn ist die vom Verkäufer abgegebene Garantie (bspw. im Hinblick auf die Richtigkeit von steuerlichen Vorgängen oder die Belastungsfreiheit von Geschäftsanteilen) fehlerhaft, haftet der Verkäufer dem Käufer grundsätzlich aus der vertraglichen Garantie. Versicherbar sind hauptsächlich unbekannte, durch Garantieversprechen abgedeckte Risiken. Vom Verkäufer und Käufer bekannte Risiken, wie üblicherweise Gegenstand von Freistellungen, sind nur in Ausnahmefällen versicherbar.

Besondere Unterformen der W&I sind dabei:

  • Tax Indemnity Insurance           Absicherung gegen unerwartete Steuereffekte
  • Litigation Buyout Insurance      Absicherung gegen anhängige oder drohende Rechtsstreitigkeiten
  • Environmental Insurance          Absicherung gegen Umweltrisiken
  • Special Situation Insurance      Absicherung gegen bekannte, bereits im Vorfeld identifizierte Risiken

Wer ist versichert?
Ist der Verkäufer Versicherungsnehmer, erwirbt er bei Haftung aufgrund einer fehlerhaften Garantie einen Anspruch gegen den Versicherer auf Freistellung von Haftungsansprüchen des Käufers.

Ist der Käufer Versicherungsnehmer, erwirbt er aufgrund einer fehlerhaften Garantie einen Anspruch gegen den Versicherer auf Ausgleich des entstandenen Schadens.

Die Warranty & Indemnity Insurance dient damit letztlich sowohl den Verkäufern- als auch den Käuferinteressenten, und zwar unabhängig davon, wer von beiden den Versicherungsvertrag abgeschlossen hat.

Wer versichert?
Eine Hand voll Versicherer bieten ihre Kapazität in Deutschland an. Mittlerweile haben die Versicherer auch die entscheidenden Underwriter in Deutschland, sodass zeitraubende Kommunikationswege über London überflüssig geworden sind. In der Vergangenheit ist der Risikotransfer oft daran gescheitert, dass eine Versicherungslösung von den Parteien meistens erst recht spät im Rahmen der M&A-Vorbereitung adressiert wurde und die Versicherer selber ein umfangreiches Underwriting wünschten. Insofern orientieren sich die Versicherer mittlerweile an den zugänglichen Informationen aus der Due Dilligence. Die Kosten einer W&I liegen im Durchschnitt etwa zwischen 0,9 und 2 % der Deckungssumme, wobei in letzter Zeit die Tendenz von sinkenden Versicherungsprämien erkennbar ist.