FINLEX bietet Unternehmen in 32 Branchen spezialisierte Policen an

Frankfurt. In einem Loft im Erdgeschoss eines Hinterhofhauses im Gutleutviertel liegt das Büro. Hier werden maßgeschneidert für große Konzerne Risiken eingeschätzt und in Versicherungspolicen gegossen. Von einem Team aus vier Gründern und zwei Mitarbeitern. Ob man sich da nicht fühle wie David neben Goliath? Sebastian Klapper, der Geschäftsführer des Insure-Tec-Start-up FINLEX, lacht: „Wir sind eben die Spezialboutique“, erklärt der 32-Jährige. „Wir versuchen, das Risiko des Kunden zu verstehen und den Versicherern zu vermitteln. Wir pflegen eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Versicherern.“

Worum es bei dem Start-up geht, sind Vermögenschaden-Haftpflichtversicherungen. Der Name FINLEX setzt sich zusammen aus dem Englischen Begriff „Financial Lines“, der diesen Bereich bezeichnet, und dem Zusatz „Experts“. Das „Lex“ zugleich auch „Recht“ bedeutet, sei ein Wortspiel, das den Gründern passend erschien, als sie sich vor zwei Jahren in die Selbstständigkeit wagten.

Denn in ihrer Arbeit geht es um Recht – um Abwehrkosten und Obliegenheiten, um Deckungsansprüche und die „Pflichten des ordentlichen Geschäftsmanns“. Denn worauf sich ihre „Boutique“ spezialisiert hat, sind Managerhaftpflicht- und sogenannte Cyber-Versicherungen.

In diesem Segment bieten die vier Gründer über 32 Branchen hinweg Industrieunternehmen spezialisierte Policen an – und das über eine Maklerplattform im Internet mittlerweile vollautomatisch. Ein Algorithmus sucht für den Makler, der seinem Kunden die passende Managerhaftpflicht vermitteln will, per Knopfdruck sechs mögliche Alternativen heraus, für Unternehmen bis zu 100 Millionen Euro Umsatz geht das innerhalb von Sekunden.

Dafür muss der Makler zuvor einige Risikomerkmale seines Kunden in der Plattform hinterlegen. Für größere Industriekunden geht der Service noch nicht vollautomatisch. Hier wollten die Versicherer oft einen Plausibilitätscheck haben, das dauere dann einige Tage. Die Bedingungen hat FINLEX zuvor mit den Versicherungsunternehmen ausgehandelt. Mit dabei sind Allianz, Gothaer, Axa und Zurich.

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Quelle: Frankfurter Neue Presse

Cyber-Versicherung: VSMA schließt Kooperation mit FINLEX

Die VSMA GmbH hat zur Cyberversicherung eine Kooperation mit der FINLEX GmbH geschlossen, mit dem Ziel, ein auf den Maschinen- und Anlagebau maßgeschneidertes Versicherungskonzept mit der Versicherungswirtschaft zu erarbeiten. Diese Cyber-Spezialversicherungslösung soll Anfang 2018 zur Verfügung stehen.
Die bislang auf dem Markt befindlichen Versicherungsleistungen erfassen nur teilweise die Bedürfnisse der Branche. Insbesondere die rasante Entwicklung von Industrie 4.0 und die damit einhergehenden Risiken aus der Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion kommen hierbei zu kurz. „Wir haben bei der Auswahl des Kooperationspartners besonders hohen Wert darauf gelegt, ein innovatives, auch im Bereich der Digitalisierung führendes Unternehmen zu finden“, berichtet Werner Döringer, Geschäftsführer der VSMA. Neben der besonderen Expertise bezüglich der Entwicklung von Versicherungsbedingungen zeichnet sich die Kooperation durch eine ausgewiesene Fachkompetenz im Bereich Cyber-Risiken und Cyber-Versicherungen aus.
Zur Erfassung der Anforderungen an eine Cyberversicherung hatten VDMA und VSMA eine Umfrage unter den VDMA-Mitgliedern durchgeführt. Diese ist Grundlage einer Studie, über die auf dem Maschinenbaugipfel im Oktober in Berlin berichtet wird. Gemeinsam wird VSMA mit FINLEX die Gespräche mit der Versicherungswirtschaft führen, um die maßgeschneiderte Versicherungslösung zu finden. Die Ergebnisse der Studie fließen ein.
Der mittelständische Maschinen- und Anlagebau gerät zunehmend ins Visier der Cyberkriminellen. Die Kriminalitätsraten in diesem Bereich steigen dramatisch an. Immer mehr Unternehmen erkennen dieses Risiko. Dennoch werden die wirtschaftlichen Folgen solcher Angriffe noch häufig unterschätzt.

Quelle: vsma.de

FINLEX auf dem GVNW-Symposium 2017

Dr. Stefan Steinkühler wird als Panel-Teilnehmer auf dem GVNW Symposium 2017 am 7. September 2017 in München das Forum „Vertrauensschaden – Vertrauen ist gut, Deckung ist besser“ durch einen Redebeitrag unterstützen und an der anschließenden Diskussion mitwirken.

Themen werden u.a. sein:

  • Zusammenspiel Vertrauensschaden (VSV)- und D&O-Versicherung
  • Einwand der grobfahrlässigen Schadenherbeiführung nach § 81 Abs. 2 VVG
  • Abgrenzung zwischen Cyber- und VSV-Versicherung, insb. bei sog. Fake-President-Schadenfällen

Das vollständige Programm des GVNW Symposiums 2017 finden Sie hier.

Fake-President: Verbrechen aus dem Netz

Wird durch die „Fake-President-Masche“ die Sicher­heits­lücke Mensch aus­ge­nutzt, und war der An­griff erfolg­reich, stellt sich die Frage, wer für den ent­stan­de­nen Schaden haftet und wie dieser möglicherweise versichert werden kann. In Frage kommen dabei direkte Absicherungsformen durch eine Vertrauensschaden- (VSV) und eine Cyber-Versicherung, aber auch die D&O-Versicherung im Rahmen eines Regresses gegen das verantwortliche Management.

Dr. Stefan Steinkühler und Kati Kunze behandeln diese Fragestellungen in dem DATEV-Magazin Ausgabe 09/2017.

Wachstumsmarkt Cyber – Versicherer noch im Beobachtermodus

von Dr. Nicolai Dördrechter, Geschäftsführer (CFO & COO), Policen Direkt GmbH

Der Markt für Cyber-Policen ist in Deutschland noch überschaubar, auf der Cyberlandkarte gibt es noch viel unentdecktes Land. Die KPMG-Prognose zum immensen Potenzial halte ich aber durchaus für realistisch. KPMG sieht den Markt für Cyberversicherungen in nicht einmal 20 Jahren bei mehr als 15 Mrd. Euro Jahresprämie. Zum Vergleich: Genauso viel macht derzeit das jährliche Prämienaufkommen in der Kfz-Versicherung aus. Auch der InsurTech Radar von Policen Direkt und Oliver Wyman zeigt, dass neue digitale Risiken ein sehr vielversprechendes Geschäftsfeld sind.

Selbst die Politik macht „Wirtschaftsschutz“ zur Chefsache. Mit diesem Slogan hat das Innenministerium angesichts der Cyber-Angriffe von „WannaCry“ und „Petya“ jüngst Alarm geschlagen . Dennoch hält sich die tatsächliche Nachfrage nach Cyberschutz bei Unternehmen bislang noch in Grenzen.

So fördert eine Umfrage des Company-Builders FinLeap große Wissenslücken auf der Unternehmensseite zutage. Kein Wunder, dass deren InsurTech-Experte Matthias Lange bei vielen Unternehmen eine gewisse Tatenlosigkeit feststellt. Kaum einer wisse, was Cyber-Risiken wirklich sind. Prävention und Krisenmanagement würden nicht adäquat auf der Unternehmens-Agenda gewürdigt.

Die Folge: die Durchdringungsquote bei der Cyberversicherung liegt bei aktuell neun Prozent und die Branche verhält sich entsprechend zurückhaltend. Im Moment vertreiben lediglich rund 15 Ver-sicherer Cyber-Produkte, der Rest ist noch in einem Beobachtermodus.

Dass der deutsche Cyber-Markt noch ineffizient ist, liegt nicht zuletzt auch in der Schwierigkeit der Risikobeurteilung. So urteilt Sebastian Klapper, Geschäftsführer des InsurTechs FINLEX, das auch als Spezialmakler für Cyber-Versicherungen agiert: „Weil die üblichen statistischen Modelle der Aktuare branchenübergreifende Kumulrisiken in Cyber nicht adäquat abbilden, haben Versicherer bei der Risikoprüfung im Underwriting sehr unterschiedliche Vorgehensweisen entwickelt.“ Diese Einschätzung teile ich. Prämienspreizungen von bis zu 300% für das gleiche Risiko bei identischem Deckungsumfang sind ein klares Indiz für einen noch intransparenten Versicherungsmarkt in den Kinderschuhen.

InsurTechs wie FINLEX und Gewerbeversicherung24 sind in der Position, kleineren und mittleren Maklern den Marktzugang zu erleichtern. Die zentrale Aufgabe: Ein möglichst passgenauer Versicherungsschutz für den Kunden und keine Haftungsfalle für den Makler. Mit vertriebsunterstützenden Maklerplattformen, Vergleichsrechnern und individuellen Deckungskonzepten können InsurTechs so helfen, das komplexe Geschäftsfeld Cyber gewinnbringend zu erschließen.

Fazit: Die Versicherungsbranche ist unter Zugzwang und muss mehr Produkte liefern. Die jüngst vom GDV vorgestellten unverbindlichen Musterbedingungen könnten für alle Beteiligten ein erster Vergleichsmaßstab auf dem Weg zu mehr digitaler Sicherheit für den Wirtschaftsstandort Deutschland werden, reichen aber nicht aus. Auch neue Datenschutzregeln, die 2018 in Kraft treten, könnten der Cyber-Versicherung zu einem weiteren Schub verhelfen. Denn mit der kommenden EU-Verordnung gehen deutlich strengere Meldepflichten für Cyber-Vorfälle und damit tendenziell häufigere Haftungsfälle einher. Versicherer haben grundsätzlich die besten Karten, den Cyber-Kuchen über neue Produkte unter sich aufzuteilen. Aber sie sind nicht alleine: InsurTechs sowie Unternehmen aus anderen Bereichen mit einem guten Kundenzugang wollen ihr Stück vom wachsenden Cybermarkt haben, mit weiteren Neugründungen ist daher auch in Deutschland rechnen. Meine Prognose: Privat- wie Gewerbekunden werden von dem Wettbewerb zwischen etablierten Versicherern und InsurTechs in Form von leistungsfähigen Produkten und begleitenden Dienstleistungen profitieren.

Weitere Details in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft 08/17 unter „Versicherer entdecken Neuland – Cyberpolicen auf dem Weg zum Wachstumsmotor für eine ganze Branche“

Cyber-Versicherung – ein schwieriger Markt für Makler und Firmen

Jedes vierte kleine oder mittelständische Unternehmen hat schon einmal einen Cyber-Schaden erlitten, lautet das Ergebnis einer forsa-Umfrage. So ist auch die Sensibilität der Firmen gegenüber des eigenen Cyber-Risikos gestiegen, die Nachfrage nach Cyber-Versicherungen steigt. Dr. Stefan Steinkühler von der FINLEX GmbH erklärt in seinem Gastbeitrag im Versicherungsboten, welche Hürden beim Abschluss einer solchen Versicherung zu überwinden sind: sowohl für Firmen als auch beratende Versicherungsmakler.

Regelmäßig wird der Makler vom Unternehmen aufgefordert, den Versicherungsmarkt zu sondieren und mehrere Angebote einzuholen. Letztlich stehen Kunde und auch Makler vor dem Dilemma, dass sie nicht einschätzen können, was eine „faire“ Versicherungsprämie ist. So sind Prämienunterschiede für ein und dasselbe Risiko von teilweise bis zu 300 Prozent bei vermeintlich gleichen Deckungsinhalten zu sehen. Sicherlich ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Cyber-Versicherungsmarkt in Deutschland noch sehr jung ist.

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PM: FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

Frankfurt, 03.04.2017 I Wie bereits im Dezember letzten Jahres angekündigt, steht ab sofort das Cyber-Bedingungswerk von FINLEX zur Verfügung. Damit wächst die angebotene Produktpalette und sorgt in einem für Makler und Kunden gleichermaßen intransparenten Markt für einen neuen Standard.

Der von FINLEX bereits in D&O und Strafrechtsschutz erfolgreich praktizierte Weg, in den Financial Lines Hauptsparten einheitliche und über Marktstandard liegende Bedingungswerke auf den Markt zu bringen, welche standardmäßig von bis zu sechs Versicherern gezeichnet werden, wird somit fortgeschrieben. Ein von allen Versicherern akzeptierter Risikofragebogen erleichtert Kunden und Maklern die Risikoerfassung.

„Bisher musste ein Makler nicht nur die verschiedenen Bausteine eines Cyber-Wordings analysieren, sondern mangels eines Standards auch jedes einzelne Wort prüfen. Selbst wenn man die gleichen Begriffe in verschiedenen Versicherungsbedingungen findet, heißt das noch lange nicht, dass auch dasselbe gemeint ist“, sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. „Die Herausforderung in der Beratung und der damit einhergehende Zeitaufwand ist immens.“

Über die Maklerplattform kann der Ausschreibungsprozess für die von FINLEX betreuten Kooperationsmakler und Inhousebroker durch einheitliche Bedingungen nicht nur zeitlich wesentlich verkürzt, sondern auch in großem Umfang standardisiert werden, was zur wesentlichen Enthaftung des Maklers beiträgt. Dabei wird die Ausschreibung mit einem Zeitaufwand von wenigen Minuten bei mehreren Versicherern gestartet und die Angebote der angefragten Versicherer werden für den Makler auf Knopfdruck zusammengefasst.

„Die Kunden profitieren bei ihrer Entscheidung über den Einkauf einer Cyber-Versicherung von der hohen Vergleichbarkeit der Bedingungswerke und können anderen wichtigen Kriterien, wie der Höhe einer angemessenen Versicherungssumme oder dem Profil der Dienstleister, die hinter der Police stehen und den Kunden bei Cyber-Vorfällen helfen sollen, die erforderliche Aufmerksamkeit schenken“ sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. Der transparente und strukturierte Aufbau des Bedingungswerks erleichtert zum einen die Lesbarkeit. Zum anderen wird durch einen umfangreichen Katalog deckungsauslösender Ereignisse sichergestellt, dass die Kunden, auch wenn anfangs unklar ist, ob ein Cyber-Vorfall vorliegt, den Schutz der Cyber-Police haben. Der Ausschlusskatalog ist auf ein Minimum reduziert und die Rechtssicherheit im Hinblick auf Obliegenheiten und Anzeigepflichten erhöht worden.

„Als nächster Meilenstein ist die Einführung von dynamischen (Multi-Versicherer) Antragsmodellen (FINLEX SMART-Modelle) geplant. Diesbezüglich werden wir aber gesondert informieren,“ so Geschäftsführer Sebastian Klapper.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

Kontakt
Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
Adresse: Schleusenstr. 9, 60327 Frankfurt am Main
http://www.finlex.de

Cyber: Deckungen in der „Industrie 4.0“

Tomasz Kosecki beleuchtet in der aktuellen Ausgabe des unternehmermagazins 3/4 2016 das Thema „Deckungen in der Industrie 4.0 – Risikopotentiale, Schadensszenarien, Lösungen“ und konzentriert sich dabei auf die allgegenwärtigen Cyber-Herausforderungen deutscher Unternehmen.

Die Digitalisierung wirft Cyber-Risiken auf, zu deren Absicherung es schon seit einiger Zeit Versicherungsprodukte gibt. Um die Sparte ist ein Hype entstanden, doch das Zwischenfazit ist gemischt. Die gute Nachricht ist, dass sich Versicherer, Makler und Kunden mit dem Thema auseinandersetzen. Die schlechte Nachricht ist, dass sich noch kein Markt etabliert, so dass sich die vermeintliche Nachfrage nicht in Abschlüssen niederschlägt, obwohl es durchaus Anlässe gibt.

Hier finden Sie den Beitrag auch als pdf.

Cyber: Wenig Abschlüsse – großes Wachstumspotential

Nach einer Umfrage des Digitalverband Bitkom sind gerade einmal 11% Prozent der deutschen Industrieunternehmen gegen Cybercrime versichert.

Laut der Umfrage planen 9% Prozent der Unternehmen den Abschluss einer solchen Versicherung, bei 26% wird zumindest über eine solche Police diskutiert. Für 49% ist eine Cyber-Versicherung hingegen aktuell kein Thema.

Ein Risiko, das durchaus eine reale Gefahr für die Unternehmen darstellt, wie die Bitkom-Umfrage zeigt. So sind in den vergangenen zwei Jahren 69% der Industrieunternehmen Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage geworden. Während in der Gesamtwirtschaft „nur“ 51% der Unternehmen betroffen sind, ist der Industriesektor überproportional im Fokus von Cyber-Crime. Der Schaden für die Industrie beläuft sich nach Bitkom-Berechnungen dabei auf ca. EUR 22,4 Milliarden im Jahr.

Auf dem Cyber-Versicherungsmarkt hat sich sowohl hinsichtlich der Bedingungen als auch der Prämienfindung noch kein Standard gebildet. Die Produktentwicklung befindet sich im stetigen Wandel. Makler stehen dabei vor der großen Herausforderung, das breit gefächerte Angebot zu überblicken, zu vergleichen und für den Kunden das passende Angebot herauszufiltern.

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Den vollständigen Artikel finden Sie unter: Industrie kaum gegen Cybercrime versichert

4. DVS Fachtagung: Cyber-Versicherung und Financial Lines

Dr. Stefan Steinkühler referierte auf der 4. DVS Fachtagung Cyber-Versicherung und Financial Lines am 19. April 2016 in Köln zum Thema „Vertrauensschadenversicherung – unterschätzt, überschätzt und überraschend“. Hierbei ist er neben aktuellen Markttrends auch auf VSV-Schadenfälle eingegangen, bei denen für den Versicherungsnehmer das Schadenregulierungsverhalten des Versicherers „überraschend“ war.

Die VSV ersetzt in der Regel nur den unmittelbaren Schaden. Mangels einer gesetzlichen Definition existiert keine klare Abgrenzung zum sog. mittelbaren Schaden. Hier entstehen oft langwierige Diskussionen mit dem Versicherer. Oft erheben diese auch den Einwand der grobfahrlässigen Schadenherbeiführung nach § 81 Abs. 2 VVG, indem der Versicherungsnehmerin vorgehalten wird, nicht alle erforderlichen Organisationsmaßnahmen implementiert zu haben, um den Schadeneintritt zu verhindern. Letztlich kann aber dann daraus schnell ein D&O-Schaden werden, wenn dem dafür verantwortlichen Organmitglied ein Organisationsverschulden vorgeworfen werden kann.

Hier finden Sie den kompletten Vortrag – es gilt, wie immer, das gesprochene Wort!

Link(s):
4. DVS Fachtagung Cyber-Versicherung und Financial Lines

Vortrag VSV

Eigenschadendeckungen für Unternehmen

Eigenschadendeckungen für Unternehmen

Bei der Eigenschadenversicherung fallen versichertes Unternehmen und Begünstigter nicht auseinander, d.h. der Versicherer wickelt den unmittelbaren Schaden direkt mit der Versicherungsnehmerin ab.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der in den letzten zwei Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffenen Unternehmen geben als einschlägige Deliktsarten Diebstahl oder Unterschlagung an. 54 Prozent der Betroffenen nennen Betrugs- und Untreuedelikte. Daneben entwickelt sich seit kurzem ein weiterer zukunftsträchtiger Markt rund um die Cyber-Versicherung. Hierbei handelt es sich um eine All-Risk-Police, die sowohl Eigenschäden als auch Drittschäden im Rahmen von Hackerangriffen und Datenverlusten absichert.

Hier bietet FINLEX die folgenden Versicherungsprodukte an, wobei die Cyber-Versicherung aufgrund des umfangreichen Deckungsschutzes eher als Mischprodukt zwischen Eigenschaden- und Haftpflichtversicherung einzuordnen ist.

Cyber-Versicherung

Cyber-Versicherung

­Unternehmen drohen Schäden in Millionenhöhe und Imageverluste, wenn Internetkriminelle Daten stehlen, Schadprogramme in Netzwerke einschleusen oder Server mit Denial-of-Service-Attacken lahmlegen. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über Cyber-Attacken in den Medien berichtet wird. Viele dieser Vorfälle, wie z.B. der Angriff auf Sony sind aber teilweise nicht versichert, da z.B. der Ausschluss des „hoheitlichen Angriffs“ (sprich die Attacke durch Geheimdienste) ausgeschlossen ist. Auch bei dieser jungen Versicherungssparte empfiehlt sich der detaillierte Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Was ist versichert?
Unternehmen können sich umfassend gegen Gefahren aus dem Netz absichern. Gedeckt sind im Rahmen einer All-Risk-Police vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität (Hackerangriffe und Datenverluste) selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können.

Eigenschaden

  • Verlust von vertraulichen Daten
  • Entstandene Mehrkosten durch IT-Ausfall oder Missbrauch der Telefonanlage
  • Betriebsunterbrechungskosten, d.h. fortlaufende Kosten und entgangener Gewinn


Drittschaden

  • Aufgrund von Vermögensschäden, z.B. durch
    • Verletzung des Bundesdatenschutzgesetzes
    • Verlust von Vertraulichkeit von Daten
    • Persönlichkeitsrechtsverletzung
    • Urheberrechtsverletzung
    • Übertragung durch Viren
    • Verzug der Leistung
    • Schadenersatz wegen Nichterfüllung
  • (PCI-)Vertragsstrafen / Bußgelder


Kostenbaustein

Nach einem erfolgreichen Cyberangriff ist schnelle Hilfe gefordert. Die Cyber-Versicherung vermittelt bzw. empfiehlt speziell geschulte Fachleute und übernimmt die Kosten dafür:

  • Experten für IT-Forensik
  • Spezialisierte Anwälte für den Bereich IT-und Datenschutzrecht
  • Kommunikationsdienstleister und PR-Spezialisten

Abhängig vom jeweiligen Versicherer können weitere Deckungsbausteine vereinbart werden:

Þ Nichtverfügbarkeit von Cloud-Services: Versicherung von Eigenschäden in Folge von unvorhersehbarer Nichtverfügbarkeit von externen Cloud-Diensten.

Þ Nichtverfügbarkeit von Zulieferern: Versicherung von Eigenschäden in Folge von unvorhersehbarer Nichtverfügbarkeit des IT-Systems eines Zulieferers.

Þ Sachschäden an eigenen Produkten: Werden eigene Produkte im Herstellungsprozess durch einen Cyber-Vorfall vernichtet, beschädigt oder unbrauchbar gemacht, ersetzt der Versicherer den eingetretenen Sachschaden an den eigenen Produkten.

Þ Erweiterte Folgeschadendeckung von Cyber-Kriminalität: Versicherungsschutz auch für Folgeschäden aus wirtschaftskriminellen Handlungen, z.B. Vermögensverluste in Folge manipulierter Überweisungen oder Warenlieferungen, Telefonhacking, etc. („Vertrauensschadenversicherungs-Baustein“).

Þ Cyber-Erpressung: Versicherungsschutz für Krisenberater, Schadenminderungskosten und Lösegeld in Folge einer Cyber-Erpressung z.B. bei Androhung einer Netzwerksicherheitsverletzung (mittels eines Virus o.ä.).

Þ Ertragsausfall durch Reputationsschäden: Versicherungsschutz für Ertragsausfallschäden und Kosten aufgrund negativer Berichterstattung in den Medien, welche auf einer Netzwerksicherheitsverletzung oder einer Datenschutzverletzung beruht.

Þ Präventionsdienstleistungen: Unabhängig vom Eintritt des Versicherungsfalls werden Kosten externer Berater für präventive Maßnahmen zur Überprüfung der IT-, Cyber- und Informationssicherheit sowie zur Implementierung eines Krisen- bzw. Notfallplans übernommen.

Wer versichert?
Alle Marktteilnehmer sehen ein enormes Wachstumspotenzial, wobei der Markt sich noch in der Aufbauphase befindet und die Anzahl von Abschlüssen in Deutschland zur Zeit noch überschaubar ist. Zur Zeit gibt es um die 15 Anbieter für Cyber-Versicherungen. Die jeweiligen Deckungsinhalte variieren noch gravierend. Zum Teil sind sogar „modulare“ Lösungen möglich, d.h. man versichert nur bestimmte Risikobereiche.

FINLEX hat im April 2017 ein eigenes Cyber-Bedingungswerk auf den Markt gebracht (s. Pressemitteilung).