Fake-President: Verbrechen aus dem Netz

Wird durch die „Fake-President-Masche“ die Sicher­heits­lücke Mensch aus­ge­nutzt, und war der An­griff erfolg­reich, stellt sich die Frage, wer für den ent­stan­de­nen Schaden haftet und wie dieser möglicherweise versichert werden kann. In Frage kommen dabei direkte Absicherungsformen durch eine Vertrauensschaden- (VSV) und eine Cyber-Versicherung, aber auch die D&O-Versicherung im Rahmen eines Regresses gegen das verantwortliche Management.

Dr. Stefan Steinkühler und Kati Kunze behandeln diese Fragestellungen in dem DATEV-Magazin Ausgabe 09/2017.

PM: FINLEX automatisiert D&O-Underwriting

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

FINLEX automatisiert D&O-Underwriting

Frankfurt, 03.05.2017 I Mit dem ersten Produkt der SMART-Reihe startet FINLEX ein neuartiges Konzept im Bereich der Antragsmodelle.  Kooperationspartner von FINLEX erhalten mit wenigen Angaben „auf Knopfdruck“ kundenfertige Angebote von bis zu sechs führenden D&O-Versicherern – in einem Maklertool, mit ihrem Logo, ohne auf die Angebote der Versicherer warten zu müssen. Da die Konditionen mit den Versicherern vorverhandelt sind, kann der Makler seinen Zeitaufwand auf bis zu 5 Minuten reduzieren.

Das neue Maklertool von FINLEX ist eine konsequente Weiterentwicklung der FINLEX Maklerplattform, auf der Makler bereits für ihre Kunden Ausschreibungen qualitätsgesichert und zeitsparend durchführen können. „Wir sind einen Schritt weitergegangen und haben die umfassende Risikoprüfung, die Versicherer bisher bei jeder einzelnen Ausschreibung noch machen mussten, systematisch in einen Algorithmus überführt. Damit treffen wir nicht nur den Bedarf der Versicherer an einem kosteneffizienten Underwriting, wir lösen auch die Probleme der derzeit am Markt etablierten D&O-Antragsmodelle“, sagt Tomasz Kosecki. Bisher mussten alle Risikofragen eines Antrags vollständig positiv beantwortet werden, um die Prämien des Antragsmodells nutzen zu können. Wurde eine Frage negativ beantwortet, so musste die Anfrage anschließend vom Versicherer individuell bearbeitet werden. Offen war dann, ob der Versicherer überhaupt und wenn ja, zu wettbewerbsfähigen Konditionen anbieten wird. Wollte ein Makler seinem Kunden dann auch noch Angebote von mehreren Versicherern unterbreiten, mussten Makler und Kunde sich mit mehreren Antragsmodellen auseinandersetzen oder parallel noch Ausschreibungen durchführen, da nicht bei jedem Versicherer Antragsmodelle verfügbar sind. „Das ist sehr zeitaufwändig und kompliziert für den Makler“, bemängelt Sebastian Klapper die bisherigen Lösungen.

Mit SMART-D&O von FINLEX erhält man nicht nur sofort eine Rückmeldung, ob das Risiko versicherbar ist. Das Tool ermöglicht auch eine automatisierte Reaktion von bis zu sechs Versicherern auf die individuelle Risikosituation des Kunden, z.B. erhalten langjährig erfolgreich wirtschaftende Unternehmen Nachlässe auf die Prämie. Durch die unterschiedliche Bewertung der Risikomerkmale ergeben sich letztlich mehrere tausend Risiko- und knapp 100.000 Prämienkombinationen. „Dadurch ist gewährleistet, dass die Nachfrage auch das richtige Angebot findet“, sagt Sebastian Klapper. „Der Versicherer reduziert seinen Zeitaufwand auf wenige Minuten für die Deckungsbestätigung im Erfolgsfall. Das ist ein enormer Fortschritt für Makler und Versicherer, von dem vor allem auch der Kunde profitiert: in ersten Testfällen konnten wir bei besonderes guten Risiken im Schnitt mindestens 20% Prämienersparnis aufzeigen.“
Nutzbar ist das D&O-Antragsmodell aktuell für Unternehmenskunden bis 100 Mio. Euro Jahresumsatz und bis zu einer Deckungssumme von 10 Mio. Euro. „Eine Ausweitung auf größere Kunden und höhere Deckungssummen ist technisch umsetzbar – wenn auch die Versicherer für die nächste Stufe der Automatisierung des Underwritings bereit sind“, sagt Tomasz Kosecki.

Das innovative Antragsmodell im Bereich der D&O-Versicherung ist das erste Produkt der SMART-Reihe, die Maklern und Versicherern schnelle, moderne, automatisierte, risikomindernde und transparente Lösungen für ihr Geschäft zur Verfügung stellt. Bis zum Sommer 2017 wird FINLEX das Antragsmodell SMART-Cyber auf den Markt bringen.
Die Lizenzen sind für Kooperationsmakler von FINLEX an keine Fixkosten gebunden, der im Erfolgsfall eine marktübliche Courtage erhält. Anfragen für Kunden mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro können wie bisher über die FINLEX-Maklerplattform ausgeschrieben werden.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

Kontakt
Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
Adresse: Schleusenstr. 9, 60327 Frankfurt am Main
http://www.finlex.de

D&O-Einzelpolicen: Aufsatz in der VW 1/2017

In regelmäßigen Intervallen wird in dem Bereich der D&O-Versicherung das Thema D&O-Einzelpolice hochgespült. Schon vor 10 Jahren wurden Sinnhaftigkeit und Erfolgsaussichten einer solchen Police diskutiert.

In Anbetracht der gestiegenen und wahrscheinlich noch steigenden Komplexität von D&O-Schadenfällen und auch der Anspruchshöhen wird vermehrt das Phänomen auftreten, dass die D&O-Versicherung des Unternehmens für alle versicherten Personen hinsichtlich der Versicherungssumme nicht ausreicht. Als ergänzende Lösung wird des Öfteren der Abschluss einer persönlichen D&O-Versicherung vorgeschlagen.

Aus diesem Anlass beleuchtet der aktuelle Aufsatz in der Fachzeitschrift Versicherungswirtschaft (Ausgabe 1/2017, S. 54ff.) die momentane Ausgestaltung von D&O-Einzelpolicen in ihren jeweiligen Facetten…. von der persönlichen D&O, über die Selbstbehalts-D&O bis hin zu weiteren Deckungsbausteinen.

Alle Module im Überblick

Die Maklerplattform besteht zur Zeit aus sechs Modulen und wird zukünftig um weitere Module erweitert.

BGH: Insolvenzverwalter muss D&O-Versicherung nicht aufrechterhalten

Der Kläger, Verwalter im Insolvenzverfahren über das Vermögen einer GmbH, nimmt den Beklagten als deren Geschäftsführer gemäß § 64 GmbHG auf Erstattung verbotener Zahlungen in Rückgriff. Dieser wiederum verlangt von dem Insolvenzverwalter im Rahmen einer Drittwiderklage, ihn von dieser Verbindlichkeit freizustellen. Insoweit wirft er dem Insolvenzverwalter als Drittwiderbeklagten vor, eine von der GmbH abgeschlossene, Ansprüche aus § 64 GmbHG abdeckende D&O-Versicherung mit einer Deckungssumme von EUR 3 Mio. nach Verfahrenseröffnung beendet zu haben.

Das Hanseatische OLG hat in der Vorinstanz (Urteil vom 08.07.2015, Az. 11 U 313/13) die Widerklage als unbegründet angesehen, da die Pflichtverletzung nicht zu einem Schaden des Geschäftsführers führe. Aus § 103 Abs. 1 InsO folge die Pflicht des Insolvenzverwalters, die Organe nicht potenziell existenzgefährdenden Risiken auszusetzen. Das OLG hat seine Sichtweise aber vor allem damit begründet, dass die Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist von 3 Jahren im Insolvenzfall vollständig (quasi nachträglich) ausgeschlossen wird, gemäß § 307 BGB unwirksam sei.
Da der Geschäftsführer weiterhin Versicherungsschutz hat, kommt es auch nicht zu einem Schaden.

Der BGH hat in seiner Entscheidung (Urteil vom 14.4.2016, Az. IX ZR 161/15) auch gegen den Geschäftsführer entschieden. Allerdings begründet der BGH dies damit, dass der Insolvenzverwalter schon gar keine Verpflichtung hat, eine zu Gunsten des Geschäftsführers abgeschlossene D&O-Versicherung aufrechtzuerhalten. Zwar ist der Insolvenzverwalter gemäß § 60 Abs. 1 Satz 1 InsO allen Beteiligten zum Schadensersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Der Geschäftsführer ist in diesem Sinne aber ausschließlich Schuldner der Masse, dem gegenüber der Verwalter keine insolvenzspezifischen Pflichten zu erfüllen hat.

Anmerkungen FINLEX:
Leider hat der BGH mangels einer Pflichtverletzung beim Insolvenzverwalter nicht auch die Frage klären können, ob eine Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist im Insolvenzfall wegfällt, gemäß § 307 BGB unwirksam ist.
Der Insolvenzverwalter sollte sich eine Kündigung dennoch wohl überlegen, stellt die D&O-Versicherung doch teilweise ein echtes (oft auch einziges) „Asset“ dar, da sie in der Insolvenz die Substanzhaltigkeit von Schadenersatzansprüchen gegen (ehemalige) Organmitglieder sicherstellen kann.
Wichtig ist zudem, dass in der D&O-Versicherung explizit klargestellt wird, dass auch Ansprüche aus § 64 GmbHG versichert sind, da von der Rechtsnatur her dieser Anspruch von der herrschenden Meinung als Ersatzanspruch eigener Art angesehen und von der D&O-Versicherung in der Regel nur allgemein von Schadensersatzansprüchen gesprochen wird. Diesbzgl. hat es im Schadenfall schon „überraschende“ Interpretationen auf Versichererseite gegeben.

VW: BaFin stellte Strafanzeige

Die BaFin ist nach monatelangen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Konzern die Anleger zu spät über „Dieselgate“ informiert hat. Eine entsprechende Mitteilung an die Aktionäre wurde am 22.09.2015 veröffentlicht. Die US-Umweltbehörde EPA hatte allerdings ihre „Mitteilung einer Gesetzesübertretung“ mit dem Vorwurf, VW nutze manipulierte Software, bereits am 18.09.2015 veröffentlicht und VW hatte die Vorwürfe schon Anfang September gegenüber der Behörde eingeräumt.

Nichtsdestotrotz sieht der Aufsichtsrat von VW keine schwer wiegenden Pflichtverletzungen des Gesamtvorstandes und schlägt für die Hauptversammlung Entlastung vor.

Nach Einschätzung der BaFin hat VW sowohl bewusst die Anleger zu spät informiert und damit gegen die sog. Ad-hoc-Pflicht verstoßen als auch eine vorsätzliche Marktmanipulation begangen. Entsprechend hat die BaFin Strafanzeige gestellt. Eine Strafe der BaFin selber wäre „nur“ eine Ordnungswidrigkeit.

Bestätigt die Staatsanwaltschaft und ein späteres Strafverfahren die Einschätzung der BaFin, läge ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten nach § 15 WpHG vor. Ob die Rechtsprechung den § 15 WpHG selber künftig als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB einordnet, kann nicht abgeschätzt werden. Für derartiges Handeln sieht aber § 37b WpHG bei grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz für Anleger Schadensersatzansprüche vor, weil das Unternehmen Insiderinformationen nicht unverzüglich veröffentlicht hat. Rechtlich ist zu klären, was die Meldepflicht auslöste: War es schon der Zeitpunkt des Bekanntwerdens der ersten systematischen Manipulation oder erst der Moment der Nachforschungen von amerikanischen Behörden?

Mittlerweile haben mehrere Aktionäre Klagen gegen VW beim LG Braunschweig eingereicht. Eine Klage hat allerdings eine besondere Dimension – 278 Aktionäre verlangen insgesamt rund EUR 3,3 Milliarden Schadensersatz von VW. Alle Aktionäre bei dieser Klage sind institutionelle Investoren, zu denen beispielsweise eine Tochter des Versicherungskonzerns Allianz und die Deka, eine Tochter der Sparkassen, gehören.

Anmerkungen FINLEX:
Es ist anzunehmen, dass sich nach den jüngsten Erkenntnissen weitere Investoren in die Schlange der Kläger einreihen, da eine Nicht-Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zugunsten der Investoren für deren Management selber die Gefahr einer Pflichtverletzung bedeuten würde.

Bei derartigen Verfahren drängt sich natürlich die Frage auf, inwieweit Rechtsschutzversicherer hier Anwalts- und Gerichtskosten tragen. Aus Anlegersicht haben einige Rechtsschutzversicherer in ihren Vertragsbedingungen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Aktiengeschäften ausgeschlossen.
Aus Sicht der Beschuldigten sehen einige Bedingungen der Industrie-Strafrechtsschutzversicherung Versicherungsschutz im Zusammenhang mit behördlichen Auskunftsverlangen nach dem WpHG vor, mit dem der Versicherungsnehmer wegen es Verdachts verbotener Insidergeschäfte konfrontiert wird. Gelegentlich wird auch nur im Rahmen des vorsorglichen Rechtsschutzes die anwaltliche Erstberatung übernommen. Sofern in der D&O-Konzernversicherung ein Baustein zur Absicherung von Verletzungen von kapitalmarktrechtlichen Folgepflichten (sog. Entity-Baustein) vereinbart wurde, kann der Rechtsschutzbaustein in der D&O-Versicherung weiter als in der klassischen Strafrechtsschutz-versicherung sein und entsprechende Verteidigungskosten vorleisten. Aber auch hier gilt wie fast immer: Der Versicherungsschutz entfällt bei rechtskräftiger Verurteilung wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat. Bis dahin erbrachte Leistungen sind dem Versicherer dann zurück zu erstatten.

Erste Pensionskasse senkt Garantiezins im Bestand

Die Neue Leben Pensionskasse senkt als erste Pensionskasse den Rechnungszins für die ab 2017 zu zahlenden Beiträge auf 1,25 Prozent, auch wenn die Verträge aus den Jahren 2003 bis 2005 stammen und mit einem Rechnungszins von 3,25 Prozent verkauft wurden. Das führt zu erheblichen Einbußen für rund 80.000 Betroffene.

Normalerweise der Arbeitgeber für arbeitsrechtliche Zusagen haften, auch wenn die betriebliche Altersversorgung von externen Anbietern betrieben wird. „Die Zusage an den Arbeitnehmer sah in den konkreten Fällen von Beginn an die Möglichkeit vor, mit Zustimmung der Bundesaufsicht künftige Rechnungsgrundlagen zu verändern“, so die NLP.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.sueddeutsche.de

Anmerkung FINLEX:
Eine PTL-Versicherung (Pension Trust Liablity) – auch Fiduciary-Versicherung genannt – bietet als kombinierte D&O- und E&O-Versicherung Versicherungsschutz für rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen und die handelnden Personen, die mit der Verwaltung und Kontrolle des Pensionsvermögens betraut sind. Die Schieflage einer Versorgungseinrichtung hat zwar noch nicht automatisch Regressansprüche gegen die dort Handelnden zur Folge. Es ist jedoch zu erwarten, dass einzelne Anlagestrategien jedoch (gerade bei einer Beobachtung durch die BaFin) stärker hinterfragt werden, womit auch die operativen Risiken der Handelnden steigen. Dabei gilt zu beachten, dass der Einschluss in die D&O-Versicherung des Arbeitgeber- bzw. Sponsorunternehmens nicht ausreicht, denn hier sind die operativen Risiken nicht versichert.

Deutsche Bank einigt sich mit Ex-Chef Breuer auf Schadenzahlung

Es war wohl eines der teuersten Interviews aller Zeiten: Für seine umstrittenen Äußerungen über die Kirch-Gruppe wird der Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer über EUR 93 Millionen an seinen alten Arbeitgeber zahlen.

Breuer hatte im Februar 2002 in einem Fernsehinterview mit Bloomberg TV öffentlich die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe angezweifelt. Zwei Monate später war der Medienkonzern insolvent und Firmengründer Leo Kirch machte Breuer dafür verantwortlich. Nach mehrjährigen und verschiedensten Prozessen zahlte die Bank den Kirch-Erben in einem Vergleich EUR 928 Millionen.

Breuer und die Bank einigten sich vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung auf einen Vergleich. Danach zahlt Breuer von den EUR 93 Millionen EUR 3,2 Millionen Schadensersatz aus eigener Kasse an seinen ehemaligen Arbeitgeber. Die Summe entspricht zufolge der Einladung zur Hauptversammlung dem dreifachen Jahresgrundgehalt, welches der Manager als Vorstandschef bekam.

Die restlichen EUR 90 Millionen werden von mehreren D&O-Versicherern gezahlt. Eigentlich beläuft sich der Regulierungsbetrag auf rund EUR 100 Millionen, die Bank trägt aber nach eigenen Angaben einen Selbstbehalt in Höhe von EUR 10 Millionen. Die Aktionäre der Deutschen Bank müssen auf der Hauptversammlung am 19. Mai unter TOP 10 dem Vergleich zustimmen.

Anmerkungen FINLEX:
Ob der Vergleich, der am Ende „nur“ 10% des Unternehmensschadens kompensiert, als ein „guter“ zu bewerten ist, kann von außen kaum bewertet werden, da sowohl haftungs- als auch versicherungs- bzw. deckungsrechtliche Komponenten zu berücksichtigen sind.

Der Fall zeigt aber, wie lange sich die Klärung einer Haftungsfrage hinziehen kann, wie viele Instanzen bis dahin notwendig sind und welche hohen Rechtsverteidigungskosten für alle Beteiligten anfallen können.  Vor allem die versicherte Person als Betroffene braucht Geduld und Durchhaltevermögen. Denn die Konfrontation mit einer derartigen Schadensumme birgt auch bei einem Top-Manager die Gefahr des persönlichen Ruins. Vorliegend haben sich die Parteien aber geeinigt. Interessanterweise folgt hier nicht wie normal die Versicherungsdeckung der Haftung, sondern Haftung und Deckung bilden eine Art Schicksalsgemeinschaft! Denn Bestandteil des Vergleichs ist auch die bereits erfolgte, unter Vorbehalt stehende Einigung mit den D&O-Versicherern.

Und insofern gilt auch bei dem „geschnürten Gesamtpaket“ der Gedanke des ARAG/Garmenbeck-Urteils (BGH Urteil vom 21.04.1997, Az.: II ZR 175/95) als erfüllt, dass „die Gesellschaftsinteressen und -belange, die es geraten erscheinen lassen, keinen [weiteren] Ersatz des der Gesellschaft durch den Vorstand zugefügten Schadens zu verlangen, die Gesichtspunkte, die für eine [erfolgreiche] Rechtsverfolgung sprechen, überwiegen oder ihnen zumindest annähernd gleichwertig sind.“

Absturz kurz nach Börsengang: Steilmann ist insolvent

Nur wenige Monate nach dem Sprung auf das Parkett ist der Modehersteller Steilmann insolvent. Die ebenfalls zu Steilmann gehörenden Adler-Modemärkte sind wohl nicht betroffen. Bislang erfolgversprechende Sanierungsverhandlungen hätten nach Ausführungen des Managements nicht zum Ziel geführt.
Die Steilmann-Aktie brach gleich in den ersten Handelsminuten ein und fiel bis auf EUR 0,29, ein Kursverlust von annähernd 90 Prozent. Auch die drei Steilmann-Anleihen dürften erheblich unter Druck geraten.

Erst im November 2015 unternahm Steilmann den Sprung auf das Parkett – mit einem Fehlstart. Steilmann wollte ursprünglich knapp EUR 100 Millionen über den Börsengang einnehmen, um das geplante Wachstum zu finanzieren und die Mehrheit an der börsennotierten Modekette Adler zu übernehmen. Doch die Nachfrage nach Steilmann-Aktien war schwach und das Unternehmen musste sich mit EUR 8,8 Millionen begnügen. Man zog die Börsennotiz dennoch durch, um sich „strategische Optionen“ offen zu halten.

Nun stellt sich die Frage, ob die finanzielle Situation nicht damals schon erkennbar gewesen ist. Mitte Dezember hatten sowohl Steilmann wie auch Adler ihre Prognosen kassiert und begründeten die Gewinnwarnungen mit den schwachen Geschäften infolge des milden Winterwetters.

Anmerkungen FINLEX:
Anleger werden sich aufgrund der jüngsten Entwicklungen und den verheerenden Kursverlusten sicherlich den damaligen Börsenprospekt auf mögliche Falschangaben genauer anschauen und entsprechende Ansprüche prüfen. Ob eigens für den IPO bzw. die Anleihen eine Prospekthaftungs-Versicherung abgeschlossen wurde, kann bei dem geringen Emissionsvolumen und den schlechten Vorzeichen nicht unterstellt werden. Ebenfalls wird aber der Insolvenzverwalter die damaligen Geschehnisse im Rahmen möglicher Schadenersatzansprüche gegen das Management untersuchen. Hoffentlich ist dieses durch eine ausreichende D&O-Versicherung abgesichert.

DFB fordert EUR 6,7 Millionen von Ex-Vize des WM-Organisationskomitees

Im Skandal um die WM-Vergabe fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) von Fedor Radmann, dem früheren Vizepräsidenten des WM-Organisationskomitees, die Zahlung von EUR 6,7 Millionen mit einer Zahlungsfrist von 20 Tagen.

Der Betrag entspricht der Summe, die der DFB vor der Weltmeisterschaft 2006 auf ein Konto des Weltverbands Fifa überwiesen hatte. Das Geld sollte zur Rückzahlung eines Darlehens des früheren und inzwischen verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus verwendet werden.

Zuvor hatte der DFB Güteanträge bei der öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg eingereicht. „Der DFB hat die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um eine etwaige Verjährung von Ansprüchen des gemeinnützigen Verbandes zu verhindern“, teilte der Verband mit. Die Anträge richten sich gegen den früheren Organisationskomitee-Chef Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, den weiteren früheren OK-Vize Fedor Radmann, den Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die Fifa. In der Schweiz geschieht dies durch das sogenannte Betreibungsverfahren, durch das eine Verjährung von Ansprüchen verhindert wird.

Zudem ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Sollte dem DFB wegen der WM-Affäre rückwirkend die Gemeinnützigkeit für das Jahr 2006 aberkannt werden, wird der Gesamtschaden auf bis zu EUR 25 Millionen geschätzt.

Anmerkungen FINLEX:
Eine Strafrechtsschutz-Versicherung könnte hier den Beschuldigten zur Seite stehen. Der Versicherer übernimmt die Kosten im Zusammenhang mit einer notwendigen Rechtsverteidigung, wenn einer versicherten Person die Verletzung von Vorschriften des Straf- oder Ordnungswidrigkeitenrechts vorgeworfen wird.

Ob eine D&O-Versicherung wiederum einen Teil des Schadens zugunsten des Verbandes übernimmt, könnte daran scheitern, dass die zur Zeit im Fokus stehenden Herren wohlmöglich vorsätzlich bzw. wissentlich eine Pflicht verletzt haben. Zu deren Gunsten müsste die D&O-Versicherung allerdings so lange die Kosten zur Abwehr des Anspruchs übernehmen, bis nach gängigen Versicherungsbedingungen der Vorsatz oder eine wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig festgestellt wurde.

Sollte dies der Fall sein, müssten die versicherten Personen, bei denen ein vorsätzliches Handeln festgestellt wurde, die erhaltenen Versicherungsleistungen bei beiden Versicherungsarten zurückerstatten.

Bemerkenswert ist hierbei, dass auch in dem sonst als „risikoarm“ eingestuften Verbands- und Vereinswesen eine wachsende Anspruchsmentalität bei etwaigen Pflichtverletzungen festzustellen ist. Die Vehemenz dieser Ermittlungen mag natürlich auch an der öffentlichen Bedeutung von „König Fußball“ bzw. dem politischen Umfeld liegen. Was im normalen Wirtschaftsleben bereits gängige Praxis ist, hat auch diesen Teil der deutschen Gesellschaft erreicht.

VW und der D&O-Schaden in spe

Der Skandal um die Manipulation der Abgaswerte durch VW könnte sich zu einem der medienwirksamsten D&O-Schadenfälle der letzten Jahre entwickeln. Erste Presseberichte befassen sich bereits mit potentiellen Ansprüchen gegen Organmitglieder bei VW und einem möglichen Schutz durch die D&O-Versicherung.

(z.B. http://www.reuters.com/article/2015/09/23/usa-volkswagen-insurance-idUSL5N11T42R20150923 sowie http://versicherungsmonitor.de/2015/09/vw-do-schaden-droht/)

Die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der mutmaßlichen Verantwortlichen ist sicher nicht von der Hand zu weisen, so dass die Versicherer, nicht zuletzt auch wegen des hohen US-Exposures, sich auf den potentiell größten D&O-Schadenfall der letzten Jahre vorbereiten müssen. Die Frage, ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht, ist noch nicht klar. Der Fall ist jedoch für den hiesigen D&O-Markt so bedeutend, dass wir ihn nicht unkommentiert lassen möchten. Nachfolgend finden Sie unsere grundsätzliche Einschätzungen und Prognosen.

  • In den USA werden in der Regel sowohl das betroffene Unternehmen als auch das verantwortliche Organmitglieder gesamtschuldnerisch verklagt. Anders als bei einer typischen, deutschen (Mittelstands-) D&O-Police können solche Drittansprüche bei internationalen Großkonzernen auch gegen das Unternehmen selbst über die D&O-Versicherung ausnahmsweise gedeckt sein. Nur so lassen sich in der Praxis auch die Anwaltskosten vernünftig abrechnen, ohne eine haarspalterische Allokation zwischen Unternehmen und versicherter Person vorzunehmen.

Aktualisierung Februar 2016:
Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller soll in den USA persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. Müller ist Beklagter in drei Sammelklagen, die am 22.02.2016 beim zuständigen Bezirksgericht in San Francisco eingereicht wurden.
In den Klagen geht es zumeist um Vorwürfe wegen Betrugs, Vertragsbruchs, irreführender Werbung und Wettbewerbsverzerrung. Außer zahlreichen US-Autobesitzern klagen auch Vertragshändler von VW und andere Autohäuser, die sich als Opfer des Skandals sehen.
Gegen Müllers Vorgänger als VW-Chef, Martin Winterkorn sind bereits vor Längerem entsprechende Klagen eingereicht worden, ebenso gegen den Amerikachef des Konzerns, Michael Horn. Beide sind auch in den neuen Klagen erneut Beklagte. Insgesamt liegen bereits Hunderte Sammelklagen in den USA vor, die gebündelt ins San Francisco verhandelt werden.

  • Die D&O-Versicherungen sind vom Bedingungswerk zurzeit sehr weit, d.h. es finden sich oft auch Deckungskomponenten in den Versicherungsverträgen, die bei einem hinreichenden potentiellen Schadenszenario vor der konkreten Inanspruchnahme eines Organs zumindest Rechtskosten zusichern (sog. vorbeugende Rechtskosten).
  • Es wird  ähnlich wie bei anderen US- bzw. internationalen Schadenfällen recht schnell zu ersten hohen Anwaltsrechnungen kommen, die in Gänze vermutlich mindestens den Primary (Grundvertrag in einem Versicherer-Konsortium) des D&O-Versicherungsprogramms im Rahmen der Abwehrkostenkomponente einer D&O-Versicherung verbrauchen könnten.
  • Da derzeit in mehreren Ländern bereits gegen VW ermittelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit von sog. „multiple securities class actions“ sehr hoch. Hier zahlt es sich aus, wenn der das Versichererkonsortium führende Versicherer bei der Abwicklung von internationalen D&O-Schadenfällen erfahren ist und entsprechende interne Ressourcen hat.

Aktualisierung März 2016:
278 institutionelle Großanleger – darunter der größte US-Pensionsfonds Calpers und die Sparkassen-Fondstochter Deka – verklagen VW auf Schadensersatz in Höhe von EUR 3,255 Milliarden. Bei den Vorwürfen geht es darum, ob der Konzern seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nachgekommen ist.

Aktualisierung Februar 2016:
Rund 60 000 europäische VW-Besitzer haben sich bislang einer Stiftung in den Niederlanden angeschlossen, die einen Vergleich mit VW erreichen will. Anders als Aktionäre eines Unternehmens haben Kunden in Deutschland keine Möglichkeit, ihre Ansprüche über Sammelklagen geltend zu machen. Stattdessen müsste jeder einzelne Kunde für sich klagen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI), eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation in Österreich, hatte in den Niederlanden deshalb die Stiftung „Volkswagen Car Claim“ gegründet. Die hochgerechnete Schadenssumme der angemeldeten Investoren beziffert sich auf ca. EUR 10m.

  • Theoretisch könnte ein US-Unternehmen auch die versicherte Person freistellen und dann selber den Anspruch mit dem Versicherer regulieren (sog. „company reimbursement“). In Anbetracht, dass die handelnden Personen möglicherweise eher auf der Täterbank als auf der Opferbank sitzen, dürfte davon auch aus taktischen Gründen nicht Gebrauch gemacht werden.

  • In der Regel wesentlich später – nach der Aufarbeitung der behördlichen und insbesondere strafrechtlichen Ermittlungen und etwaiger Drittansprüche – wird das Unternehmen einen Schlussstrich ziehen, die gesamten Schadenkosten (inkl. Strafen und Bußgelder) addieren und dann im Sinne von ARAG-Garmenbeck (BGH v. 21.04.1997, – II ZR 175/95) „compliancegerecht“ intern untersuchen, wer für den Schaden zumindest teilweise verantwortlich ist.
  • Und spätestens jetzt wird es für die versicherten Personen ernst, denn der Konzern wird aller Voraussicht nach (Regress-) Ansprüche gegen die versicherten Personen im Rahmen der Innenhaftung geltend machen müssen.
  • Abwehrkosten werden, sofern noch welche im Rahmen der Gesamtdeckungsstrecke des Konzerns vorhanden sind, für Verteidigungsmaßnahmen der versicherten Personen (Organmitglieder und Leitende Angestellte im deutschen Sinne oder aber „Directors“ und „Officers“ im angloamerikanischen Sinne) solange vom D&O-Versicherer bezahlt, bis der Vorsatz oder die wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig feststehen.
  • Eine Schadenzahlung durch die D&O-Versicherer wird vermutlich durch ein fahrlässiges Organisationsverschulden eines in der VW-Hierarchie „oben“ zu findenden Organmitgliedes begründet werden, welches zwar keine Kenntnis von der Manipulation der Abgastests hatte, jedoch bei genauerer Prüfung der Vorgänge diese hätte erkennen können und abstellen müssen.

Aktualisierung Februar 2016:
Bislang wurde vom damaligen Top-Management immer beteuert, man habe erst kurz vorher von den Manipulationen erfahren. Erst im September 2015 wurde der Fall in der Öffentlichkeit bekannt. Jetzt mehren sich die Hinweise, dass die VW-Spitze doch schon eher von den Manipulationen wusste: Haftungsrechtlich schlecht für das Top-Management, deckungsrechtlich gut für die D&O-Versicherer.

  • Die Diskussion, inwieweit der Regress von Strafen und Bußgeldern vom Unternehmen gegen Organe versicherbar ist, wird wieder entfacht. Der Fall zeigt, dass aufgrund der Unkalkulierbarkeit eines derartigen „Super-Gaus“ eine vollständige Versicherbarkeit nicht möglich ist und im Underwriting der Versicherer weiter zwischen internationalen Großrisiken und dem Mittelstand unterschieden werden wird.
  • Das Unternehmen, genauer gesagt die versicherte Person, erhält nur dann eine Zahlung vom Versicherer, wenn a) die Deckungssumme noch nicht verbraucht wurde, b) die in Anspruch genommene Person fahrlässig (auch grobe Fahrlässigkeit) gehandelt hat und c) der Versicherer aus aufsichtsrechtlichen Gründen auch an die betroffene Person ins Ausland zahlen darf (Stichwort: non-admitted countries).

Fazit:

Letztlich wird die Zahlung der D&O-Versicherer im Verhältnis zum Gesamtschaden bei VW ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ sein und nur ein im Verhältnis geringer Betrag regressiert werden können, da einerseits die am Markt verfügbare D&O-Deckungssumme per se für einen derartigen „Super-Gau“ zu gering ist, sie teilweise für Abwehrkosten aufgebraucht sein und andererseits für den nicht durch die D&O-Versicherung gedeckten Schaden, das Privatvermögen der verantwortlichen Manager nicht ausreichen wird. VW wird dies hingegen nach Meinung von Finanzexperten verkraften können. Treffen wird es auch die D&O-Versicherer: Die jährlichen Prämieneinnahmen der jeweiligen Versicherer werden mit einem solchen Versicherungsfall nahezu pulverisiert. Es wird interessant zu beobachten, wie die Versicherer darauf reagieren und die sog. Solidargemeinschaft definieren, innerhalb derer sie sanieren werden. Wird es zu einer Verhärtung des Marktes insgesamt kommen, wird man versuchen sich aus den (prestigeträchtigen) Programmen der Großindustrie zurückzuzeichnen oder wird man noch mehr die Flucht nach vorne in das sehr preisagressive Mittelstandsgeschäft suchen?

 

FINLEX beobachtet für Sie den Markt und wird Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informieren. Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an.

D&O-Selbstbehaltsversicherung

D&O-Selbstbehaltsversicherung

Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung („VorstAG“) ist seit dem 05.08.2009 in Kraft. Hierbei wurde unter anderem der § 93 Abs. 2 AktG um folgenden Satz ergänzt:
„Schließt die Gesellschaft eine Versicherung zur Absicherung eines Vorstandsmitglieds gegen Risiken aus dessen beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft ab, ist ein Selbstbehalt von mindestens 10% des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vorzusehen.“

Um diesen Selbstbehalt abzusichern, hat der Versicherungsmarkt entsprechende Lösungen entwickelt.

Was ist versichert?
Versichert ist in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme der gesetzliche Pflichtselbstbehalt nach § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG, den ein Vorstand einer deutschen Aktiengesellschaft zu tragen hat, wenn dieser bei einem berechtigten Schadenersatzanspruch der Gesellschaft Versicherungsschutz unter der D&O-Unternehmenspolice genießt. Die Höhe der Versicherungssumme sollte dem 1,5fachen der jährlichen Festvergütung des Vorstands entsprechen. Damit D&O-Selbstbehaltsversicherungen im Versicherungsfall auch funktionieren, sind diverse Kriterien zu berücksichtigen: Unter anderem ist eine regelmäßige Überprüfung der Versicherungssumme und entsprechende Anpassung, insbesondere bei Gehaltserhöhungen, unabdingbar.

Wer ist versichert?
Versichert ist ausschließlich der  jeweilige Vorstand der Aktiengesellschaft in dieser Funktion. Entspricht eine börsennotierte Aktiengesellschaft dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vollständig, sollten auch die Aufsichtsräte den Abschluss eine solcher Police in Betracht ziehen.

Vorstände von Gesellschaften, auf die wegen gesetzlicher Verweisungen das deutsche Aktienrecht anwendbar ist (z.B. SE, VVaG, etc.) oder vom Selbstbehalt betroffene Organe „öffentlicher“ Unternehmen (z.B. Stadtwerke, Messebetriebe oder Flughäfen), die sich dem Public Corporate Governance Kodex (PCGK) unterworfen haben, sollten auch die Platzierung einer D&O-Selbstbehaltsversicherung erwägen.

Wer versichert?
Es liegt nahe, dass die D&O-Selbstbehaltspolice bei dem Versicherer eingekauft wird, bei dem auch die D&O-Konzernversicherung besteht. Nahezu jeder Versicherer, der D&O-Versicherungen anbietet, kann auch darauf abgestimmte D&O-Selbstbehaltsversicherungen zur Verfügung stellen. Bei der Ausgestaltung der Versicherung sind verschiedene Kriterien zu beachten, so dass es unter Umständen sogar Sinn machen kann, die D&O-Selbstbehaltspolice bei einem anderen Versicherer als der D&O-Konzernversicherung zu platzieren (auch wenn es dadurch „auf den ersten Blick“ komplizierter wird).

Persönliche D&O-Versicherung

Persönliche D&O-Versicherung

Die Persönliche D&O-Versicherung eignet sich für Manager, die selbst – zusätzlich zu einer bestehenden (aber vermeintlich nicht ausreichenden) D&O-Konzernversicherung oder weil keine D&O-Versicherung für das Unternehmen besteht – vorsorgen wollen.

Was ist versichert?

Der Versicherungsschutz ist vergleichbar mit dem einer D&O-Konzernversicherung. Wesentlicher Unterschied ist, dass lediglich eine Person versichert ist und keine andere Person auf diese Versicherungssumme zugreifen kann.

Wird einem Manager die Verletzung von Pflichten vorgeworfen und ein Anspruch auf Ersatz des durch die vorgeworfene Pflichtverletzung entstandenen Vermögensschadens gestellt (Versicherungsfall), ist es die Aufgabe des D&O-Versicherers die Haftungsfrage zu prüfen, unberechtigte Ansprüche gegen den Manager abzuwehren und – sollte die Abwehr nicht gelingen – den Schadenersatz für den Manager zu leisten.

Ergänzend zu diesen typischen Funktionen einer Haftpflichtversicherung gibt es in aller Regel weitere Deckungsbestandteile, die den Manager in bestimmten Situationen schützen können (z.B. Übernahme der Rechtskosten bei vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrages im Vorfeld eines Schadenersatzanspruchs, Strafrechtsschutz, Kosten zur Minderung von Reputationsschäden, etc.).

Wer ist versichert?

Versicherte Person (und Versicherungsnehmer) ist ausschließlich der  jeweilige  Manager in der benannten versicherten Funktion.

Wer versichert?

Von der Vielzahl der D&O-Versicherer in Deutschland gibt es derzeit ca. eine Hand voll Versicherer, die in der Lage sind, D&O-Individualversicherungen anzubieten. Demnach erreichen die derzeit „pro Person“ verfügbaren Versicherungssummen noch nicht annähernd die Höhe, die Unternehmen einkaufen können.

D&O-Unternehmensversicherung

D&O-Unternehmensversicherung

Eine D&O-Unternehmensversicherung ist heute fester Bestandteil des Versicherungsportfolios eines Unternehmens, sowohl im Mittelstand als auch bei Großunternehmen und Finanzdienstleistern.

Was ist versichert?
Wird einem Manager die Verletzung von Pflichten vorgeworfen und ein Anspruch auf Ersatz des durch die vorgeworfene Pflichtverletzung entstandenen Vermögensschadens gestellt (Versicherungsfall), ist es die Aufgabe des D&O-Versicherers die Haftungsfrage zu prüfen, unberechtigte Ansprüche gegen den Manager abzuwehren und – sollte die Abwehr nicht gelingen – den Schadenersatz für den Manager zu leisten.

Das Bezugsrecht im Versicherungsfall haben also die Manager selbst. Dem Unternehmen stehen im Versicherungsfall, obwohl es in vielen Fällen selbst der Anspruchsteller ist und die Prämie bezahlt, keine Rechte zu (Ausnahme: Vereinzelt beinhalten D&O-Unternehmensversicherungen Deckungsbestandteile, die auch dem Unternehmen selber als sog. Entity-Deckung zur Verfügung stehen können). Die Kosten des Unternehmens für die rechtliche Verfolgung von Managern sind vom Unternehmen selbst zu tragen und auch nicht anderweitig versicherbar.

Ergänzend zu diesen typischen Funktionen einer Haftpflichtversicherung gibt es in aller Regel weitere Deckungsbestandteile, die den Manager in bestimmten Situationen schützen können (z.B. Übernahme der Rechtskosten bei vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrages im Vorfeld eines Schadenersatzanspruchs, Strafrechtsschutz, Kosten zur Minderung von Reputationsschäden, etc.).

Wer ist versichert?
In den allermeisten Fällen schließt das Unternehmen die Versicherung zugunsten aller Manager pauschal (ohne namentliche Nennung) ab und bezahlt die Versicherungsprämie als steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe (D&O-Unternehmenspolice). Üblicherweise sind die Manager aller Tochtergesellschaften weltweit versichert.

Manager und damit „versicherte Personen“ im Rahmen einer D&O-Versicherung sind typischerweise:

  • Mitglieder von Leitungsorganen (Vorstand, Geschäftsführung, etc.)
  • Mitglieder von Kontrollorganen (Aufsichtsrat, Beirat, etc.)
  • Weitere Personenkreise, die eine leitende Funktion bzw. besondere Stellung im Unternehmen haben (Generalbevollmächtigte, Prokuristen, leitende Angestellte, Compliance Officer, etc.)

In Einzelfällen kann eine D&O-Unternehmenspolice durch „D&O-Nebenprodukte“ ergänzt werden, z.B. eine separate D&O-Unternehmenspolice zugunsten ausgeschiedener Manager oder auch (ausschließlich) zugunsten des Aufsichtsrats, der Manager einer Konzernmuttergesellschaft, etc.

Eine weitere Ausprägung ist die sog. PTL- oder auch Fiduciary-Versicherung. Sie bietet als kombinierte D&O- und E&O-Versicherung speziellen Versicherungsschutz für das rechtlich selbständige Pensionssondervermögen und die handelnden Personen, die mit der Verwaltung und Kontrolle des Pensionssondervermögens des Unternehmens betraut sind.

Wer versichert?

In Deutschland gibt es mittlerweile eine hohe Anzahl von D&O-Versicherern, derzeit ca. 35. Da Unternehmen aufgrund ihrer globalen Aktivitäten und in Zeiten von Compliance zunehmend auch internationale Versicherungsprogramme (sog. Master- und Lokalpolicen) umsetzen sollten, reduziert sich die Anzahl der möglichen „Führungsversicherer“ realistischerweise auf unter zehn.

D&O-Individualversicherung

D&O-Individualversicherung

In bestimmten Situationen kann (oder sollte) ein Manager den Versicherungsschutz, den er (in der Regel) über eine D&O-Unternehmenspolice genießt, durch persönliche „D&O-Nebenprodukte“ ergänzen, z.B.:

  • D&O-Selbstbehaltsversicherung / D&O-SB-Versicherung
  • Persönliche D&O-Versicherung / D&O-Individualpolice
  • Persönliche  CRO D&O-Versicherung für Interimsmanager von Unternehmen in Krisensituationen

Die Versicherungsprämien einer D&O-Individualversicherung sind in aller Regel vom Manager selbst zu bezahlen. Sie können aber als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Prospekthaftungs-Versicherung (Public Offering of Securities Insurance – POSI)

Prospekthaftungs-Versicherung (Public Offering of Securities Insurance – POSI)

Die Bezeichnung „POSI“ (Public Offering of Securities Insurance) steht im Wesentlichen für das Absicherungskonzept gegen das Prospekthaftungsrisiko bei einer Kapitalmarktemission. Bei der öffentlichen Platzierung von Wertpapieren ist der Emittent gesetzlich verpflichtet, ein Wertpapierprospekt zu veröffentlichen, welches umfassende Informationen über die Chancen und Risiken des Wertpapiers enthält. Enthalten Wertpapierprospekte dann möglicherweise unrichtige oder unvollständige Risikoangaben, so können den Anlegern finanzielle Verluste wiederfahren. Schadenersatzansprüche dieser Anleger können die Folge sein. Die POSI ist eine Haftpflichtversicherung, d.h. sie bietet entsprechenden Kostenschutz für die Prüfung der Haftpflichtfrage und der Abwehr unberechtigter Ansprüche und befriedigt berechtigte Ansprüche.

Dabei ist der erstmalige „Gang aufs Parkett“ (Börsengang/IPO – Initial Public Offering) für den Herausgeber der Wertpapiere (Emittent) besonders risikoträchtig, da er sich hier auf einen bisher unbekannten Weg begibt. Nicht nur der IPO sondern auch andere prospektpflichtige Kapitalmarktmaßnahmen, insbesondere SPOs – Secondary Public Offerings, Kapitalerhöhungen oder Fremdkapitalemissionen (Anleihen) unterliegen dem Prospekthaftungsrisiko.

Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung (Stichwort: Telekom/KfW-Urteil) und einer verschärften Gesetzeslage, insbesondere eine bis zu 10 Jahren dauernde Verjährungsfrist, werden vermehrt höhere Versicherungssummen von den Emittenten eingekauft. Branchenkenner gehen davon aus, dass dieser Trend auch weiter anhalten wird. Der Beratungsbedarf bei diesen Absicherungsprodukten ist sehr hoch.

Was ist versichert?
Die POSI-Versicherung gewährt als Spezialdeckung Schutz gegen Haftungsrisiken im Zusammenhang mit einer Kapitalmarktmaßnahme. Andere Versicherungen des Unternehmens, welches die Wertpapiere emittiert, insbesondere die D&O-Versicherung bieten keinen hinreichenden Deckungsschutz und können zudem auch nicht die weitreichenden Interessen der Beteiligten (z.B. Eigenschaden des Emittenten, Ansprüche von Banken) mit absichern.
Dementsprechend sind folgende Deckungsbausteine mit versicherbar:

  • Roadshows und sonstige Äußerungen
  • Mitversicherung von im „Underwriting Agreement“ freigestellten Konsortialbanken
  • Versicherungsschutz für veräußernde Aktionäre („Selling Shareholder“)

Wer ist versichert?

  • die Gesellschaft als Emittentin
  • Organmitglieder und Arbeitnehmer
  • ggf. Dritte

Wer versichert?
Im Gegensatz zum mittlerweile ganzjährig hochaktiven Anleihen-Emissionsmarkt ist der Markt für Eigenkapital-Emissionen (IPO, SPO, etc.) erst seit Ende 2012 wieder richtig aktiv, wobei der Markt für die sogenannten Minibonds (Anleihen von Mittelstandsunternehmen) zur Zeit zum Erliegen gekommen ist. Die momentane Niedrigzinsphase der Notenbanken lässt jedoch diese alternative Finanzierung über den Kapitalmarkt neben dem regulären Bankdarlehen für Unternehmen weiterhin attraktiv erscheinen.
In Deutschland sind die führenden D&O-Versicherer auch zugleich die POSI-Versicherer. Maximale im deutschen Markt platzierbare Kapazität beträgt zur Zeit ca. EUR 450 Mio. Versicherungssumme.

Expertenwissen

„Pioniergeist und Innovationskraft ja – Experimente nein“

Wir tun nur das, was wir am Besten können: Financial Lines.

FINLEX konzentriert sich ausschließlich auf Vermögensschadenversicherungen und erarbeitet Versicherungslösungen nur für die Risiken und Kundengruppen, die wir inhaltlich auch „durchdrungen“ haben.

FINLEX hat den Anspruch, für alle Risiken und Kundengruppen, proaktiv marktführende, exklusive Versicherungskonzepte zu verhandeln und umzusetzen. Impulse dafür erhalten wir oft von unseren Kunden direkt. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen hierfür in Frage kommenden Versicherern ist die Basis dafür, dass unsere Mandanten Zugang zum bestmöglichen Versicherungsschutz erhalten.

Produktinnovationen machen einen Experten nicht nur aus – sie werden von ihm erwartet. Experte sein, bedeutet aber nicht nur vertriebsorientiert neue Versicherungskonzepte zu entwickeln und in den Markt einzuführen, sondern auch deren tatsächlichen Nutzen (selbst)kritisch zu überprüfen und mit dem vermeintlichen Wissensvorsprung, auf dessen Basis die Produkte entstanden sind, verantwortungsvoll umzugehen.

Ein Versicherungsvertrag behauptet sich erst im Versicherungsfall. Financial Lines Schadenfälle laufen allerdings häufig anders ab als man es von den „klassischen“ Versicherungen gewohnt ist: Sie sind im Thema abstrakter und von den Abläufen her aufgrund der Abhängigkeiten zu anderen Dritten schwieriger zu „managen“. Unterschiedliche Interessenlagen (z.B. bei D&O-Schadenfällen) und komplizierte rechtliche Zusammenhänge erschweren eine zielgerichtete Schadenbearbeitung. FINLEX stellt sicher, dass Versicherungsverträge „sich behaupten können“ und die Versicherer ihre Leistungsversprechen einhalten.

Advisory

Advisory

„Wer alleine arbeitet, addiert. Wer gemeinsam arbeitet, mulitipliziert.“ (arabische Weisheit)

Unser Service für Versicherungsmakler basiert auf der praktischen Erkenntnis, dass in einem weichen und von großem Wettbewerb geprägten Marktumfeld eine effiziente und bedarfsgerechte Betreuung in strategisch wichtigen Versicherungssparten unerlässlich ist. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Managerhaftung, da dieser unmittelbar die Entscheidungsträger der Unternehmen betrifft. Insofern ist D&O Türöffner, aber auch gleichzeitig ein Risiko für die Geschäftsbeziehung zum Unternehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beratung, die laufende Betreuung oder die Schadenbearbeitung hinter den Erwartungen der Unternehmenslenker zurückbleibt.

Der Spagat zwischen guter Betreuung des Kunden, der eigenen Profitabilität und möglichen Interessenkonflikten im Schadenfall stellt dabei für viele Versicherungsmakler eine große Herausforderung dar. Eigene Ressourcen für den Bereich Finacial Lines aufzubauen, ist sehr schwierig. Dies gilt nicht zuletzt auch angesichts der weichen Marktphase und den damit verbundenen sinkenden Courtageeinnahmen.

FINLEX hält für Sie folgende Lösungen bereit, um diesen Spagat zu meistern:

  • Wir stellen unseren Kooperationsmaklern eine onlinebasierte Informations-, Vertriebs- und Platzierungsplattform für den Bereich Financial Lines zur Verfügung.
  • Wir sind Partner, nicht Know-How-Hüter, d.h. wir geben unser Wissen an Sie weiter und tragen zu Ihrer Selbstständigkeit bei.
  • Wir helfen Ihnen in jeder Marktphase über definierte Standards und starke Produkte. Auch so tragen wir zu Ihrer eigenen „Enthaftung“ gegenüber Ihren Kunden bei.
  • Wir gehen transparent mit Courtagen (Vergütung) um und gewähren Ihnen einen fairen Anteil an der Gesamtcourtage, welcher mindestens den marktüblichen Standardcourtagen der Versicherer entspricht.
  • Wir unterstützen optional auch aktiv gegenüber Endkunden, aber nur, wenn es von Ihnen gewünscht ist und dadurch keine Interessenskonflikte zu anderen Partnern entstehen. Ansonsten halten wir uns als Dienstleister im Hintergrund.
Broking

Broking

Innovative Maklertools sind essentiell für modernes und zeitgemäßes Broking. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, stellt FINLEX seinen Kooperationsmaklern über die Maklerplattform praxiserprobte „Handwerkzeuge“ zur Verfügung:
  • Marktführende und mit führenden Versicherern abgestimmte Versicherungsprodukte
  • Moderne Ausschreibungs- und Platzierungssysteme, welche den Zeitaufwand von Maklern von mehreren Stunden auf wenige Minuten reduzieren

Bei der Auswahl unserer Partner, verfolgen wir im Sinne von „best-advice“ grundsätzlich einen Panel-Ansatz. Das heißt, wir verhandeln ein Produkt mit mehreren Versicherern, um dem Makler eine ausreichende Anzahl von Risikoträgern zur Verfügung zu stellen. An die Auswahl der Risikoträger stellen wir hohe Ansprüche. Facilites, welche nur eingeschränkt einen Marktüberblick ermöglichen, lehnen wir ab. Uns ist es wichtig, das beste Ergebnis für unsere Makler zu erreichen und durch einen freien Marktzugang Abhängigkeiten zu minimieren.

Mit unserer FINLEX-Maklerplattform und unseren dynamischen Antragsmodellen entwickeln wir moderne Techniken, die nicht nur den Ausschreibungsprozess und damit den Arbeitseinsatz beim Kooperationsmakler erheblich verkürzen, sondern auch standardisieren, um so Fehler und Haftungsrisiken zu minimieren. Der Makler führt dabei die Ausschreibung selbstständig, erhält dadurch volle Transparenz und kann jederzeit darauf Einfluss nehmen: Zeitersparnis, Transparenz, Qualitätssicherung und Enthaftung des Maklers stehen dabei stets im Vordergrund.

Claims

Claims

Vermögensschäden sind in der Regel komplex – nicht nur bzgl. der Haftung sondern auch bzw. insbesondere bzgl. ihrer Deckung. Nicht selten bereiten gerade Versicherungsprodukte „von der Stange“ bei der Schadenabwicklung Probleme. Hierbei passieren Fehler meistens schon beim Underwriting.

Netzwerk
Neben langjährigen eigenen Erfahrungen in der Abwicklung von Vermögensschäden verfügt FINLEX über ein Spezialistennetzwerk (Sachverständige und Fachanwälte), welches im Einzelfall sowohl haftungs- als auch deckungsrechtlich genutzt werden kann. Ebenso gehören Strafverteidiger zu dem Netzwerk. Die Rechtsanwälte des Netzwerks zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie grundsätzlich nicht auf Seiten der Versicherer tätig sind.

Bewertung
Gerne bewertet FINLEX auch „fremde“ D&O-Schadenfälle im Rahmen einer sog. „Second Opinion“. Vordergründig steht der Schadenservice jedoch den von FINLEX betreuten Versicherungsnehmern und Kooperationspartnern zur Verfügung.

Monitoring
Der D&O-Schadenfall ist in Deutschland zu 80 Prozent ein Innenhaftungsschaden. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass das geschädigte Unternehmen sein Organmitglied, sprich in der Regel Vorstand oder Geschäftsführer in Anspruch nimmt. Gerade wenn das Organmitglied noch für die Versicherungsnehmerin tätig ist, sind Spannungsverhältnisse zwischen den Beteiligten vorprogrammiert. Spätestens dann zeigt sich die Rechtsnatur der D&O-Versicherung als Vertrag zugunsten Dritter. Der Versicherer unterstützt seine versicherte Person und unterstützt den Geschäftsführer bei der Abwehr der geltendgemachten Ansprüche.
Oft sind Innenhaftungsansprüche auch emotional geprägt. Tendenzen eines „Rosenkrieges“ sind oft zu erkennen. Hier zahlt es sich aus, wenn die Beteiligten bei der Schadenabwicklung moderiert werden, um auch das häufige Hinziehen des Versicherungsfalls zu vermeiden. Dieses Monitoring ist Bestandteil der Dienstleistungen von FINLEX.

Abwicklung
FINLEX unterstützt bereits vor der Schadenmeldung, d.h. der Geltendmachung von Ansprüchen, um mögliche Probleme bei der Schadenabwicklung zu vermeiden (z.B. Anzeige- und sonstige mögliche Obliegenheitsverletzungen). Die Abwicklung sollte mit dem Ziel erfolgen, die Auseinandersetzung schnell und geräuschlos beizulegen. So können unnötige Eskalationen vermieden und der Manager sowie das Unternehmen vor negativen Schlagzeilen geschützt werden.

Managerhaftung

Managerhaftung

Führungskräfte haben eine große Verantwortung gegenüber ihrem Unternehmen, Gesellschaftern, Banken und anderen Dritten („Stakeholdern“). Kommen sie dieser Verantwortung nicht (ausreichend) nach und es entsteht dadurch ein finanzieller Schaden, dann müssen sie persönlich Schadenersatz leisten („Managerhaftung“). Stetige Haftungsverschärfungen und eine aggressive Anspruchsmentalität führen dazu, dass z.B. in Deutschland allein gegen GmbH-Geschäftsführer jährlich über mehrere tausend Schadenersatzprozesse angestrengt werden.

Unabhängig (oder auch im Vorfeld) einer zivilrechtlichen Inanspruchnahme müssen sich Manager mit strafrechtlicher Verfolgung bzw. entsprechenden Ermittlungen auseinandersetzen, z.B. beim Vorwurf der Untreue.

Directors & Officers Versicherung (D&O)

Directors & Officers Versicherung (D&O)

Die zivilrechtlichen Haftungsrisiken der Manager können mit einer Directors & Officers-Versicherung (D&O-Versicherung, auch Managerhaftpflichtversicherung oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Unternehmensleiter) abgesichert werden. Sie ist mittlerweile zu einer Art „Pflichtversicherung“ für jeden Manager geworden. Hierbei haben sich im Laufe der letzten Jahre verschiedene Ausprägungen von D&O-Versicherungen im Versicherungsmarkt etabliert.

Persönliche CRO D&O-Versicherung

Persönliche CRO D&O-Versicherung

Die Persönliche CRO D&O-Versicherung eignet sich für Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen, die selbst (ggf. zusätzlich zu einer in aller Regel nicht ausreichenden bzw. werthaltigen D&O-Konzernversicherung des Unternehmens in der Krise) vorsorgen wollen.

Was ist versichert?
Der Versicherungsschutz ist vergleichbar mit dem einer D&O-Konzernversicherung. Wesentlicher Unterschied ist, dass lediglich eine Person versichert ist und keine andere Person auf diese Versicherungssumme zugreifen kann.

Wird einem Interimsmanager die Verletzung von Pflichten vorgeworfen und ein Anspruch auf Ersatz des durch die vorgeworfene Pflichtverletzung entstandenen Vermögensschadens gestellt (Versicherungsfall), ist es die Aufgabe des D&O-Versicherers die Haftungsfrage zu prüfen, unberechtigte Ansprüche gegen den Manager abzuwehren und – sollte die Abwehr nicht gelingen – den Schadenersatz für den Manager zu leisten.

Ergänzend zu diesen typischen Funktionen einer Haftpflichtversicherung gibt es in aller Regel weitere Deckungsbestandteile, die den Manager in bestimmten Situationen schützen können (z.B. Strafrechtsschutz, Kosten zur Minderung von Reputationsschäden, etc.).

Interimsmanager haben typischerweise keinen Anstellungsvertrag mit dem Unternehmen für das sie tätig sind. Formell handelt es sich in aller Regel um Beratungsverträge: je nach Umfang des Beratungsvertrags ist zu prüfen, ob ergänzend zur Persönlichen CRO D&O-Versicherung eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Beratungsleistungen notwendig ist.

Wer ist versichert?
Versicherbar sind Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen (Chief Restructuring Officer, Sanierungsgeschäftsführer, Liquidationsgeschäftsführer u.ä.). In rechtlicher Hinsicht sollte eine „organähnliche“ Funktion ausgeübt werden (Geschäftsführer, Vorstand, Generalbevollmächtigter, etc.). Versicherte Person (und Versicherungsnehmer, ggf. aber nicht Prämienzahler) ist in der Regel ausschließlich der  jeweilige Interimsmanager in der benannten versicherten Funktion.

Wer versichert?

Von der Vielzahl der D&O-Versicherer in Deutschland gibt es derzeit knapp eine Hand voll Versicherer, die in der Lage sind CRO D&O-Individualversicherungen anzubieten. Demnach erreichen die derzeit „pro Person“ verfügbaren Versicherungssummen noch nicht annähernd die Höhe, die Unternehmen einkaufen können. Unter Umständen kann über typische „Exzedentenversicherer“ weiterer Versicherungsschutz eingekauft werden.