Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für verkammerte Berufe

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für verkammerte Berufe

Die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen für verkammerte Berufe, hier insbesondere Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, ist eine Pflichtversicherung. Geläufig ist dabei der Begriff der „Berufshaftpflichtversicherung“, im Englischen als „Professional Indemnity (PI)“ bekannt.

Den deutschen Markt prägend ist ein Klientel, welches bei ihrer Berufshaftpflicht auf etablierte Versicherer und bekannte Versicherungslösungen auf „Verstoßbasis“ setzt. Für neue Risikoträger ist es schwer sich im Markt zu positionieren, so dass der Wettbewerb eher eingeschränkt ist. Dies äußert sich in langen Lebenszyklen der Produkte, wobei der Markt, im Gegensatz z.B. zur D&O, hauptsächlich von Versicherer- und nicht Maklerbedingungswerken dominiert wird. Weiterhin charakteristisch für diesen Markt sind die weitestgehend konstanten Prämien.

In der Praxis oft relevant ist, neben der Stammdeckung, der Bereich der so genannten „Objektdeckungen“. Dies ist in Verfahren nach der Insolvenzordnung oder bei größeren Mandaten regelmäßig ein akutes Thema. Schnelligkeit, Verbindlichkeit und der direkte Zugang zu Underwritern sind dabei essentiell.

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen eines bei der Ausübung beruflicher Tätigkeit begangenen Verstoßes. Die Höhe der Versicherungssumme muss dabei mindestens der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssumme nach der jeweiligen Berufsordnung entsprechen. Hierbei zu beachten Sie diverse Kriterien, z.B. die Rechtsform der juristischen Person oder etwaige Besonderheiten einer interdisziplinären Berufsgemeinschaft.

Wer ist versichert?
Hier gilt es zunächst zu differenzieren, wer Versicherungsnehmerin ist. Handelt es sich um eine einzelne natürliche Person, so ist diese die versicherungsnehmende Berufsträgerin. Bei juristischen Personen, z.B. einer Rechtanwalts-GmbH, oder Personengesellschaften, z.B. einer Rechtanwalts GbR, ist dies die Gesellschaft selbst. Dabei sind die für die Gesellschaft tätigen Sozien (bei einer GbR), Partner (bei einer Partnerschaftsgesellschaft), Geschäftsführer (bei einer GmbH) und Vorstände (bei einer AG) sowie die angestellten Berufsträger versichert. Die versicherte Tätigkeit ist dabei die jeweilige angegebene Berufsausübung der versicherten Personen, z.B. als Rechtsanwalt und/oder Steuerberater.

Wer versichert?
Der Anbietermarkt ist überschaubar. Erstzunehmend sind in etwa ein halbes Dutzend an Versicherern, wobei diese sich in der jeweiligen Zeichnungspolitik stark unterscheiden. Zwei Anbieter dominieren dabei den Markt und können teilweise Kapazitäten im dreistelligen Millionenbereich zur Verfügung stellen. Dies ist insbesondere bei großen Objektanfragen sehr hilfreich.

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (Financial Institutions – „FI“)

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (Financial Institutions – „FI“)

Die Vermögenschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (FI) wird auch weitläufig als E&O-Versicherung (Errors & Omissions – Vermögensschäden durch Fehler und Unterlassungen) bezeichnet. Oftmals werden die Bezeichnungen „Errors & Omissions (E&O)“ und „Professional Indemnity (PI)“ inhaltsgleich verwendet.

Wir verstehen unter Finanzdienstleistern insbesondere folgende Geschäftsmodelle:

    • Banken (z.B. Privatbanken, öffentliche Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken)
    • Versicherungen
    • Vermögensverwalter / Asset Manager
    • Fondsverwalter / Fondsmanager / Fondsinitiatoren (z.B. Kapitalverwaltungsgesellschaften – KVG) aller Anlageklassen, u.a.
      • Private Equity und Venture Capital Gesellschaften
      • Emissionshäuser
      • Kapitalanlagegesellschaften
    • Vermittler (z.B. Versicherungsvermittler, Finanzdienstleistungsvermittler, etc.)

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen einer bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit begangenen Pflichtverletzung. Versichert ist in aller Regel ausschließlich die in der Risikobeschreibung angegebene Tätigkeit. Die Höhe der Versicherungssumme ist – mit Ausnahme von Mindest-Versicherungssummen im Pflichtversicherungsbereich (z.B. Finanzdienstleistungsvermittler) – grundsätzlich frei wählbar. Bei der Wahl der „passenden“ Versicherungssumme und etwaiger Maximierungen sind diverse Kriterien zu beachten, z.B. Fonds- oder Auftragsvolumina, vereinbarte vertragliche Haftungsbegrenzungen, die durch das Geschäftsmodell gegebene Risikostreuung aufgrund der Anlage in verschiedene Anlageklassen, Kundenstruktur, etc.

Wer ist versichert?
Versichert ist in aller Regel eine Muttergesellschaft oder Holding als Versicherungsnehmerin. Versichert sind auch – je nach Geschäftsmodell – die Tochtergesellschaften und die Fondsverwaltungs- und Fondsgesellschaften. Die Organe und die für die Gesellschaft tätigen Mitarbeiter sind ebenfalls vom Versicherungsschutz umfasst.

Insbesondere bei Tätigkeiten, die ein Prospekthaftungsrisiko bergen, ist die persönliche Haftung der handelnden Personen (meist Organe) und der juristischen Personen (meist der Fondsverwalter) kaum trennbar bzw. sauber abgrenzbar. Es bestehen sogar gesamtschuldnerische Haftungen. Dies löst man in der Regel mit kombinierten D&O/E&O-Versicherungen, um Deckungslücken zu vermeiden.

Wer versichert?
Bei der Versicherung von Finanzdienstleistern kann man auf ca. 10-15 Versicherer zurückgreifen. Die Zahl der Versicherer, die für einen Grundvertrag in Frage kommen (so genannte „Führungsversicherer“), ist hierbei geringer und vom jeweiligen Kundensegment abhängig.