FINLEX bietet Unternehmen in 32 Branchen spezialisierte Policen an

Frankfurt. In einem Loft im Erdgeschoss eines Hinterhofhauses im Gutleutviertel liegt das Büro. Hier werden maßgeschneidert für große Konzerne Risiken eingeschätzt und in Versicherungspolicen gegossen. Von einem Team aus vier Gründern und zwei Mitarbeitern. Ob man sich da nicht fühle wie David neben Goliath? Sebastian Klapper, der Geschäftsführer des Insure-Tec-Start-up FINLEX, lacht: „Wir sind eben die Spezialboutique“, erklärt der 32-Jährige. „Wir versuchen, das Risiko des Kunden zu verstehen und den Versicherern zu vermitteln. Wir pflegen eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Versicherern.“

Worum es bei dem Start-up geht, sind Vermögenschaden-Haftpflichtversicherungen. Der Name FINLEX setzt sich zusammen aus dem Englischen Begriff „Financial Lines“, der diesen Bereich bezeichnet, und dem Zusatz „Experts“. Das „Lex“ zugleich auch „Recht“ bedeutet, sei ein Wortspiel, das den Gründern passend erschien, als sie sich vor zwei Jahren in die Selbstständigkeit wagten.

Denn in ihrer Arbeit geht es um Recht – um Abwehrkosten und Obliegenheiten, um Deckungsansprüche und die „Pflichten des ordentlichen Geschäftsmanns“. Denn worauf sich ihre „Boutique“ spezialisiert hat, sind Managerhaftpflicht- und sogenannte Cyber-Versicherungen.

In diesem Segment bieten die vier Gründer über 32 Branchen hinweg Industrieunternehmen spezialisierte Policen an – und das über eine Maklerplattform im Internet mittlerweile vollautomatisch. Ein Algorithmus sucht für den Makler, der seinem Kunden die passende Managerhaftpflicht vermitteln will, per Knopfdruck sechs mögliche Alternativen heraus, für Unternehmen bis zu 100 Millionen Euro Umsatz geht das innerhalb von Sekunden.

Dafür muss der Makler zuvor einige Risikomerkmale seines Kunden in der Plattform hinterlegen. Für größere Industriekunden geht der Service noch nicht vollautomatisch. Hier wollten die Versicherer oft einen Plausibilitätscheck haben, das dauere dann einige Tage. Die Bedingungen hat FINLEX zuvor mit den Versicherungsunternehmen ausgehandelt. Mit dabei sind Allianz, Gothaer, Axa und Zurich.

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Quelle: Frankfurter Neue Presse

Wachstumsmarkt Cyber – Versicherer noch im Beobachtermodus

von Dr. Nicolai Dördrechter, Geschäftsführer (CFO & COO), Policen Direkt GmbH

Der Markt für Cyber-Policen ist in Deutschland noch überschaubar, auf der Cyberlandkarte gibt es noch viel unentdecktes Land. Die KPMG-Prognose zum immensen Potenzial halte ich aber durchaus für realistisch. KPMG sieht den Markt für Cyberversicherungen in nicht einmal 20 Jahren bei mehr als 15 Mrd. Euro Jahresprämie. Zum Vergleich: Genauso viel macht derzeit das jährliche Prämienaufkommen in der Kfz-Versicherung aus. Auch der InsurTech Radar von Policen Direkt und Oliver Wyman zeigt, dass neue digitale Risiken ein sehr vielversprechendes Geschäftsfeld sind.

Selbst die Politik macht „Wirtschaftsschutz“ zur Chefsache. Mit diesem Slogan hat das Innenministerium angesichts der Cyber-Angriffe von „WannaCry“ und „Petya“ jüngst Alarm geschlagen . Dennoch hält sich die tatsächliche Nachfrage nach Cyberschutz bei Unternehmen bislang noch in Grenzen.

So fördert eine Umfrage des Company-Builders FinLeap große Wissenslücken auf der Unternehmensseite zutage. Kein Wunder, dass deren InsurTech-Experte Matthias Lange bei vielen Unternehmen eine gewisse Tatenlosigkeit feststellt. Kaum einer wisse, was Cyber-Risiken wirklich sind. Prävention und Krisenmanagement würden nicht adäquat auf der Unternehmens-Agenda gewürdigt.

Die Folge: die Durchdringungsquote bei der Cyberversicherung liegt bei aktuell neun Prozent und die Branche verhält sich entsprechend zurückhaltend. Im Moment vertreiben lediglich rund 15 Ver-sicherer Cyber-Produkte, der Rest ist noch in einem Beobachtermodus.

Dass der deutsche Cyber-Markt noch ineffizient ist, liegt nicht zuletzt auch in der Schwierigkeit der Risikobeurteilung. So urteilt Sebastian Klapper, Geschäftsführer des InsurTechs FINLEX, das auch als Spezialmakler für Cyber-Versicherungen agiert: „Weil die üblichen statistischen Modelle der Aktuare branchenübergreifende Kumulrisiken in Cyber nicht adäquat abbilden, haben Versicherer bei der Risikoprüfung im Underwriting sehr unterschiedliche Vorgehensweisen entwickelt.“ Diese Einschätzung teile ich. Prämienspreizungen von bis zu 300% für das gleiche Risiko bei identischem Deckungsumfang sind ein klares Indiz für einen noch intransparenten Versicherungsmarkt in den Kinderschuhen.

InsurTechs wie FINLEX und Gewerbeversicherung24 sind in der Position, kleineren und mittleren Maklern den Marktzugang zu erleichtern. Die zentrale Aufgabe: Ein möglichst passgenauer Versicherungsschutz für den Kunden und keine Haftungsfalle für den Makler. Mit vertriebsunterstützenden Maklerplattformen, Vergleichsrechnern und individuellen Deckungskonzepten können InsurTechs so helfen, das komplexe Geschäftsfeld Cyber gewinnbringend zu erschließen.

Fazit: Die Versicherungsbranche ist unter Zugzwang und muss mehr Produkte liefern. Die jüngst vom GDV vorgestellten unverbindlichen Musterbedingungen könnten für alle Beteiligten ein erster Vergleichsmaßstab auf dem Weg zu mehr digitaler Sicherheit für den Wirtschaftsstandort Deutschland werden, reichen aber nicht aus. Auch neue Datenschutzregeln, die 2018 in Kraft treten, könnten der Cyber-Versicherung zu einem weiteren Schub verhelfen. Denn mit der kommenden EU-Verordnung gehen deutlich strengere Meldepflichten für Cyber-Vorfälle und damit tendenziell häufigere Haftungsfälle einher. Versicherer haben grundsätzlich die besten Karten, den Cyber-Kuchen über neue Produkte unter sich aufzuteilen. Aber sie sind nicht alleine: InsurTechs sowie Unternehmen aus anderen Bereichen mit einem guten Kundenzugang wollen ihr Stück vom wachsenden Cybermarkt haben, mit weiteren Neugründungen ist daher auch in Deutschland rechnen. Meine Prognose: Privat- wie Gewerbekunden werden von dem Wettbewerb zwischen etablierten Versicherern und InsurTechs in Form von leistungsfähigen Produkten und begleitenden Dienstleistungen profitieren.

Weitere Details in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft 08/17 unter „Versicherer entdecken Neuland – Cyberpolicen auf dem Weg zum Wachstumsmotor für eine ganze Branche“

Cyber-Versicherung – ein schwieriger Markt für Makler und Firmen

Jedes vierte kleine oder mittelständische Unternehmen hat schon einmal einen Cyber-Schaden erlitten, lautet das Ergebnis einer forsa-Umfrage. So ist auch die Sensibilität der Firmen gegenüber des eigenen Cyber-Risikos gestiegen, die Nachfrage nach Cyber-Versicherungen steigt. Dr. Stefan Steinkühler von der FINLEX GmbH erklärt in seinem Gastbeitrag im Versicherungsboten, welche Hürden beim Abschluss einer solchen Versicherung zu überwinden sind: sowohl für Firmen als auch beratende Versicherungsmakler.

Regelmäßig wird der Makler vom Unternehmen aufgefordert, den Versicherungsmarkt zu sondieren und mehrere Angebote einzuholen. Letztlich stehen Kunde und auch Makler vor dem Dilemma, dass sie nicht einschätzen können, was eine „faire“ Versicherungsprämie ist. So sind Prämienunterschiede für ein und dasselbe Risiko von teilweise bis zu 300 Prozent bei vermeintlich gleichen Deckungsinhalten zu sehen. Sicherlich ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Cyber-Versicherungsmarkt in Deutschland noch sehr jung ist.

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PM: FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

PRESSEMITTEILUNG

der FINLEX GmbH

FINLEX bringt eigenes Cyber-Produkt auf den Markt

Frankfurt, 03.04.2017 I Wie bereits im Dezember letzten Jahres angekündigt, steht ab sofort das Cyber-Bedingungswerk von FINLEX zur Verfügung. Damit wächst die angebotene Produktpalette und sorgt in einem für Makler und Kunden gleichermaßen intransparenten Markt für einen neuen Standard.

Der von FINLEX bereits in D&O und Strafrechtsschutz erfolgreich praktizierte Weg, in den Financial Lines Hauptsparten einheitliche und über Marktstandard liegende Bedingungswerke auf den Markt zu bringen, welche standardmäßig von bis zu sechs Versicherern gezeichnet werden, wird somit fortgeschrieben. Ein von allen Versicherern akzeptierter Risikofragebogen erleichtert Kunden und Maklern die Risikoerfassung.

„Bisher musste ein Makler nicht nur die verschiedenen Bausteine eines Cyber-Wordings analysieren, sondern mangels eines Standards auch jedes einzelne Wort prüfen. Selbst wenn man die gleichen Begriffe in verschiedenen Versicherungsbedingungen findet, heißt das noch lange nicht, dass auch dasselbe gemeint ist“, sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. „Die Herausforderung in der Beratung und der damit einhergehende Zeitaufwand ist immens.“

Über die Maklerplattform kann der Ausschreibungsprozess für die von FINLEX betreuten Kooperationsmakler und Inhousebroker durch einheitliche Bedingungen nicht nur zeitlich wesentlich verkürzt, sondern auch in großem Umfang standardisiert werden, was zur wesentlichen Enthaftung des Maklers beiträgt. Dabei wird die Ausschreibung mit einem Zeitaufwand von wenigen Minuten bei mehreren Versicherern gestartet und die Angebote der angefragten Versicherer werden für den Makler auf Knopfdruck zusammengefasst.

„Die Kunden profitieren bei ihrer Entscheidung über den Einkauf einer Cyber-Versicherung von der hohen Vergleichbarkeit der Bedingungswerke und können anderen wichtigen Kriterien, wie der Höhe einer angemessenen Versicherungssumme oder dem Profil der Dienstleister, die hinter der Police stehen und den Kunden bei Cyber-Vorfällen helfen sollen, die erforderliche Aufmerksamkeit schenken“ sagt Geschäftsführer Tomasz Kosecki. Der transparente und strukturierte Aufbau des Bedingungswerks erleichtert zum einen die Lesbarkeit. Zum anderen wird durch einen umfangreichen Katalog deckungsauslösender Ereignisse sichergestellt, dass die Kunden, auch wenn anfangs unklar ist, ob ein Cyber-Vorfall vorliegt, den Schutz der Cyber-Police haben. Der Ausschlusskatalog ist auf ein Minimum reduziert und die Rechtssicherheit im Hinblick auf Obliegenheiten und Anzeigepflichten erhöht worden.

„Als nächster Meilenstein ist die Einführung von dynamischen (Multi-Versicherer) Antragsmodellen (FINLEX SMART-Modelle) geplant. Diesbezüglich werden wir aber gesondert informieren,“ so Geschäftsführer Sebastian Klapper.

Über FINLEX:
FINLEX steht für Financial Lines Experts und ist ein unabhängiger Dienstleister für Versicherungsmakler auf dem Gebiet der Vermögenschaden-Versicherungen.

Kontakt
Sebastian Klapper, Geschäftsführer
Telefon: +49 (69) 2562 7154
E-Mail: sebastian.klapper@finlex.de
Adresse: Schleusenstr. 9, 60327 Frankfurt am Main
http://www.finlex.de

BGH: Insolvenzverwalter muss D&O-Versicherung nicht aufrechterhalten

Der Kläger, Verwalter im Insolvenzverfahren über das Vermögen einer GmbH, nimmt den Beklagten als deren Geschäftsführer gemäß § 64 GmbHG auf Erstattung verbotener Zahlungen in Rückgriff. Dieser wiederum verlangt von dem Insolvenzverwalter im Rahmen einer Drittwiderklage, ihn von dieser Verbindlichkeit freizustellen. Insoweit wirft er dem Insolvenzverwalter als Drittwiderbeklagten vor, eine von der GmbH abgeschlossene, Ansprüche aus § 64 GmbHG abdeckende D&O-Versicherung mit einer Deckungssumme von EUR 3 Mio. nach Verfahrenseröffnung beendet zu haben.

Das Hanseatische OLG hat in der Vorinstanz (Urteil vom 08.07.2015, Az. 11 U 313/13) die Widerklage als unbegründet angesehen, da die Pflichtverletzung nicht zu einem Schaden des Geschäftsführers führe. Aus § 103 Abs. 1 InsO folge die Pflicht des Insolvenzverwalters, die Organe nicht potenziell existenzgefährdenden Risiken auszusetzen. Das OLG hat seine Sichtweise aber vor allem damit begründet, dass die Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist von 3 Jahren im Insolvenzfall vollständig (quasi nachträglich) ausgeschlossen wird, gemäß § 307 BGB unwirksam sei.
Da der Geschäftsführer weiterhin Versicherungsschutz hat, kommt es auch nicht zu einem Schaden.

Der BGH hat in seiner Entscheidung (Urteil vom 14.4.2016, Az. IX ZR 161/15) auch gegen den Geschäftsführer entschieden. Allerdings begründet der BGH dies damit, dass der Insolvenzverwalter schon gar keine Verpflichtung hat, eine zu Gunsten des Geschäftsführers abgeschlossene D&O-Versicherung aufrechtzuerhalten. Zwar ist der Insolvenzverwalter gemäß § 60 Abs. 1 Satz 1 InsO allen Beteiligten zum Schadensersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Der Geschäftsführer ist in diesem Sinne aber ausschließlich Schuldner der Masse, dem gegenüber der Verwalter keine insolvenzspezifischen Pflichten zu erfüllen hat.

Anmerkungen FINLEX:
Leider hat der BGH mangels einer Pflichtverletzung beim Insolvenzverwalter nicht auch die Frage klären können, ob eine Bestimmung in den AVB der D&O-Versicherung, wonach die Nachmeldefrist im Insolvenzfall wegfällt, gemäß § 307 BGB unwirksam ist.
Der Insolvenzverwalter sollte sich eine Kündigung dennoch wohl überlegen, stellt die D&O-Versicherung doch teilweise ein echtes (oft auch einziges) „Asset“ dar, da sie in der Insolvenz die Substanzhaltigkeit von Schadenersatzansprüchen gegen (ehemalige) Organmitglieder sicherstellen kann.
Wichtig ist zudem, dass in der D&O-Versicherung explizit klargestellt wird, dass auch Ansprüche aus § 64 GmbHG versichert sind, da von der Rechtsnatur her dieser Anspruch von der herrschenden Meinung als Ersatzanspruch eigener Art angesehen und von der D&O-Versicherung in der Regel nur allgemein von Schadensersatzansprüchen gesprochen wird. Diesbzgl. hat es im Schadenfall schon „überraschende“ Interpretationen auf Versichererseite gegeben.

VW: BaFin stellte Strafanzeige

Die BaFin ist nach monatelangen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Konzern die Anleger zu spät über „Dieselgate“ informiert hat. Eine entsprechende Mitteilung an die Aktionäre wurde am 22.09.2015 veröffentlicht. Die US-Umweltbehörde EPA hatte allerdings ihre „Mitteilung einer Gesetzesübertretung“ mit dem Vorwurf, VW nutze manipulierte Software, bereits am 18.09.2015 veröffentlicht und VW hatte die Vorwürfe schon Anfang September gegenüber der Behörde eingeräumt.

Nichtsdestotrotz sieht der Aufsichtsrat von VW keine schwer wiegenden Pflichtverletzungen des Gesamtvorstandes und schlägt für die Hauptversammlung Entlastung vor.

Nach Einschätzung der BaFin hat VW sowohl bewusst die Anleger zu spät informiert und damit gegen die sog. Ad-hoc-Pflicht verstoßen als auch eine vorsätzliche Marktmanipulation begangen. Entsprechend hat die BaFin Strafanzeige gestellt. Eine Strafe der BaFin selber wäre „nur“ eine Ordnungswidrigkeit.

Bestätigt die Staatsanwaltschaft und ein späteres Strafverfahren die Einschätzung der BaFin, läge ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten nach § 15 WpHG vor. Ob die Rechtsprechung den § 15 WpHG selber künftig als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB einordnet, kann nicht abgeschätzt werden. Für derartiges Handeln sieht aber § 37b WpHG bei grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz für Anleger Schadensersatzansprüche vor, weil das Unternehmen Insiderinformationen nicht unverzüglich veröffentlicht hat. Rechtlich ist zu klären, was die Meldepflicht auslöste: War es schon der Zeitpunkt des Bekanntwerdens der ersten systematischen Manipulation oder erst der Moment der Nachforschungen von amerikanischen Behörden?

Mittlerweile haben mehrere Aktionäre Klagen gegen VW beim LG Braunschweig eingereicht. Eine Klage hat allerdings eine besondere Dimension – 278 Aktionäre verlangen insgesamt rund EUR 3,3 Milliarden Schadensersatz von VW. Alle Aktionäre bei dieser Klage sind institutionelle Investoren, zu denen beispielsweise eine Tochter des Versicherungskonzerns Allianz und die Deka, eine Tochter der Sparkassen, gehören.

Anmerkungen FINLEX:
Es ist anzunehmen, dass sich nach den jüngsten Erkenntnissen weitere Investoren in die Schlange der Kläger einreihen, da eine Nicht-Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zugunsten der Investoren für deren Management selber die Gefahr einer Pflichtverletzung bedeuten würde.

Bei derartigen Verfahren drängt sich natürlich die Frage auf, inwieweit Rechtsschutzversicherer hier Anwalts- und Gerichtskosten tragen. Aus Anlegersicht haben einige Rechtsschutzversicherer in ihren Vertragsbedingungen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Aktiengeschäften ausgeschlossen.
Aus Sicht der Beschuldigten sehen einige Bedingungen der Industrie-Strafrechtsschutzversicherung Versicherungsschutz im Zusammenhang mit behördlichen Auskunftsverlangen nach dem WpHG vor, mit dem der Versicherungsnehmer wegen es Verdachts verbotener Insidergeschäfte konfrontiert wird. Gelegentlich wird auch nur im Rahmen des vorsorglichen Rechtsschutzes die anwaltliche Erstberatung übernommen. Sofern in der D&O-Konzernversicherung ein Baustein zur Absicherung von Verletzungen von kapitalmarktrechtlichen Folgepflichten (sog. Entity-Baustein) vereinbart wurde, kann der Rechtsschutzbaustein in der D&O-Versicherung weiter als in der klassischen Strafrechtsschutz-versicherung sein und entsprechende Verteidigungskosten vorleisten. Aber auch hier gilt wie fast immer: Der Versicherungsschutz entfällt bei rechtskräftiger Verurteilung wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat. Bis dahin erbrachte Leistungen sind dem Versicherer dann zurück zu erstatten.

Multiline-Versicherungskonzept für FinTechs

Betriebliche Versicherungen bei FinTechs gewinnen häufig erst mit fortgeschrittener Geschäftstätigkeit  an Bedeutung. Nichtsdestotrotz schafft ein funktionierendes Risikomanagement-System und ein proaktiver Umgang mit dem Thema Risikotransfer zusätzliche Attraktivität & Akzeptanz bei (zukünftigen) Kunden, Finanzierungs- und Geschäftspartnern sowie Aufsichtsbehörden und schützt zudem die Geschäftsleiter vor persönlichen Haftungsrisiken. Weiterlesen

Verschärfte Haftung für den CRO

CROs, die in kriselnden Unternehmen eingesetzt werden, um eine Restrukturierung erfolgreich durchzuführen und eine Insolvenz abzuwenden, unterliegen strengen Haftungsregeln. Das OLG Brandenburg hat jüngst geurteilt, dass sich CROs nicht auf die besonderen Umstände der Krise berufen dürfen. Sie haften im Zweifel nach § 64 GmbHG ebenfalls für ausgehende Zahlungen, die die Insolvenzmasse schmälern.

Der 6. Senat willigte dem CRO als Sanierungsgeschäftsführer jedoch gerade einmal 2 Tage zur Einarbeitung zu. Nach dieser Frist müsse er ausreichend Kenntnisse über die finanzielle Situation der Gesellschaft erworben haben und sicherstellen, dass durch den Zahlungsverkehr keine Vermögensreduzierung eintritt. Im konkreten Fall waren die Bemühungen des Sanierungsgeschäftsführers nicht mit Erfolg gekrönt gewesen. Der Insolvenzverwalter hatte den CRO persönlich im nachfolgenden Insolvenzverfahren auf Zahlung von EUR 124.493,00 in Anspruch genommen.
OLG Brandenburg, Urteil vom 12.01.2016 (Az. 6 U 123/13)

Anmerkungen von FINLEX:
Gerade bei CROs ist des Öfteren die Haftungssituation nicht klar. Durch eine Persönliche CRO-D&O-Versicherung sind Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen (Chief Restructuring Officer, Sanierungsgeschäftsführer, Liquidationsgeschäftsführer u.ä.) versicherbar. In rechtlicher Hinsicht sollte eine „organähnliche“ Funktion ausgeübt werden (Geschäftsführer, Vorstand, Generalbevollmächtigter, etc.).

Interimsmanager haben typischerweise keinen Anstellungsvertrag mit dem Unternehmen für das sie tätig sind. Formell handelt es sich oft um Beratungsverträge: Je nach Umfang des Beratungsvertrags ist zu prüfen, ob ergänzend zur Persönlichen CRO D&O-Versicherung eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Beratungsleistungen notwendig ist.

s.a. Literaturtipp für den CRO: Manager in der Unternehmenskrise

Private Equity Update: Compliance & Haftung

Top View of Business Shoes on the floor with the text: Legal - IllegalCompliance ist in der Private Equity Szene schon länger mehr als nur ein Stichwort. Nicht nur die meist einer Finanzaufsicht unterstehenden Investoren (wie Versicherungen oder Pensionskassen) der von den Private Equity Häusern beratenen Fonds erwarten von ihren Dienstleistern die Einführung von Compliance-Systemen. Auch die eigenen regulatorischen Vorgaben und gesetzlichen Rahmenbedingungen verlangen von Private Equity Managern die Früherkennung und Bewältigung von Compliance-Risiken.

Lesen Sie hier das vollständige PE Update

Erste Pensionskasse senkt Garantiezins im Bestand

Die Neue Leben Pensionskasse senkt als erste Pensionskasse den Rechnungszins für die ab 2017 zu zahlenden Beiträge auf 1,25 Prozent, auch wenn die Verträge aus den Jahren 2003 bis 2005 stammen und mit einem Rechnungszins von 3,25 Prozent verkauft wurden. Das führt zu erheblichen Einbußen für rund 80.000 Betroffene.

Normalerweise der Arbeitgeber für arbeitsrechtliche Zusagen haften, auch wenn die betriebliche Altersversorgung von externen Anbietern betrieben wird. „Die Zusage an den Arbeitnehmer sah in den konkreten Fällen von Beginn an die Möglichkeit vor, mit Zustimmung der Bundesaufsicht künftige Rechnungsgrundlagen zu verändern“, so die NLP.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.sueddeutsche.de

Anmerkung FINLEX:
Eine PTL-Versicherung (Pension Trust Liablity) – auch Fiduciary-Versicherung genannt – bietet als kombinierte D&O- und E&O-Versicherung Versicherungsschutz für rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen und die handelnden Personen, die mit der Verwaltung und Kontrolle des Pensionsvermögens betraut sind. Die Schieflage einer Versorgungseinrichtung hat zwar noch nicht automatisch Regressansprüche gegen die dort Handelnden zur Folge. Es ist jedoch zu erwarten, dass einzelne Anlagestrategien jedoch (gerade bei einer Beobachtung durch die BaFin) stärker hinterfragt werden, womit auch die operativen Risiken der Handelnden steigen. Dabei gilt zu beachten, dass der Einschluss in die D&O-Versicherung des Arbeitgeber- bzw. Sponsorunternehmens nicht ausreicht, denn hier sind die operativen Risiken nicht versichert.

Cyber: Wenig Abschlüsse – großes Wachstumspotential

Nach einer Umfrage des Digitalverband Bitkom sind gerade einmal 11% Prozent der deutschen Industrieunternehmen gegen Cybercrime versichert.

Laut der Umfrage planen 9% Prozent der Unternehmen den Abschluss einer solchen Versicherung, bei 26% wird zumindest über eine solche Police diskutiert. Für 49% ist eine Cyber-Versicherung hingegen aktuell kein Thema.

Ein Risiko, das durchaus eine reale Gefahr für die Unternehmen darstellt, wie die Bitkom-Umfrage zeigt. So sind in den vergangenen zwei Jahren 69% der Industrieunternehmen Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage geworden. Während in der Gesamtwirtschaft „nur“ 51% der Unternehmen betroffen sind, ist der Industriesektor überproportional im Fokus von Cyber-Crime. Der Schaden für die Industrie beläuft sich nach Bitkom-Berechnungen dabei auf ca. EUR 22,4 Milliarden im Jahr.

Auf dem Cyber-Versicherungsmarkt hat sich sowohl hinsichtlich der Bedingungen als auch der Prämienfindung noch kein Standard gebildet. Die Produktentwicklung befindet sich im stetigen Wandel. Makler stehen dabei vor der großen Herausforderung, das breit gefächerte Angebot zu überblicken, zu vergleichen und für den Kunden das passende Angebot herauszufiltern.

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Den vollständigen Artikel finden Sie unter: Industrie kaum gegen Cybercrime versichert

Die Entwicklung von Transaktionsversicherungen (POSI, W&I etc.) in Deutschland

Beitrag von Sebastian Klapper in phi 02/2016

Transaktions-Versicherungen in Deutschland sind im Begriff ein fester Bestandteil der Wertschöpfungskette eines Industrie-Versicherers und -Maklers zu werden.

Durch den generellen Anstieg der Marktaktivitäten im M&A-Umfeld und dem gestiegenen Bedarf von Unternehmen und deren Managern nach passenden Absicherungsmöglichkeiten, haben sich die Versicherungskonzepte in Deutschland zum Vorteil der Versicherungseinkäufer weiterentwickelt.

Vollständiger Beitrag: Aufsatz

EUROFORUM Haftpflicht 2016

Sebastian Klapper hat beim EUROFORUM Haftpflicht / Financial Lines 2016 zum Thema Prospekthaftung referiert und die aktuellen Entwicklungen auf Haftungsebene sowie beim Risikotransfer mit Hilfe einer Prospekt-Versicherung beschrieben.

Maßgeblich für die Veränderungen waren die Gesetzesänderung, die 2012 inkraft getreten ist (Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler und Vermögensanlagenrechts), einige prägnante Schadenfälle der jüngeren Vergangenheit und der gestiegene Bedarf von Unternehmen und Organmitgliedern an einem umfassenderen Schutz im Kapitalmarktumfeld.

Die Entwicklung der Produkte beschreibt Klapper wie folgt: „Die Produkte entwickeln sich von einer Prospekt-Versicherung des Emittenten hin zu einer „Börsengangs-Versicherung“ bzw. umfangreichen „Projekt-Versicherung“, bei der mehrere Interessengruppen vom dem Schutz partizipieren können.“

Link(s):
EUROFORUM Haftpflicht 2016

D&O-Selbstbehaltsversicherung

D&O-Selbstbehaltsversicherung

Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung („VorstAG“) ist seit dem 05.08.2009 in Kraft. Hierbei wurde unter anderem der § 93 Abs. 2 AktG um folgenden Satz ergänzt:
„Schließt die Gesellschaft eine Versicherung zur Absicherung eines Vorstandsmitglieds gegen Risiken aus dessen beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft ab, ist ein Selbstbehalt von mindestens 10% des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vorzusehen.“

Um diesen Selbstbehalt abzusichern, hat der Versicherungsmarkt entsprechende Lösungen entwickelt.

Was ist versichert?
Versichert ist in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme der gesetzliche Pflichtselbstbehalt nach § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG, den ein Vorstand einer deutschen Aktiengesellschaft zu tragen hat, wenn dieser bei einem berechtigten Schadenersatzanspruch der Gesellschaft Versicherungsschutz unter der D&O-Unternehmenspolice genießt. Die Höhe der Versicherungssumme sollte dem 1,5fachen der jährlichen Festvergütung des Vorstands entsprechen. Damit D&O-Selbstbehaltsversicherungen im Versicherungsfall auch funktionieren, sind diverse Kriterien zu berücksichtigen: Unter anderem ist eine regelmäßige Überprüfung der Versicherungssumme und entsprechende Anpassung, insbesondere bei Gehaltserhöhungen, unabdingbar.

Wer ist versichert?
Versichert ist ausschließlich der  jeweilige Vorstand der Aktiengesellschaft in dieser Funktion. Entspricht eine börsennotierte Aktiengesellschaft dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vollständig, sollten auch die Aufsichtsräte den Abschluss eine solcher Police in Betracht ziehen.

Vorstände von Gesellschaften, auf die wegen gesetzlicher Verweisungen das deutsche Aktienrecht anwendbar ist (z.B. SE, VVaG, etc.) oder vom Selbstbehalt betroffene Organe „öffentlicher“ Unternehmen (z.B. Stadtwerke, Messebetriebe oder Flughäfen), die sich dem Public Corporate Governance Kodex (PCGK) unterworfen haben, sollten auch die Platzierung einer D&O-Selbstbehaltsversicherung erwägen.

Wer versichert?
Es liegt nahe, dass die D&O-Selbstbehaltspolice bei dem Versicherer eingekauft wird, bei dem auch die D&O-Konzernversicherung besteht. Nahezu jeder Versicherer, der D&O-Versicherungen anbietet, kann auch darauf abgestimmte D&O-Selbstbehaltsversicherungen zur Verfügung stellen. Bei der Ausgestaltung der Versicherung sind verschiedene Kriterien zu beachten, so dass es unter Umständen sogar Sinn machen kann, die D&O-Selbstbehaltspolice bei einem anderen Versicherer als der D&O-Konzernversicherung zu platzieren (auch wenn es dadurch „auf den ersten Blick“ komplizierter wird).

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für verkammerte Berufe

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für verkammerte Berufe

Die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen für verkammerte Berufe, hier insbesondere Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, ist eine Pflichtversicherung. Geläufig ist dabei der Begriff der „Berufshaftpflichtversicherung“, im Englischen als „Professional Indemnity (PI)“ bekannt.

Den deutschen Markt prägend ist ein Klientel, welches bei ihrer Berufshaftpflicht auf etablierte Versicherer und bekannte Versicherungslösungen auf „Verstoßbasis“ setzt. Für neue Risikoträger ist es schwer sich im Markt zu positionieren, so dass der Wettbewerb eher eingeschränkt ist. Dies äußert sich in langen Lebenszyklen der Produkte, wobei der Markt, im Gegensatz z.B. zur D&O, hauptsächlich von Versicherer- und nicht Maklerbedingungswerken dominiert wird. Weiterhin charakteristisch für diesen Markt sind die weitestgehend konstanten Prämien.

In der Praxis oft relevant ist, neben der Stammdeckung, der Bereich der so genannten „Objektdeckungen“. Dies ist in Verfahren nach der Insolvenzordnung oder bei größeren Mandaten regelmäßig ein akutes Thema. Schnelligkeit, Verbindlichkeit und der direkte Zugang zu Underwritern sind dabei essentiell.

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen eines bei der Ausübung beruflicher Tätigkeit begangenen Verstoßes. Die Höhe der Versicherungssumme muss dabei mindestens der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssumme nach der jeweiligen Berufsordnung entsprechen. Hierbei zu beachten Sie diverse Kriterien, z.B. die Rechtsform der juristischen Person oder etwaige Besonderheiten einer interdisziplinären Berufsgemeinschaft.

Wer ist versichert?
Hier gilt es zunächst zu differenzieren, wer Versicherungsnehmerin ist. Handelt es sich um eine einzelne natürliche Person, so ist diese die versicherungsnehmende Berufsträgerin. Bei juristischen Personen, z.B. einer Rechtanwalts-GmbH, oder Personengesellschaften, z.B. einer Rechtanwalts GbR, ist dies die Gesellschaft selbst. Dabei sind die für die Gesellschaft tätigen Sozien (bei einer GbR), Partner (bei einer Partnerschaftsgesellschaft), Geschäftsführer (bei einer GmbH) und Vorstände (bei einer AG) sowie die angestellten Berufsträger versichert. Die versicherte Tätigkeit ist dabei die jeweilige angegebene Berufsausübung der versicherten Personen, z.B. als Rechtsanwalt und/oder Steuerberater.

Wer versichert?
Der Anbietermarkt ist überschaubar. Erstzunehmend sind in etwa ein halbes Dutzend an Versicherern, wobei diese sich in der jeweiligen Zeichnungspolitik stark unterscheiden. Zwei Anbieter dominieren dabei den Markt und können teilweise Kapazitäten im dreistelligen Millionenbereich zur Verfügung stellen. Dies ist insbesondere bei großen Objektanfragen sehr hilfreich.

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Dienstleister

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Dienstleister

Das Marktsegment der Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen für den „freien“ (nicht verkammerten) Dienstleistungssektor ist sehr heterogen. Geläufig ist dabei der Begriff der „Berufshaftpflichtversicherung“, im Englischen als „Professional Indemnity (PI)“ bekannt. Oftmals werden die Bezeichnungen „Professional Indemnity (PI)“ und „Errors & Omissions (E&O)“ inhaltsgleich verwendet.

Aufgrund der per se am Markt vorhandenen Vielfalt von Berufen, Dienstleistungen und Branchen, der nicht vorhandenen berufsrechtlichen bzw. berufsständischen Regelungen und der ständigen durch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen wie z.B. „Outsourcing“ geprägten Veränderung des Dienstleistungssektors lässt sich ein einheitlicher Versicherungsstandard kaum erkennen. Die Internationalisierung der Dienstleistungsunternehmen durch Übernahmen aus dem Ausland, dem Angebot grenzüberschreitender Dienstleistungen oder die Expansion ins Ausland mit eigenen Niederlassungen oder Tochtergesellschaften trägt ihren Teil dazu bei.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherer bieten für viele der Berufe, Dienstleistungen und Branchen Versicherungskonzepte an. Die überwiegende Anzahl der Produkte basiert auf den Allgemeinen Bedingungen zur Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (AVB), jeweils ergänzt um berufs- oder branchenbezogene Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen. Ergänzt werden können die Versicherungslösungen um bestimmte Bausteine, z.B. eine Büro-/Betriebshaftpflichtversicherung, den Einsatz des Internets oder (von einigen innovativen Versicherern angeboten) einen Cyber-Baustein. Unternehmen im „ freien“ (nicht verkammerten) Dienstleistungssektor, die eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung einkaufen, sind typischerweise:

  • Medienunternehmen (z.B. Werbeagenturen, Verlage, etc.)
  • IT-Dienstleister (z.B. Softwareentwickler, IT-Berater, etc.)
  • Unternehmensberater und/oder Interimsmanager
  • Immobiliendienstleister (z.B. Real Estate Asset Manager, Property Manager, etc.)
  • etc.

FINLEX bietet zur Zeit keine Vermögenschadenhaftpflichtversicherungen für Architekten und Ärzte an.

Meist werden die Versicherungsverträge in Form von Jahresverträgen abgeschlossen. Auch hier kann jedoch (ähnlich wie bei den verkammerten Berufen) unterjährig, z.B.aufgrund Anforderung des Auftraggebers, der Bedarf entstehen, eine auftragsbezogene (und. ggf. auftraggeberfinanzierte) Einzelversicherung („Objektdeckung“) abzuschliessen.

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht (privatrechtlichen Inhalts) des Versicherungsnehmers wegen eines bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit begangenen Verstoßes. Versichert ist in aller Regel ausschließlich die in der Risikobeschreibung angegebene Tätigkeit der Versicherungsnehmerin. Die Höhe der Versicherungssumme ist dabei grundsätzlich frei wählbar. Bei der Wahl der „passenden“ Versicherungssumme und etwaiger Maximierungen sind diverse Kriterien zu beachten, z.B. die durchschnittlichen Auftragsvolumina oder die regelmäßig vereinbarten vertraglichen Haftungsbegrenzungen.

Ein wichtiger Teilmarkt, die Unternehmensberatungs- und Interimsmanagementbranche, hat insbesondere in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Sanierungssituationen die Besonderheit, dass neben der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für die Beratungsleistung die Platzierung einer ergänzenden Objektdeckung, die Persönliche CRO-D&O-Versicherung, unter Umständen notwendig wird. Siehe hierzu: CRO D&O

Wer ist versichert?
Hier gilt es zu differenzieren, wer Versicherungsnehmerin ist. Handelt es sich um eine einzelne natürliche Person, so ist diese auch Versicherungsnehmerin. Bei juristischen Personen ist dies die Gesellschaft selbst. Dabei sind die für die Gesellschaft tätigen Mitarbeiter ebenfalls versichert.

Wer versichert?
Betrachtet man den gesamten Markt der Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen ist festzuhalten, dass  – bis auf wenige Anbieter auf Makler- und Versichererseite, die zumeist für ein kleines Klientel (Selbstständige mit keinen bzw. wenigen Mitarbeitern) moderne Versicherungsprodukte auf Internet-Plattformen anbieten – wenig Weiterentwicklung (vermeintlich notwendige Anpassung an bereits bestehende Bedarfe auf Kundenseite) und noch weniger Innovation und Bewegung stattfindet. Mangels Transparenz kaufen viele Kunden de facto durchschnittliche Konzepte ein, obwohl es deutlich bessere Ansätze, insbesondere bei auf dem deutschen Markt jüngeren Risikoträgern, gibt.

Der Anbietermarkt ist relativ groß. Erstzunehmen sind in etwa ein halbes Dutzend an Versicherern, wobei diese sich in der jeweiligen Zeichnungspolitik stark unterscheiden.

Broking

Broking

Innovative Maklertools sind essentiell für modernes und zeitgemäßes Broking. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, stellt FINLEX seinen Kooperationsmaklern über die Maklerplattform praxiserprobte „Handwerkzeuge“ zur Verfügung:
  • Marktführende und mit führenden Versicherern abgestimmte Versicherungsprodukte
  • Moderne Ausschreibungs- und Platzierungssysteme, welche den Zeitaufwand von Maklern von mehreren Stunden auf wenige Minuten reduzieren

Bei der Auswahl unserer Partner, verfolgen wir im Sinne von „best-advice“ grundsätzlich einen Panel-Ansatz. Das heißt, wir verhandeln ein Produkt mit mehreren Versicherern, um dem Makler eine ausreichende Anzahl von Risikoträgern zur Verfügung zu stellen. An die Auswahl der Risikoträger stellen wir hohe Ansprüche. Facilites, welche nur eingeschränkt einen Marktüberblick ermöglichen, lehnen wir ab. Uns ist es wichtig, das beste Ergebnis für unsere Makler zu erreichen und durch einen freien Marktzugang Abhängigkeiten zu minimieren.

Mit unserer FINLEX-Maklerplattform und unseren dynamischen Antragsmodellen entwickeln wir moderne Techniken, die nicht nur den Ausschreibungsprozess und damit den Arbeitseinsatz beim Kooperationsmakler erheblich verkürzen, sondern auch standardisieren, um so Fehler und Haftungsrisiken zu minimieren. Der Makler führt dabei die Ausschreibung selbstständig, erhält dadurch volle Transparenz und kann jederzeit darauf Einfluss nehmen: Zeitersparnis, Transparenz, Qualitätssicherung und Enthaftung des Maklers stehen dabei stets im Vordergrund.

Claims

Claims

Vermögensschäden sind in der Regel komplex – nicht nur bzgl. der Haftung sondern auch bzw. insbesondere bzgl. ihrer Deckung. Nicht selten bereiten gerade Versicherungsprodukte „von der Stange“ bei der Schadenabwicklung Probleme. Hierbei passieren Fehler meistens schon beim Underwriting.

Netzwerk
Neben langjährigen eigenen Erfahrungen in der Abwicklung von Vermögensschäden verfügt FINLEX über ein Spezialistennetzwerk (Sachverständige und Fachanwälte), welches im Einzelfall sowohl haftungs- als auch deckungsrechtlich genutzt werden kann. Ebenso gehören Strafverteidiger zu dem Netzwerk. Die Rechtsanwälte des Netzwerks zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie grundsätzlich nicht auf Seiten der Versicherer tätig sind.

Bewertung
Gerne bewertet FINLEX auch „fremde“ D&O-Schadenfälle im Rahmen einer sog. „Second Opinion“. Vordergründig steht der Schadenservice jedoch den von FINLEX betreuten Versicherungsnehmern und Kooperationspartnern zur Verfügung.

Monitoring
Der D&O-Schadenfall ist in Deutschland zu 80 Prozent ein Innenhaftungsschaden. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass das geschädigte Unternehmen sein Organmitglied, sprich in der Regel Vorstand oder Geschäftsführer in Anspruch nimmt. Gerade wenn das Organmitglied noch für die Versicherungsnehmerin tätig ist, sind Spannungsverhältnisse zwischen den Beteiligten vorprogrammiert. Spätestens dann zeigt sich die Rechtsnatur der D&O-Versicherung als Vertrag zugunsten Dritter. Der Versicherer unterstützt seine versicherte Person und unterstützt den Geschäftsführer bei der Abwehr der geltendgemachten Ansprüche.
Oft sind Innenhaftungsansprüche auch emotional geprägt. Tendenzen eines „Rosenkrieges“ sind oft zu erkennen. Hier zahlt es sich aus, wenn die Beteiligten bei der Schadenabwicklung moderiert werden, um auch das häufige Hinziehen des Versicherungsfalls zu vermeiden. Dieses Monitoring ist Bestandteil der Dienstleistungen von FINLEX.

Abwicklung
FINLEX unterstützt bereits vor der Schadenmeldung, d.h. der Geltendmachung von Ansprüchen, um mögliche Probleme bei der Schadenabwicklung zu vermeiden (z.B. Anzeige- und sonstige mögliche Obliegenheitsverletzungen). Die Abwicklung sollte mit dem Ziel erfolgen, die Auseinandersetzung schnell und geräuschlos beizulegen. So können unnötige Eskalationen vermieden und der Manager sowie das Unternehmen vor negativen Schlagzeilen geschützt werden.

Eigenschadendeckungen für Unternehmen

Eigenschadendeckungen für Unternehmen

Bei der Eigenschadenversicherung fallen versichertes Unternehmen und Begünstigter nicht auseinander, d.h. der Versicherer wickelt den unmittelbaren Schaden direkt mit der Versicherungsnehmerin ab.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der in den letzten zwei Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffenen Unternehmen geben als einschlägige Deliktsarten Diebstahl oder Unterschlagung an. 54 Prozent der Betroffenen nennen Betrugs- und Untreuedelikte. Daneben entwickelt sich seit kurzem ein weiterer zukunftsträchtiger Markt rund um die Cyber-Versicherung. Hierbei handelt es sich um eine All-Risk-Police, die sowohl Eigenschäden als auch Drittschäden im Rahmen von Hackerangriffen und Datenverlusten absichert.

Hier bietet FINLEX die folgenden Versicherungsprodukte an, wobei die Cyber-Versicherung aufgrund des umfangreichen Deckungsschutzes eher als Mischprodukt zwischen Eigenschaden- und Haftpflichtversicherung einzuordnen ist.

Kapitalmarkt- und Transaktionsrisiken

Kapitalmarkt- und Transaktionsrisiken

Die Absicherung von Kapitalmarkt- und Transaktionsrisiken zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass aufgrund zum Teil enger Zeitfenster der jeweiligen Maßnahme in einem oft sehr volatilen Markt ein Risikotransfer auch kurzfristig umgesetzt werden muss. Zudem sind solche Maßnahmen oft sehr komplex und erfordern eine maßgeschneiderte und bedarfsgerechte Absicherung der unterschiedlichen Interessensgruppen. Regelmäßig besteht hier der Bedarf einer situationsgerechten Moderation und Führung durch einen prozessstarken und in diesem Bereich erfahrenen Risikoberater.
Bei den Versicherungslösungen handelt es sich in der Regel um langjährige Projektpolicen mit einer einmaligen Versicherungsprämie.

Vertrauensschadenversicherung (VSV)

Vertrauensschadenversicherung (VSV)

Eine Vertrauensschadenversicherung schützt Unternehmen vor finanziellen Schäden aus unerlaubten Handlungen. Kein verantwortungsvoller Geschäftsführer sollte sich der Themen Transparenz, Prävention und Absicherung dieses Risikos entziehen. Jährlich entstehen in deutschen Unternehmen Schäden in Milliardenhöhe – Tendenz steigend. Dabei sind die Motive vielschichtig und im Vorfeld schwer zu erkennen. Trotz dieser Entwicklung spielt die Vertrauensschaden-Versicherung gerade im Mittelstand eine eher untergeordnete Rolle. Das Produkt ist meist zu komplex, allerdings ist dieses Produkt für jede Branche und Unternehmensgröße relevant: Opfer einer wirtschaftskriminellen Handlung kann jedes Unternehmen werden!

Was ist versichert?
Die VSV schützt Ihr Unternehmen bei Vermögensschäden, die Ihnen aufgrund vorsätzlich, unerlaubter Handlungen wie z.B. Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug entstehen. Auch unmittelbare Schäden aufgrund von Computersabotage oder Geheimnisverrat sind versichert.

Zusätzlich ersetzen viele Versicherer in gewissem Umfang die Kosten, die bei der Rechtsverfolgung oder der Ermittlung des Schadens entstehen.

Wer ist versichert?
In den Versicherungsschutz sind alle Mitarbeiter und Betriebsangehörigen einbezogen, unabhängig davon, ob sie befristet oder unbefristet in Ihrem Unternehmen beschäftigt sind. Dieser Schutz gilt automatisch auch für Personen, die im Auftrag nur vorübergehend in den Geschäftsräumen tätig sind. Der Schutz gilt weltweit und für alle Filialen und Tochtergesellschaften.

Wer versichert?
Nur eine Hand voll Versicherer zeichnet die Vertrauensschadenversicherung in Deutschland. Bei der Schadenregulierung trennt sich aufgrund der häufig in den Versicherungsbedingungen verwendeten, unbestimmten Rechtsbegriffen schnell die Spreu vom Weizen. Hier muss auch der Versicherungsnehmer dem Versicherer „Vertrauen“ entgegenbringen.

Cyber-Versicherung

Cyber-Versicherung

­Unternehmen drohen Schäden in Millionenhöhe und Imageverluste, wenn Internetkriminelle Daten stehlen, Schadprogramme in Netzwerke einschleusen oder Server mit Denial-of-Service-Attacken lahmlegen. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über Cyber-Attacken in den Medien berichtet wird. Viele dieser Vorfälle, wie z.B. der Angriff auf Sony sind aber teilweise nicht versichert, da z.B. der Ausschluss des „hoheitlichen Angriffs“ (sprich die Attacke durch Geheimdienste) ausgeschlossen ist. Auch bei dieser jungen Versicherungssparte empfiehlt sich der detaillierte Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Was ist versichert?
Unternehmen können sich umfassend gegen Gefahren aus dem Netz absichern. Gedeckt sind im Rahmen einer All-Risk-Police vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität (Hackerangriffe und Datenverluste) selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können.

Eigenschaden

  • Verlust von vertraulichen Daten
  • Entstandene Mehrkosten durch IT-Ausfall oder Missbrauch der Telefonanlage
  • Betriebsunterbrechungskosten, d.h. fortlaufende Kosten und entgangener Gewinn


Drittschaden

  • Aufgrund von Vermögensschäden, z.B. durch
    • Verletzung des Bundesdatenschutzgesetzes
    • Verlust von Vertraulichkeit von Daten
    • Persönlichkeitsrechtsverletzung
    • Urheberrechtsverletzung
    • Übertragung durch Viren
    • Verzug der Leistung
    • Schadenersatz wegen Nichterfüllung
  • (PCI-)Vertragsstrafen / Bußgelder


Kostenbaustein

Nach einem erfolgreichen Cyberangriff ist schnelle Hilfe gefordert. Die Cyber-Versicherung vermittelt bzw. empfiehlt speziell geschulte Fachleute und übernimmt die Kosten dafür:

  • Experten für IT-Forensik
  • Spezialisierte Anwälte für den Bereich IT-und Datenschutzrecht
  • Kommunikationsdienstleister und PR-Spezialisten

Abhängig vom jeweiligen Versicherer können weitere Deckungsbausteine vereinbart werden:

Þ Nichtverfügbarkeit von Cloud-Services: Versicherung von Eigenschäden in Folge von unvorhersehbarer Nichtverfügbarkeit von externen Cloud-Diensten.

Þ Nichtverfügbarkeit von Zulieferern: Versicherung von Eigenschäden in Folge von unvorhersehbarer Nichtverfügbarkeit des IT-Systems eines Zulieferers.

Þ Sachschäden an eigenen Produkten: Werden eigene Produkte im Herstellungsprozess durch einen Cyber-Vorfall vernichtet, beschädigt oder unbrauchbar gemacht, ersetzt der Versicherer den eingetretenen Sachschaden an den eigenen Produkten.

Þ Erweiterte Folgeschadendeckung von Cyber-Kriminalität: Versicherungsschutz auch für Folgeschäden aus wirtschaftskriminellen Handlungen, z.B. Vermögensverluste in Folge manipulierter Überweisungen oder Warenlieferungen, Telefonhacking, etc. („Vertrauensschadenversicherungs-Baustein“).

Þ Cyber-Erpressung: Versicherungsschutz für Krisenberater, Schadenminderungskosten und Lösegeld in Folge einer Cyber-Erpressung z.B. bei Androhung einer Netzwerksicherheitsverletzung (mittels eines Virus o.ä.).

Þ Ertragsausfall durch Reputationsschäden: Versicherungsschutz für Ertragsausfallschäden und Kosten aufgrund negativer Berichterstattung in den Medien, welche auf einer Netzwerksicherheitsverletzung oder einer Datenschutzverletzung beruht.

Þ Präventionsdienstleistungen: Unabhängig vom Eintritt des Versicherungsfalls werden Kosten externer Berater für präventive Maßnahmen zur Überprüfung der IT-, Cyber- und Informationssicherheit sowie zur Implementierung eines Krisen- bzw. Notfallplans übernommen.

Wer versichert?
Alle Marktteilnehmer sehen ein enormes Wachstumspotenzial, wobei der Markt sich noch in der Aufbauphase befindet und die Anzahl von Abschlüssen in Deutschland zur Zeit noch überschaubar ist. Zur Zeit gibt es um die 15 Anbieter für Cyber-Versicherungen. Die jeweiligen Deckungsinhalte variieren noch gravierend. Zum Teil sind sogar „modulare“ Lösungen möglich, d.h. man versichert nur bestimmte Risikobereiche.

FINLEX hat im April 2017 ein eigenes Cyber-Bedingungswerk auf den Markt gebracht (s. Pressemitteilung).

Entführungs- und Lösegeldversicherung (K&R)

Entführungs- und Lösegeldversicherung (K&R)

„Ja, es gibt sie,
aber man spricht nicht über sie.“

Die Entführungs- und Lösegeldversicherung (Kidnap & Ransom) richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen.

Sie schützt nicht nur gegen den finanziellen Schaden, sondern bietet zudem auch Leistungen von weltweit führenden Beratungsunternehmen im Bereich Krisenmanagement und Sicherheit.

Was ist versichert?
Versichert sind neben der Entführung, d.h. das Ergreifen oder Festhalten einer versicherten Person zum Zwecke der Lösegeldforderung auch die Erpressung, d.h. Lösegeldforderungen, verbunden mit der Drohung, Personen zu töten oder zu verletzen, Sachen zu beschädigen, Produkte zu kontaminieren, Betriebsgeheimnisse oder private Informationen zu enthüllen oder Daten durch Computerviren zu zerstören. Zudem wird auch Versicherungsschutz bei einer Freiheitsberaubung oder einer Flugzeugentführung bzw. Entführung von sonstigen Transportmitteln garantiert.

Typische Kostenbausteine:

  • Löse- und Erpressungsgelder
  • Verlust bei Übergabe des Lösegeldes
  • Rechtsverteidigungskosten und Schadenersatz
  • Beratungskosten (auch im Rahmen der Prävention)
  • Reisekosten, Gehälter, Arzt- und Krankenhauskosten, Gutachter, Dolmetscher, erhöhte Sicherungs- und Bewachungskosten etc.
  • Betriebsunterbrechungskosten

Wer versichert?
Die Anzahl der anbietenden Versicherer ist in Deutschland begrenzt. Vor allem kommt es auf die Qualität und die Internationalität des Krisenberaters an.

Die BaFin stellt in ihrem Rundschreiben (BAV/BaFin-Rundschreiben 3/98) klar, dass die besondere Sensibilität dieses Versicherungsprodukts auch einen vertraulichen Umgang erfordert. So obliegt z.B. dem Versicherungsnehmer die Obliegenheit zur Geheimhaltung des Versicherungsschutzes. (s.a. aktuelle Erläuterungen dazu im BaFin-Journal Juni 2014).

Employment Practices Liability-Versicherung (EPL)

Employment Practices Liability-Versicherung (EPL)

Schadenersatzansprüche von Arbeitnehmern gegen den Arbeitgeber bzw. dessen Manager haben seit den neunziger Jahren, insbesondere in den USA, aber auch in anderen Ländern mit einem Common Law Rechtssystem (z.B. Großbritannien, Kanada und Australien), explosionsartig zugenommen.

Was ist versichert?
In den USA handelt es sich z.B. um folgende, von Arbeitnehmern bzw. von Gleichstellungsbehörden geltend gemachte Schadenersatzansprüche:

  • Rechtswidrige Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Wrongful Termination)
  • (Sexuelle) Belästigung am Arbeitsplatz ((Sexual) Harassment)
  • Diskriminierung am Arbeitsplatz basierend auf Rasse, ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht, Nationalität, Alter, Behinderung, Familienstand etc. (Employment-Related Discrimination)
  • Rechtswidrig unterlassene Einstellung oder Beförderung (Wrongful Failure to Employ or Promote) sowie rechtswidrige Verhinderung einer Karrieremöglichkeit (Wrongful Deprivation of a Career Opportunity)
  • Diffamierung (Defamation) und rechtswidrig zugefügtes seelisches Leid (Wrongful Infliction of Emotional Distress)
  • Eingriff in die Privatsphäre (Invasion of Privacy)

Eine Employment Practices Liability-Versicherung empfiehlt sich daher insbesondere für Unternehmen mit Tochtergesellschaften bzw. Niederlassungen in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien.

Wer versichert?
Gerade angloamerikanische Versicherungsgesellschaften bieten die EPL-Versicherung in Deutschland an. Oftmals empfiehlt sich für die ausländischen Gesellschaften der Versicherungsnehmerin ein englisch sprachiges Bedingungswerk.

Directors & Officers Versicherung (D&O)

Directors & Officers Versicherung (D&O)

Die zivilrechtlichen Haftungsrisiken der Manager können mit einer Directors & Officers-Versicherung (D&O-Versicherung, auch Managerhaftpflichtversicherung oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Unternehmensleiter) abgesichert werden. Sie ist mittlerweile zu einer Art „Pflichtversicherung“ für jeden Manager geworden. Hierbei haben sich im Laufe der letzten Jahre verschiedene Ausprägungen von D&O-Versicherungen im Versicherungsmarkt etabliert.

Manager-Rechtsschutzversicherungen

Manager-Rechtsschutzversicherungen

Der Rechtsschutz für Manager setzt sich im optimalen Fall aus einer Strafrechtsschutz-, einer Anstellungsvertragsrechtsschutz- sowie einer Vermögensschadenrechtsschutzversicherung zusammen. Letztere kann entbehrlich sein, wenn ausreichender D&O-Versicherungsschutz besteht. Oft sind auch Kombi-Produkte erhältlich.

Wir halten allerdings nichts von einigen Rechtsschutzprodukten, wie einer D&O-Deckungsklagerechtsschutzversicherung oder einer Kombination von D&O- und Vermögensschadenrechtsschutzversicherung (VSR) und bieten deshalb diese Produkte nicht aktiv an.

Eine VSR kann auf stand-alone Basis sinnvoll sein, wenn das Unternehmen entweder gar keine D&O-Versicherung (mehr) abschliessen kann oder aber die D&O-Versicherung mit Deckungseinschränkungen gespickt ist, sodass zumindest die Abwehrkostenkomponente zugunsten des Unternehmens gestärkt wird.

 

Industrie-Strafrechtsschutz

Industrie-Strafrechtsschutz

Die Industrie-Strafrechtsschutzversicherung sowie die D&O-Versicherung sind in einem Atemzug zu nennen, um Organmitgliedern einen hinreichenden Schutz zu geben. Als Unternehmer gerät man schnell ins Visier der
Staatsanwaltschaft. Eine Vielzahl sich zum Teil ständig ändernder gesetzlicher Regelungen macht es
dem Unternehmer immer schwerer, den Überblick zu behalten. Wie beim Vorwurf einer Straftat, bei dem Verdacht auf Steuerhinterziehung oder wenn es heißt, der Geschäftsführer hätte seine Sorgfaltspflicht verletzt.

Vielfach laufen strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Inanspruchnahmen parallel. Gerne warten Geschädigte die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ab, bevor sie selber zivilrechtlich gegen die vermeintlichen Schädiger vorgehen. Oft findet sich zwar ein Rechtsschutz-Baustein in der D&O-Versicherung. Dieser ist jedoch meistens unzureichend formuliert. Die Industrie-Strafrechtsschutzversicherung gewährleistet deshalb einen eigenen und umfassenden Rechtsschutz für die Mitarbeiter des Unternehmens.

Was ist versichert?
Die Strafrechtsschutzversicherung gewährt Versicherungsschutz insbesondere bei

  • Verdacht auf Steuerhinterziehung
  • Korruptionsvorwürfen
  • Ermittlungen wegen angeblich ungenügender Arbeitsschutzbestimmungen nach Arbeitsunfall
  • Vorwürfen in Sachen Datenschutz
  • Betriebsstilllegung

und bietet vorsorglichen Rechtsschutz bereits vor Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.

Wer ist versichert?
In den Versicherungsschutz sind in der Regel alle Ihre Mitarbeiter und Betriebsangehörigen einbezogen. Der Schutz sollte weltweit und für alle Filialen und Tochtergesellschaften gelten.

Wichtig ist hierbei insbesondere ein funktionierendes Strafverteidiger-Netzwerk.

Wer versichert?
Nur eine Hand voll von Rechtsschutzversicherern zeichnet die Industrie-Strafrechtsschutzversicherung noch in Deutschland. Aufgrund der in den letzten Jahren gestiegenen Schadenfällen und auch den zunehmenden Schadenhöhen sind Versicherer sehr restriktiv in der Gewährung von Versicherungsschutz für bestimmte Branchen, wie z.B. Banken, geworden.

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (Financial Institutions – „FI“)

Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (Financial Institutions – „FI“)

Die Vermögenschadenhaftpflicht-Versicherung für Finanzdienstleister (FI) wird auch weitläufig als E&O-Versicherung (Errors & Omissions – Vermögensschäden durch Fehler und Unterlassungen) bezeichnet. Oftmals werden die Bezeichnungen „Errors & Omissions (E&O)“ und „Professional Indemnity (PI)“ inhaltsgleich verwendet.

Wir verstehen unter Finanzdienstleistern insbesondere folgende Geschäftsmodelle:

    • Banken (z.B. Privatbanken, öffentliche Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken)
    • Versicherungen
    • Vermögensverwalter / Asset Manager
    • Fondsverwalter / Fondsmanager / Fondsinitiatoren (z.B. Kapitalverwaltungsgesellschaften – KVG) aller Anlageklassen, u.a.
      • Private Equity und Venture Capital Gesellschaften
      • Emissionshäuser
      • Kapitalanlagegesellschaften
    • Vermittler (z.B. Versicherungsvermittler, Finanzdienstleistungsvermittler, etc.)

Was ist versichert?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen einer bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit begangenen Pflichtverletzung. Versichert ist in aller Regel ausschließlich die in der Risikobeschreibung angegebene Tätigkeit. Die Höhe der Versicherungssumme ist – mit Ausnahme von Mindest-Versicherungssummen im Pflichtversicherungsbereich (z.B. Finanzdienstleistungsvermittler) – grundsätzlich frei wählbar. Bei der Wahl der „passenden“ Versicherungssumme und etwaiger Maximierungen sind diverse Kriterien zu beachten, z.B. Fonds- oder Auftragsvolumina, vereinbarte vertragliche Haftungsbegrenzungen, die durch das Geschäftsmodell gegebene Risikostreuung aufgrund der Anlage in verschiedene Anlageklassen, Kundenstruktur, etc.

Wer ist versichert?
Versichert ist in aller Regel eine Muttergesellschaft oder Holding als Versicherungsnehmerin. Versichert sind auch – je nach Geschäftsmodell – die Tochtergesellschaften und die Fondsverwaltungs- und Fondsgesellschaften. Die Organe und die für die Gesellschaft tätigen Mitarbeiter sind ebenfalls vom Versicherungsschutz umfasst.

Insbesondere bei Tätigkeiten, die ein Prospekthaftungsrisiko bergen, ist die persönliche Haftung der handelnden Personen (meist Organe) und der juristischen Personen (meist der Fondsverwalter) kaum trennbar bzw. sauber abgrenzbar. Es bestehen sogar gesamtschuldnerische Haftungen. Dies löst man in der Regel mit kombinierten D&O/E&O-Versicherungen, um Deckungslücken zu vermeiden.

Wer versichert?
Bei der Versicherung von Finanzdienstleistern kann man auf ca. 10-15 Versicherer zurückgreifen. Die Zahl der Versicherer, die für einen Grundvertrag in Frage kommen (so genannte „Führungsversicherer“), ist hierbei geringer und vom jeweiligen Kundensegment abhängig.

Persönliche CRO D&O-Versicherung

Persönliche CRO D&O-Versicherung

Die Persönliche CRO D&O-Versicherung eignet sich für Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen, die selbst (ggf. zusätzlich zu einer in aller Regel nicht ausreichenden bzw. werthaltigen D&O-Konzernversicherung des Unternehmens in der Krise) vorsorgen wollen.

Was ist versichert?
Der Versicherungsschutz ist vergleichbar mit dem einer D&O-Konzernversicherung. Wesentlicher Unterschied ist, dass lediglich eine Person versichert ist und keine andere Person auf diese Versicherungssumme zugreifen kann.

Wird einem Interimsmanager die Verletzung von Pflichten vorgeworfen und ein Anspruch auf Ersatz des durch die vorgeworfene Pflichtverletzung entstandenen Vermögensschadens gestellt (Versicherungsfall), ist es die Aufgabe des D&O-Versicherers die Haftungsfrage zu prüfen, unberechtigte Ansprüche gegen den Manager abzuwehren und – sollte die Abwehr nicht gelingen – den Schadenersatz für den Manager zu leisten.

Ergänzend zu diesen typischen Funktionen einer Haftpflichtversicherung gibt es in aller Regel weitere Deckungsbestandteile, die den Manager in bestimmten Situationen schützen können (z.B. Strafrechtsschutz, Kosten zur Minderung von Reputationsschäden, etc.).

Interimsmanager haben typischerweise keinen Anstellungsvertrag mit dem Unternehmen für das sie tätig sind. Formell handelt es sich in aller Regel um Beratungsverträge: je nach Umfang des Beratungsvertrags ist zu prüfen, ob ergänzend zur Persönlichen CRO D&O-Versicherung eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Beratungsleistungen notwendig ist.

Wer ist versichert?
Versicherbar sind Interimsmanager von Unternehmen in vorinsolvenzlichen bzw. außergerichtlichen Restrukturierungssituationen (Chief Restructuring Officer, Sanierungsgeschäftsführer, Liquidationsgeschäftsführer u.ä.). In rechtlicher Hinsicht sollte eine „organähnliche“ Funktion ausgeübt werden (Geschäftsführer, Vorstand, Generalbevollmächtigter, etc.). Versicherte Person (und Versicherungsnehmer, ggf. aber nicht Prämienzahler) ist in der Regel ausschließlich der  jeweilige Interimsmanager in der benannten versicherten Funktion.

Wer versichert?

Von der Vielzahl der D&O-Versicherer in Deutschland gibt es derzeit knapp eine Hand voll Versicherer, die in der Lage sind CRO D&O-Individualversicherungen anzubieten. Demnach erreichen die derzeit „pro Person“ verfügbaren Versicherungssummen noch nicht annähernd die Höhe, die Unternehmen einkaufen können. Unter Umständen kann über typische „Exzedentenversicherer“ weiterer Versicherungsschutz eingekauft werden.