Der D&O-Markt im Umbruch – umfangreiche(re) Risikoprüfungen durch die Versicherer

Der D&O-Markt im Umbruch – umfangreiche(re) Risikoprüfungen durch die Versicherer

Dass der D&O-Markt in den vergangenen 12 Monaten bereits begann sich zu verhärten, dürfte mittlerweile branchenweit bekannt sein (vgl. hierzu auch „Der D&O-Markt im Umbruch, nun auch in Deutschland“ oder „Versicherer ziehen Reißleine bei D&O“). Gründe hierfür seien vor allem die gestiegene Schadenbelastung (Zahlungen, Einzel- und Spätschadenreserven) und die erheblichen Folgen, die aufgrund der COVID-19-Pandemie für die Wirtschaft erwartet werden.

Eines der typischen Merkmale für einen harten Markt ist, dass sich die Versicherer, neben Limit und Prämie, mit den zu versichernden Risiken deutlich intensiver befassen (müssen) als man es bisher gewohnt war.

 

Wie prüft ein D&O-Versicherer das zu versichernde Risiko?

 

D&O-Versicherer prüfen das zu versichernde Organhaftungsrisiko im Wesentlichen anhand von Informationen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmen. Je aktueller und vollständiger die Risikoinformationen sind, desto umfangreicher ist die Prüfung durch den Versicherer. Bis vor Beginn der COVID-19-Pandemie bezog sich die Risikoprüfung der Versicherer bei vielen mittelständischen Unternehmen vor allem auf die Vergangenheit des Unternehmens und wurde anhand des letzten verfügbaren Jahresabschlusses durchgeführt (was in der Praxis nicht zwingend der Jahresabschluss des letzten Geschäftsjahres sein musste, sondern sogar ein älterer Jahresabschluss sein konnte). Je nach Risiko ergänzen die Versicherer ihre Risikoprüfung mit Informationen, die sie von Auskunfteien beziehen, Presse-Checks und Internetrecherchen oder individuellen Risikofragen.

 

Was hat sich in der Risikoprüfung der Versicherer verändert?

 

Bereits im März diesen Jahres haben die D&O-Versicherer begonnen, die Risiken intensiver zu prüfen.

Den Versicherern reicht es im Regelfall nicht mehr, ausschließlich mit vergangenheitsbezogenen Informationen zu arbeiten. Angefordert werden häufig:

  • Jahresabschlüsse des letzten Geschäftsjahrs (auch wenn diese ggf. nicht fertig-/festgestellt sind; Pro-forma-Abschlüsse und Ähnliches),
  • aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWAs),
  • Risikofragen zum Umgang mit und den Auswirkungen der Corona-Pandemie (aktuell und erwartet),
  • aktuelle Finanzkennzahlen (year-to-date) im Vorjahresvergleich, usw.

 

Im Kern geht es allen Versicherern darum, ein möglichst aktuelles und vollständiges Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu erhalten. Je nach Versicherer kann der Umfang der erforderlichen Informationen jedoch abweichen.

Die Branche bzw. Geschäftstätigkeit des zu versichernden Unternehmens spielt mittlerweile auch im Mittelstand eine deutlich größere Rolle in der Risikobetrachtung der D&O-Versicherer.

Da eine Situation wie die COVID-19-Pandemie auch für die Versicherer neu ist, erwarten wir, dass die Versicherer mit zunehmender Erfahrung ihren Informationsbedarf fortlaufend anpassen werden.

 

Welches Zeichnungsverhalten ist von den Versicherern zu erwarten?

 

Klar zu beobachten ist, dass die Versicherer bei Neuanfragen deutlich zurückhaltender sind als bei zur Verlängerung anstehenden Bestandverträgen.

Während es gerade im Mittelstand bei Bestandsverträgen in den letzten Jahren Marktpraxis war, dass sich – je nach Versicherer – ca. 80–90% der D&O-Verträge im Ergebnis automatisch und unverändert verlängerten, ohne dass der Versicherer Risikoinformationen angefordert hatte, ist dies für die anstehenden Vertragsverlängerungen nicht zu erwarten. Der Anteil der Verträge im Bestand eines Versicherers, die einer Verlängerungsprüfung derart unterzogen werden, dass auch Informationen beim Kunden angefordert werden, wird erheblich steigen. Da die Bestände der Versicherer höchst unterschiedlich sind (insb. hinsichtlich Unternehmensgrößen, Branchen, Höhe der Versicherungssummen, Prämienniveau – so genannte „Rate on Line“) und auch Schäden die Ergebnisse der Versicherer unterschiedlich stark belasten, kann es zu deutlich voneinander abweichenden Vorgehensweisen der Versicherer kommen (z.B. „Prüfung aller Verträge“ vs. „Prüfung nur in bestimmten Branchen“).

FINLEX befindet sich mit allen Versicherern in Gesprächen, um bei den anstehenden Vertragsverlängerungen („Renewals“) geordnete Abläufe und bestmögliche Ergebnisse für die Kunden sicherzustellen.

 

SMART D&O by FINLEX: Das automatisierte Underwriting für Mittelstandsgeschäft für Unternehmen bis EUR 100 Mio. Jahresumsatz

 

SMART repräsentiert das reale Zeichnungsverhalten von (derzeit) neun im Mittelstand relevanten D&O-Versicherern. Die Versicherer können in der SMART Plattform jederzeit ihr Zeichnungsverhalten für zukünftige Angebotsanfragen anpassen. Damit sind wir stets in der Lage, unmittelbar in Verhandlungen mit den Versicherern zu treten, um auch in dieser schwierigen Marktsituation das beste Ergebnis für die mittelständischen Unternehmen zu erzielen.

Wir können für Unternehmen in nahezu allen Branchen bis zu einem Jahresumsatz von EUR 100 Mio. verlässlich und innerhalb weniger Minuten sagen, bei welchem Versicherer die D&O-Versicherung platziert werden sollte. Da derzeit neun Versicherer ihr Angebotsverhalten in SMART automatisiert abbilden, muss nicht auf die Rückmeldungen der Versicherer gewartet werden (gerade in der aktuellen Zeit verlängern sich die Bearbeitungszeiten der Versicherer noch einmal deutlich, so dass wir mit SMART dieser Entwicklung entgegenwirken können). Dieser Informationsvorteil hilft uns im Renewal, wenn veränderte Verlängerungsangebote des Bestandsversicherers (z.B. Prämienerhöhung) bewertet werden müssen.

 

Wir halten Sie informiert! Unabhängig davon stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei FINLEX jederzeit zur Seite. Sprechen Sie uns gerne an.

 

 

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